Kommentar
Friedhelm Funkel – der ewige Retter
Ende Februar vergangenen Jahres, einen Monat nach seinem Rauswurf in Düsseldorf, meldete sich Friedhelm Funkel mit einer Einschätzung zu Wort. Der von den Fortuna-Bossen vorgenommene Trainerwechsel zu Uwe Rösler sei nicht nötig gewesen, der Effekt werde oft überschätzt, erklärte der vollbärtige Übungsleiter. Und führte als Beispiel für seine These die Vorsaison an: Da seien Nürnberg, Hannover und Stuttgart eine Etage tiefer gereicht worden – obwohl alle im Lauf der Runde den Coach austauschten.
In Frankfurt klappt es nicht
Weitere Exempel für unersprießliche Freistellungen von Trainern hätte Funkel zuhauf geben können. Etwa seinen ersten Versuch in Köln, gestartet vor knapp zwei Jahrzehnten. Nach Trainerstationen in Neuss, Uerdingen, Duisburg und Rostock und ehe er in Frankfurt, bei Hertha BSC, in Bochum, Aachen, bei 1860 München und schließlich in Düsseldorf anheuerte, übernahm er dort das damalige Bundesliga-Schlusslicht. Die sechs Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz holte Funkel in den letzten zwölf Runden nicht auf, am Ende fehlten fünf Zähler zum Klassenerhalt.
Nun macht sich der ewige Retter daran, das einst Versäumte in der Hälfte der Zeit nachzuholen – und parallel dazu die eigene These vom Februar 2020 zu widerlegen. Sein besonderes Verhältnis zum Geißbock-Klub hat der 67-Jährige vor seiner Rückkehr schon mal betont. Sollte es ihm nun noch gelingen, seine offen bekundete Sympathie mit dem Liga-Erhalt zu verzieren, wäre es auch eine späte Genugtuung gegenüber den Chefs in Düsseldorf – dem ultimativen Rivalen der Kölner.