Handball
Final Four: Rhein-Neckar Löwen lassen sich Freude nicht nehmen
Zum zwölften Mal haben sich die Rhein-Neckar Löwen für das angesehene und attraktive Finalturnier qualifiziert – der Weg in die Laxness-Arena in Köln war schwierig. Die Mannschaft schlug drei Bundesligisten – und zwar in deren Hallen: SC DHfK Leipzig, MT Melsungen und TSV Hannover-Burgdorf.
Alles ist möglich
Wie gehen die Löwen mit den vier Bundesliga-Niederlagen in Folge um? Diese Antwort muss das Team in Köln geben. „Es ist gleich ein Endspiel. Alles ist möglich. Natürlich gibt es Mannschaften, die sehr gut in Form sind, Mannschaften, die derzeit nicht so gut in Form sind. Aber am Ende zählt es, was in diesem einzelnen Spiel am Samstag passiert“, sagte Löwen-Trainer Sebastian Hinze. „Jede Mannschaft fährt mit der Idee dahin, den Pokal zu holen. Dort ist eine geile Atmosphäre. Es ist die Frage, wie nutzt man das, wie wirkt das auf einen. Die Idee ist, etwas Besonderes aus der Saison herauszuholen“, führte Sebastian Hinze aus.
Sein Team ist nach großartigen Leistungen bis in den März hinein zuletzt aus dem Tritt geraten. Am Ostersonntag quittierten die Löwen eine 37:42-Niederlage gegen den VfL Gummersbach. Das saß. Aber nun: der Pokal, ein anderer Wettbewerb.
SG Flensburg-Handewitt hat einen Lauf
Die SG Flensburg-Handewitt ist wettbewerbsübergreifend seit 19 Partien ungeschlagen. Anfang der Saison lief es nicht rund. „Es gab sicherlich herausfordernde Phasen für uns in dieser Saison, aber wir haben uns gemeinsam durchgekämpft und hart gearbeitet, um uns zu verbessern. Wir haben immer an uns geglaubt und uns auf unsere Stärken besonnen“, sagte Trainer Maik Machulla der RHEINPFALZ. „Das Final Four ist eine große Chance für uns“, betonte der Coach. Das erste Halbfinale beginnt am Samstag um 16.10 Uhr.
„Die Vorfreude auf das Final Four ist keineswegs getrübt. Dieses Turnier ist einer der absoluten Höhepunkte dieser Saison, den wir uns verdient haben. Es ist zugleich eine große Chance für uns, im richtigen Moment zurück zu unserer Form zu finden. Ganz sicher fahren wir nicht als Favorit zum Final Four. Aber wir wissen auch, was wir können“, betonte Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann. Sie relativierte: „Es war klar, dass es im Laufe einer langen und schweren Saison Rückschläge geben würde. Damit gilt es jetzt bestmöglich umzugehen. Wir befinden uns immer noch am Anfang unserer angestrebten Entwicklung. Wir sind auf einem guten Weg, aber bei der Breite unseres Kaders noch lange nicht an dem Punkt angelangt, um stabil oben mitspielen zu können.“
„Wir brauchen mehr Qualität in unserem Spiel. Das beginnt im Training. Da muss man sich Sicherheit holen. Und vielleicht schaffen wir es, die Tatsache, dass wir jetzt viermal in Folge verloren haben, beiseitezuschieben“, erklärte Patrick Groetzki. Bitter: Der Kapitän liegt krank im Bett, der Rechtsaußen droht auszufallen.
„Nicht so viel nachdenken“
„Wir müssen wieder an unsere Sachen glauben. Jeder Einzelne muss wieder mit Selbstvertrauen spielen, nicht so viel nachdenken, stattdessen gilt es, nach vorne zu schauen. Das ist so ein Event, da kann alles passieren. Ich bin überzeugt von dieser Mannschaft, wir haben Flensburg in der Liga schon geschlagen. Obwohl es jetzt ein ganz anderes Gefühl ist nach den vier Niederlagen“, sagte Torhüter Mikael Appelgren.
Die zweite Halbfinal-Partie zwischen dem SC Magdeburg und dem TBV Lemgo Lippe ist um 19 Uhr. Lemgo überraschte 2021 beim Final Four und holte sich den Titel. Spiel um Platz drei und das Finale sind am Sonntag um 12.45 Uhr beziehungsweise 15.40 Uhr. Rund 2000 Löwen-Fans begleiten ihr Team.
Eine Personalie gab es am Donnerstag noch: Der halbrechte Rückraumspieler Jon Lindenchrone Andersen (26) trägt ab der kommenden Saison das Trikot der Löwen. Der Däne kommt von Frisch Auf Göppingen und erhielt einen bis 2026 laufenden Vertrag.
