Sport FCK in Bielefeld: So gut wie abgestiegen

„Weiter!“: FCK-Torwart Marius Müller packt Nils Seufert nach dem 2:3 in Bochum hart, aber herzlich.
»Weiter!«: FCK-Torwart Marius Müller packt Nils Seufert nach dem 2:3 in Bochum hart, aber herzlich.

Für den FCK geht es am Freitag (18.30 Uhr) im Spiel bei Arminia Bielefeld darum, das wohl Unabwendbare zumindest noch einmal aufzuschieben.

Für den gelbgesperrten Leon Guwara könnte Joel Abu Hanna links in der Lauterer Viererkette verteidigen. Sehr gut möglich ist auch, dass Nils Seufert im zentralen defensiven Mittelfeld wieder in der FCK-Startelf steht. Unter Trainer Michael Frontzeck war das seit dessen Amtsantritt am 1. Februar in elf von zwölf Spielen der Fall.

"Sind vier oder fünf Kilometer mehr gelaufen"

Am Sonntag bei der 0:1 verlorenen Heimpartie gegen Dynamo Dresden nahm Seufert erstmals seit 10. Dezember auf der Bank Platz. Mads Albaek, im vergangenen Sommer als Hoffnungsträger verpflichtet und dann wegen einer Schambeinentzündung mit folgender Operation seit September außer Gefecht, durfte für den 21-Jährigen ran. Für den Dänen war es der erste Zweitliga-Einsatz seit sieben Monaten. „Mads hat es ordentlich gemacht, durch seine frühe Gelbe Karte war er aber natürlich in seinem Aktionsradius eingeengt und limitiert“, sagt Frontzeck. Der Chefcoach sah Seufert vorige Woche „vom Kopf her etwas müde“ und Albaek gut trainieren. „Der Trainer hat schon unter der Woche, ein paar Tage vor dem Spiel, mit mir gesprochen und hat mir gesagt, dass Mads spielt“, erzählt Seufert, „das war kein Problem für mich, mal wieder auf der Bank zu sitzen.“ Bis zu seiner Einwechslung in der 62. Minute musste er sich von draußen das schlechteste FCK-Spiel seit Monaten anschauen. „Wir sind vier oder fünf Kilometer mehr gelaufen“, sagt Frontzeck, „aber wenn du kreativ sein musst, ist das besonders in solchen Situationen nicht einfach. Wir haben uns zu wenige Torchancen schaffen können.“ Das soll heute in Bielefeld, das als Fünfter mit 44 Punkten zumindest noch theoretische Chancen auf die Aufstiegsrelegation hat, wieder anders werden. „Wir wissen alle, dass wir nicht mehr die ganz große Chance haben, in der Liga zu bleiben“, sagt Seufert, „aber wir wollen in Bielefeld gewinnen, damit es zumindest rechnerisch noch möglich bleibt.“

Schlimmstmögliches Szenario eingetreten

Obwohl für den Verein mit dem bevorstehenden Abstieg das schlimmstmögliche Szenario eingetreten ist – für Seufert persönlich war es eine recht gute Runde. Unter Ex-Coach Jeff Strasser bekam er im Oktober seine Chance im defensiven Mittelfeld und nutzte sie. Der gebürtige Mannheimer steigerte sich stetig, kam 2017/18 bisher auf 19 Zweitliga-Einsätze. Ob er auch bei einem Abstieg bleibt? „Ich bin in Gesprächen mit dem FCK. Es ist alles offen, es kann in alle Richtungen gehen“, sagt Seufert. Er könne sich vorstellen, auch in der Dritten Liga ein Roter Teufel zu bleiben. Doch natürlich haben Scouts anderer Klubs die meist sehr ordentlichen Auftritte des Mittelfeldspielers verfolgt. Bei einem Lauterer Abstieg kann er ablösefrei wechseln. Mit seinen Beratern von der Ludwigshafener Firma Rogon will der junge Profi nach der Runde über die Zukunft reden; bei Nichtabstieg liefe sein Vertrag beim FCK bis 2019 weiter. Theorie. „Ob ich hierbleibe oder woanders hingehe – das ist offen“, unterstreicht Seufert. Zunächst geht es ihm um gute restliche Auftritte mit dem FCK in dieser auch emotional schwierigen Saison. „Jemandem wie mir, der seit der U15 bei diesem Verein ist, geht die Situation schon nahe. Das nagt an einem, das hakt man nicht so schnell ab.“ So spielen sie: Arminia Bielefeld: Ortega - Özkan, Weigelt, Salger, Hartherz - Massimo, Prietl, Schütz, Kerschbaumer - Klos, Voglsammer – Es fehlen: Dick (Gelbsperre), Behrendt (Reha nach Innenbandabriss), Börner (Muskelfaserriss), Quaschner (Aufbautraining) 1. FC Kaiserslautern: Müller - Kessel, Callsen-Bracker, Vucur, Abu Hanna - Mwene, Moritz, Seufert, Jenssen - Andersson, Osawe – Ersatz: Sievers, Ziegler, Correia, Fechner, Albaek, Altintop, Spalvis - Es fehlen: Guwara (Gelbsperre), Borrello (Kreuzbandriss), Halfar (Reha nach Hüftoperation) Schiedsrichter: Winkmann (Kerken) Hinrunde: 2:0. FCK-Live-Ticker: heute, ab 18.30 Uhr, auf www.rheinpfalz.de Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite finden Sie alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern