Sport
Handball: Pro Prokop
Axel Kromer, der Vorstand Sport des Deutschen Handballbundes, sagt: Der Trainer war intern nie ein Thema. Die Spieler stellen sich vor Christian Prokop. Heute (20.30 Uhr) ist das letzte Hauptrundenspiel in Wien gegen Tschechien.
Die Niederlage gegen Kroatien am Samstag entfachte eine neue Diskussionen um Bundestrainer Christian Prokop. Durch das 24:25 platzte der Traum vom Halbfinale. Der frühere Nationalspieler Daniel Stephan bildete die Speerspitze der Kritik. Für den 46-Jährigen ist Prokop nicht der Richtige – er habe der Mannschaft keine Stabilität gegeben. Stephan sieht keine Weiterentwicklung.
Bob Hanning, der DHB-Vize Sport, ließ noch am Montagabend nach dem deutlichen Sieg gegen Österreich in den Katakomben der Wiener Stadthalle Dampf ab. „Jeder disqualifiziert sich, so gut er kann. Und er hat schon häufiger eindrucksvoll bewiesen, dass er darin die Goldmedaille verdient hätte“, giftete Hanning, der aber auch ein wenig unglücklich agierte. Nuancen. Nicht „Wir müssen sehen, was die Mannschaft mit dem Trainer macht“, sondern „was die Mannschaft und der Trainer machen“, habe er gesagt. „Wenn man den Satz, den ich gesagt habe, so deuten möchte, wie das teilweise gemacht wurde, dann kann man das machen. Aber dafür muss man schon ziemlich böswillig sein“, schimpfte Hanning. Er gilt als großer Befürworter von Prokop. Hanning bekräftigte, den Trainer nicht ein einziges Mal öffentlich infrage gestellt zu haben.
Es geht mit Prokop Richtung Olympia
Kurzum: Das Thema wurde gestern als beendet erklärt. „Wir als Verbandsführung wollen klarstellen, dass es intern nie eine Diskussion darüber gab, mit welchem Trainer wir künftig die Nationalmannschaft prägen wollen. Wir werden natürlich mit Christian in Richtung Olympia gehen und die Sommerspiele anpeilen“, sagte Axel Kromer. „Wir sind davon überzeugt, dass wir einen hervorragenden Weg eingeschlagen haben.“ Auch aus Spielerkreisen gab es erneut klare Bekenntnisse. „Wir waren alle überrascht, als wir das gelesen haben. Von unserer Seite kam da nichts“, sagte Kai Häfner der RHEINPFALZ. Als „deutliches Zeichen“ auch für den Trainer wertete Jannik Kohlbacher das 34:22 gegen Österreich. „Das war auch für uns eine Erleichterung“, betonte er. Fabian Böhm meinte: „Wir hatten so wenig Vorbereitungszeit wie noch nie. Wir hatten so viele Ausfälle wie noch nie. Wir waren in der Hauptrunde voll da und haben gegen Kroatien unglücklich verloren.“
Am Samstag geht es in Stockholm um Platz fünf
Durch den Erfolg gegen Österreich erreichte die Auswahl das Spiel um Platz fünf am Samstag (16 Uhr) in Stockholm. Immerhin: Stockholm. „Die Mannschaft hat richtig Großes geleistet. Die Mannschaft musste die Niederlage gegen Kroatien aus den Köpfen kriegen und sich neu sortieren, das ist ihr hervorragend gelungen. Ich glaube, dass das nicht vielen Mannschaften gelingt nach so einer bitteren Niederlage“, lobte Christian Prokop. Der Bundestrainer erkannte bei der Hauptrunde in Wien eine Entwicklung in allen Mannschaftsteilen, sah Leidenschaft und Aggressivität in der Abwehr und zwei gute Torhüter.
Bereits jetzt liegt der Fokus auf der Olympia-Qualifikation. Prokop will die zwei letzten EM-Spiele nutzen, damit sich das Team weiter festigt. Morgen fliegt die Mannschaft um 11 Uhr nach Schweden. „Das Spiel um Platz fünf ist ein Spiel tiefer als das, was wir ausgegeben hatten. Wir waren ganz nah an dem gesteckten Ziel“, erläuterte Axel Kromer.
Wegen Kniebeschwerden erhält Patrick Wiencek heute im bedeutungslosen Match gegen Tschechien eine Pause. Marian Michalczik kehrt in den Kader zurück.