FCK
Jean Zimmer: Die Gründe für seine Rückkehr zu den Roten Teufeln
Immenser sportlicher Ehrgeiz und große Verbundenheit zur Heimat und zu den Roten Teufeln: Jean Zimmer hat am Mittwoch in einem ruhigen, guten Gespräch nach seinem zweiten Training beim alten Klub genau erläutert, was ihn zur kurzfristigen Rückkehr zum 1. FC Kaiserslautern bewogen hat. Der 27 Jahre alte Außenbahnspieler ist am Dienstag vom Zweitligisten Fortuna Düsseldorf vorerst auf Leihbasis bis Saisonende zu seinem langjährigen Arbeitgeber gewechselt, der mittlerweile im Tabellenkeller der Dritten Liga angelangt ist.
„Ich hatte in Düsseldorf nicht so viel Spielzeit, wie ich mir gewünscht hätte, aber ich will spielen“, sagte Zimmer. „Wenn ich zu einem anderen Verein, vielleicht in der Zweiten Liga, gegangen wäre, hätte ich womöglich Eingewöhnungszeit gebraucht. Und ich hätte nicht die Unterstützung gehabt, die ich hier habe“, ergänzte der gebürtige Bad Dürkheimer, der in Landstuhl aufgewachsen ist.
„Hier kann ich funktionieren“
„Hier kann ich schnell wieder Fuß fassen, kann funktionieren, kann mich jetzt zunächst viereinhalb Monate voll auf Fußball konzentrieren, wohne bei meinen Eltern in Labach – Knopp-Labach.“ Von der kleinen Gemeinde südwestlich von Kaiserslautern hat er es nicht weit auf den Betzenberg, wo es sich gleich wieder wie Heimat angefühlt hat für Zimmer. „Die Wege und die Abläufe haben sich nicht wirklich geändert.“ Zeugwart Wolfgang Wittich kennt er natürlich noch, Peter Miethe als Mann für alles Mögliche rund ums Team, Physio Frank Sänger, aus dem Trainerteam Sven Höh und Bastian Becker. Mit Videoanalyst Niklas Martin hat er privat Kontakt, sie standen früher als Fans auch schon gemeinsam in der Kurve.
Für gut zwei Millionen Euro Ablöse hat Zimmer den FCK vor viereinhalb Jahren Richtung VfB Stuttgart verlassen. Eine Win-win-Situation: Der FCK brauchte dringend das Geld, und Zimmer konnte den „nächsten Schritt“ machen. Nach einem durchwachsenen Jahr bei den Schwaben wechselte er nach Düsseldorf, erst auf Leihbasis, dann für 900.000 Euro Ablöse fest. Bei der Fortuna besitzt er noch einen bis 2022 gültigen Arbeitsvertrag, verzichtet auf einen guten Teil seines Gehalts, um wieder beim FCK spielen zu können – eine Liga tiefer. Was im Frühjahr mit der Kaufoption wird, die der FCK nun mit der Fortuna vereinbart hat, damit will sich der ehrgeizige 1,72-Meter-Kämpfer nicht beschäftigen. „Ich will funktionieren, will dem FCK, den ich auch aus der Ferne immer genau verfolgt habe, helfen“, betonte Zimmer, „was in vier Monaten ist, kann niemand sagen.“
Saibene: „Er wird uns Sicherheit geben“
Erst mal zählt auch für Zimmer das letzte Hinrundenspiel beim starken Aufsteiger SC Verl, am Dienstag 4:3-Sieger bei der SpVgg Unterhaching – nach 1:3-Rückstand bis zur 85. Minute. Der 27-Jährige, der 35 Bundesliga- und 114 Zweitligaeinsätze aufweist, soll gleich spielen und die rechte offensive Außenbahn beleben. In einer intensiven, kampfbetonten Trainingspartie am Mittwoch traf Zimmer für das vermeintliche A-Team.
„Er ist routiniert, man merkt, dass er höher gespielt hat, selten macht er einfache, dumme Fehler“, sagte FCK-Trainer Jeff Saibene nach den ersten beiden Einheiten mit Zimmer am Dienstagnachmittag und Mittwochvormittag. „Auch mit seinem Tempo und guten Pässen ist er ein Spielertyp, den ich mir noch gewünscht habe. Er wird uns Sicherheit geben.“
Rückhalt von der Familie
Zimmer selbst bekommt Sicherheit und Rückhalt von seiner Familie. Seine Frau, die aus Betzdorf im nördlicheren Rheinland-Pfalz stammt und mit ihrem Social-Media-Job ortsunabhängig ist, und das zehn Monate alte Töchterchen Charlotte sind mit ihm in die Pfalz gekommen. Und natürlich freuen sich auch Zimmers Eltern, entlasten ihn mit Einkaufen und Kochen.
Mit seiner Frau hat er auch über den Gehaltsverzicht auf freilich gehobenem Niveau geredet. Sie hat ihm den Rücken gestärkt. „Für jeden Verein“, sagte Zimmer, „hätten wir das nicht gemacht.“ Aber er wollte eben auch etwas zurückgeben nach 12 Jahren beim FCK.
