FCK FCK und Mainz 05: Prestigeduell für den guten Zweck

Wieder am Ball: Jean Zimmer, hier gegen Zwickaus Steffen Nkansah (rechts).
Wieder am Ball: Jean Zimmer, hier gegen Zwickaus Steffen Nkansah (rechts).

Unter dem Motto „Gemeinsam für den Sport“ trifft der 1. FC Kaiserslautern am Samstag in Koblenz in einem Benefizspiel auf Mainz 05. FCK-Trainer Marco Antwerpen muss auf einige Spieler verzichten. Dafür gibt es einen prominenten Rückkehrer. Ein Mainzer fühlt besonders mit den Opfern der Flutkatastrophe.

Es war eine Niederlage von historischer Dimension, dieses Pokal-1:2 des 1. FC Kaiserslautern am Mittwoch beim Oberligisten TuS Mechtersheim. Am 2. Dezember 1978 nämlich war es mit Südwest Ludwigshafen letztmals einer anderen pfälzischen Mannschaft gelungen, den FCK in einem Pflichtspiel zu bezwingen. Damals trafen die beiden Klubs im DFB-Pokal aufeinander.

Vermutlich haben die Roten Teufel den Stachel der Verbandspokal-Abfuhr an der Kirschenallee noch nicht ganz aus dem Leib gezogen. Und auch, wenn in dem Kräftemessen mit Bundesligist Mainz 05 an diesem Samstag (14 Uhr, Koblenz) der reine Fußball nur eine untergeordnete Rolle spielt, so ist doch klar, dass Prestige in den Duellen beider Klubs immer ein Faktor ist. Im Vordergrund aber steht der Einsatz für die gute Sache. Unter dem Motto „Gemeinsam für den Sport“ messen sich die Klubs in einem Benefizspiel, dessen Erlöse den bei der Flutkatastrophe Mitte Juli geschundenen Sportvereinen des Landes Rheinland-Pfalz zugutekommen.

FSV-Profi Bell: „Die Geschichten aus der Unglücksnacht sind extrem“

Dem Mainzer Profi Stefan Bell geht das Schicksal der Leidtragenden extrem nah. Bell ist in Wehr am Rande der Katastrophenregion aufgewachsen, er weiß um die Situation in der Heimat seiner Familie. „Jeder dort kennt jemanden, der unmittelbar von der Flutkatastrophe betroffen ist“, erzählt er. Die Geschichten aus der Unglücksnacht seien extrem. Viele Vereine stünden vor riesigen Herausforderungen. Die meisten Sportanlagen und Vereinsheime, die in den Ahrtälern direkt am Fluss lägen, seien zerstört. Gleichzeitig versuchten die Klubs, ihr Vereinsleben aufrechtzuerhalten. Irgendwie. „Dabei können sie wirklich jede Unterstützung gebrauchen“, sagt Bell. FSV-Präsident Stefan Hofmann betont, man wolle mit dem Benefizspiel auch dafür sorgen, dass die Region im Bewusstsein bleibe. Der Wiederaufbau sei eine Herkulesaufgabe und die gemeinsame Aktion auch als Solidarisierung mit den Opfern zu verstehen; als Geste, „dass wir in unserem Bundesland zusammenhalten“.

Der SWR zeigt die Partie ab 13.30 Uhr live. Mit Unterstützung der „Aktion Deutschland Hilft“ wird die Übertragung des Benefizspiels zur Call-in-Show, bei der alle Fans an den Fernsehern über eine Telefon-Hotline spenden können. Auf der Website von „Deutschland Hilft“ wurde unter dem Titel „Benefizspiel Fußball“ ein eigenes Spendenkonto eingerichtet. Rund 1000 Karten waren für das Spiel am Freitagmittag verkauft, hinzu kommen rund 150 von der Flut Betroffene, die zu dieser Partie eingeladen wurden und ihr Kommen zugesagt haben.

FCK-Trainer Antwerpen bindet Juniorenspieler ein

Der FCK muss nach Auskunft von Trainer Marco Antwerpen neben den Langzeitverletzten auf Hendrick Zuck, Dominik Schad, Marlon Ritter (alle Corona-Impfung), René Klingenburg (Halswirbelblockade), Daniel Hanslik (leichte Knieverletzung) und Nicolas Sessa (noch erkrankt) verzichten. Maximilian Hippe befindet sich im Aufbautraining. Dafür wird Kapitän Jean Zimmer nach überstandener Verletzung mitwirken. Hinzu kommen die Junioren- und U21-Spieler Shawn Blum, Tristan Zobel, Moritz Theobald und Maximilian Fesser.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hatten wir fälschlicherweise geschrieben, vor dem TuS Mechtersheim sei es letztmals dem VfR Frankenthal am 7. April 1963 gelungen, als pfälzische Mannschaft den FCK zu schlagen. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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