Handball
Im letzten EM-Spiel: Zittersieg dank Zieker
Sie lächelten, sie strahlten. Sie stellten sich vor die deutschen Fans, applaudierten ihnen, genossen das glückliche Ende. Durch ein Tor von Patrick Zieker elf Sekunden vor Schluss nach einem schönen Spielzug gewann die deutsche Mannschaft die Partie. Sie belegt damit Platz vier in Hauptrundengruppe II. „Die Mannschaft hat sich für eine harte Zeit und eine eigentlich gute Hauptrunde belohnt. Die letzte Situation war so abgesprochen“, meinte Zieker nach seinem Treffer durch einen Kempatrick.
Hartes Stück Arbeit
Es war ein hartes Stück Arbeit. Endlich mal nutzte die deutsche Auswahl den Moment für sich. Diesmal setzte sie sich kurz vor der Pause ab. Von 12:12 zog das Team durch vier Tore in Folge auf 16:12 davon. Diese Führung ging absolut in Ordnung. Die deutsche Mannschaft stellte eine klasse Defensive, war im Angriff spielfreudig. Und wäre sie nicht so leichtfertig mit ihren Chancen umgegangen, die Führung hätte noch klarer sein können. Russlands Keeper Victor Kireev hielt großartig, ähnlich stark war sein Gegenüber Daniel Rebmann aus Göppingen. Aber nun wiederholte sich die Geschichte. Die deutsche Auswahl machte zu viele Fehler, sie war nicht in der Lage, den Vorsprung zu halten. Ihr schien die Luft auszugehen. Aber sie biss, sie kämpfte, ließ sich auch von einem kurzzeitigen Rückstand nicht entmutigen. Nach einem Stürmerfoul schlug schließlich die Stunde von Nachrücker Patrick Zieker ...
David Schmidt: Sind richtig glücklich
Es klappte mit dem ersten Hauptrundensieg, auch wenn die nordmazedonischen Schiedsrichter die deutsche Mannschaft klar benachteiligten. „Wir sind richtig glücklich mit dem Sieg. Es war wichtig, dass wir mit einem guten Gefühl aus dem Turnier gehen“, sagte David Schmidt, der mithalf, als Fabian Wiede müde wurde. Der Linkshänder vom Bergischen HC machte ein gutes Spiel.
13 Spieler standen Bundestrainer Alfred Gislason nach 15 Corona-Fällen noch zur Verfügung. Wie groß der Notstand war, verdeutlichte die Tatsache, dass Rückraumspieler Paul Drux zweimal an den Kreis musste, als Johannes Golla Zeitstrafen kassierte. Es war kein anderer Kreisläufer mehr da. Der noch nicht ganz fitte Hendrik Wagner von den Eulen Ludwigshafen verzichtete nach seinem Kurzeinsatz in der Partie gegen Schweden aus freien Stücken auf seinen Einsatz. „Ich wollte kein weiteres Risiko eingehen“, sagte er.
Spanien auf Kurs
Titelverteidiger Spanien qualifizierte sich erneut für das Halbfinale – durch das 28:27 (14:13) gegen Polen. Zuvor schaffte in der anderen Gruppe schon Dänemark den Sprung.
DHB-Präsident Andreas Michelmann ist nach der Rückkehr von der EM positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die letzten während des Turniers ausgefallenen deutschen Spieler traten am Dienstag die Heimreise an. Am Mittwoch, 9 Uhr, fliegt die deutsche Mannschaft nach Frankfurt.
So spielten sie
Deutschland: Rebmann, Bitter - Wiede (3), Weber (3), Köster (3) - Reichmann (5/2), Zieker (5) - Golla (5) - Drux (1), Schmidt (3), Zerbe, Stutzke (2)
Russland: Kireev, Grushko, Vereshchagin - Kotov (1), Zhitnikov (3), Kosorotov (8) - Shiskarev (3), Soroka - Ermakov (6) - Santalov (2), Kornev, Andreev (1), Vinogradov (3), Kamenev (2)
Spielfilm: 5:3 (5.), 8:5 (12.), 10:10 (18.), 12:12 (23.), 16:12 (Halbzeit), 18:15 (35.), 21:20 (39.), 24:22 (46.), 25:26 (51.), 29:29 (58.) - Beste Spieler: Golla, Zieker, Schmidt - Kosorotov, Ermakov, Kireev - Siebenmeter: 2/2 - 4/4 - Zeitstrafen: 2/3 - Zuschauer: 1443 - Schiedsrichter: Pavicevic/Raznatovic (Nordmazedonien)