Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel FCK-Neuzugänge: Träume, Wünsche, Gerüchte – und die Realität

Er stand schon einmal beim FCK unter Vertrag: Florian Pick (links), hier im Dress des FC Ingolstadt.
Er stand schon einmal beim FCK unter Vertrag: Florian Pick (links), hier im Dress des FC Ingolstadt.

Der 1. FC Kaiserslautern muss und will seinen Kader umbauen. Geschäftsführer Thomas Hengen ist sicher: Wenn die Saison Mitte Juli beginnt, ist die Belegschaft längst nicht komplett. Eine Geschichte von Träumen, Wünschen, Gerüchten, Realitäten und einer Begegnung in der Kaiserslauterer Innenstadt.

Rund um einen traditionsbeladenen, an Schlagzeilen reichen Fußballklub wie den 1. FC Kaiserslautern herrscht stets ein außergewöhnlich hoher Erregungszustand. Bisweilen auch in Phasen, in denen kein Ball rollt. Im Augenblick gieren die Fans nach Neuigkeiten bezüglich des Kaders für die kommende Saison, in der die Roten Teufel nach vier Jahren der Abwesenheit endlich wieder in der Zweiten Liga nach Punkten jagen. Wer kommt, wer geht, von wem wünscht man sich, dass er anheuert?

In Fanforen kursiert, sinngemäß, dann schon mal der Running Gag, irgendwer habe den Bruder des Schwagers von Spieler X oder Y an der Tankstelle gesehen oder die Frau von Z habe den Nachwuchs im Kindergarten angemeldet. Fan-Folklore in spielfreien Zeiten. Ab und an soll es aber tatsächlich vorkommen, dass ein nicht beim FCK unter Vertrag stehender Profi durch Kaiserslautern schlendert – wie ein gewisser Florian Pick am Samstag des zurückliegenden Wochenendes; in Sportklamotten gesichtet von einem Mitarbeiter der RHEINPFALZ, und das auch noch in der Nähe der Praxis von Vereinsärztin Dr. Claudia Thaler. Zufall? Also bitte!

Der Markt ist schleppend

Offensivspieler Pick trug den Dress des FCK zwischen 2016 und 2020 schon einmal, bis 2024 steht er aktuell beim neuen Liga-Konkurrenten 1. FC Heidenheim unter Vertrag. Zuletzt war er an den FC Ingolstadt ausgeliehen. Konfrontiert mit der Personalie, kann Thomas Hengen sich ein Lachen nicht verkneifen. Alsbald aber wird der Geschäftsführer des FCK ernst: „So viel ich weiß, hat er noch zwei Jahre Vertrag. Und bei Spielern, die einen Vertrag haben, ist das sehr zäh. Spieler haben andere Optionen, manche Klubs bekommen neue Trainer, die Spieler wollen abwarten, ob sich ihre Situation ändert. Der Markt ist schleppend, noch sehr ruhig.“

Bis zum Rundenstart am 15. Juli, da ist Hengen sicher, werde der Kader gewiss nicht komplett sein. Er muss umgebaut und großflächig verstärkt werden. Bedarf besteht überall. „Das verteilt sich. Wir hatten in der vergangenen Saison ein unglaublich starkes Kollektiv, das streben wir wieder an“, bekundet Hengen. „Wir brauchen polyvalente und stressresistente Spieler, aber auch Experten, wie Terrence Boyd einer ist.“

Alles braucht Zeit

Am meisten beschäftigt die Anhängerschaft jedoch die Frage, wer nach dem Abgang von Matheo Raab in Richtung Hamburg als neue Nummer eins firmiert. Kommt ein externer Keeper mit Stammplatzanspruch – oder vertraut der FCK Avdo Spahic, Raabs „Back-up“ in der vorigen Runde. „Avdo ist unser Nichtabstiegstorwart, das vergessen viele. Er hat uns in der Liga gehalten und in dieser Saison bei seinen drei Einsätzen jeweils zu null gespielt“, sagt Hengen. „Aber sicher: Wir wollen uns in allen Bereichen verbessern und eine größere Konkurrenz schaffen. Wir arbeiten hart daran, aber es wird Zeit brauchen.“ Mit Raab sei der Verein stets im Gespräch gewesen. „Die Wertschätzung für Matheo war immer da. Aber es ist ein knallhartes Business. Irgendwann merkst du natürlich, dass der Junge den nächsten Schritt gehen will. Wir haben alles gegeben, was uns möglich war, aber man muss akzeptieren, dass ein Spieler sich auch mal für einen anderen Verein entscheidet.“

Hoffen auf die Großkaliber

Selbstredend kursieren gerade bezüglich der Position des Torhüters wilde Gerüchte. Der Gedanke, den einst von Kaiserslautern nach Leverkusen gewechselten, dort aber schier einsatzlosen Lennart Grill auszuleihen, liegt nahe. Kühner ist der Gedanke, Tobias Sippel aus dessen gewiss prächtig dotierten Vertrag bei Bundesligist Borussia Mönchengladbach loszueisen und heimzuholen. „Generell gebe ich zu Namen keinen Kommentar ab. Träumen und wünschen darf man immer, ob es Realität wird, ist eine andere Sache“, sagt Hengen. „Wir versuchen schon, das eine oder andere Kaliber zu holen, das nicht möglich zu sein scheint.“

Letzteres gilt nicht speziell für den Torwächterposten. Von einigen Profis wird der Verein sich trennen. Andere, die schon in der Dritten Liga nur wenig gespielt haben, suchen womöglich eine neue Aufgabe. Geliehene Profis kehren (zunächst?) zu ihren angestammten Vereinen zurück, wie Simon Stehle oder Felix Götze. Nägel mit Köpfen zu machen, ist für Hengen allein schon deshalb knifflig, weil durch den Urlaub derzeit meist nur Telefonate und keine persönlichen Treffen möglich sind. In dieser Woche will der FCK weitere Personalien verkünden. Spannung ist garantiert.

Hand aufs Herz: Tobias Sippel grüßt beim Gladbacher Pokalspiel in Kaiserslautern Anfang August 2021 die Fans auf der Westtribüne
Hand aufs Herz: Tobias Sippel grüßt beim Gladbacher Pokalspiel in Kaiserslautern Anfang August 2021 die Fans auf der Westtribüne.

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