Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Erfolgreiche Verwirrspiele der Eulen Ludwigshafen

Matej Asanin war einer der Erfolgsfaktoren beim Sieg der Eulen Ludwigshafen in Bietigheim.
Matej Asanin war einer der Erfolgsfaktoren beim Sieg der Eulen Ludwigshafen in Bietigheim.

Die Eulen Ludwigshafen feiern den ersten Saisonsieg. Der 31:29-Erfolg am Samstag in Bietigheim erinnert an erfolgreiche Muster aus der Matschke-Zeit. Der neue Trainer Michel Abt wird für seinen Mut belohnt. Er geht nach seinem Bauchgefühl.

Plötzlich stand Matej Asanin im Abschlusstraining vor ihm. Michel Abt, Trainer des Handball-Zweitligisten Eulen Ludwigshafen, plauderte dann mit dem Torwart und sagte ihm, dass er am Samstag in Bietigheim im Tor stehen wird. Den Entschluss sollte Abt nicht bereuen. Der 29 Jahre alte Torwart der Eulen war beim 31:29-Sieg am Samstag einer der personifizierten Erfolgsfaktoren. Der Kroate hielt glänzend. Er sorgte mit seinen Paraden dafür, dass seine Mitspieler die Ruhe bewahrten, als Bietigheim die Führung der Ludwigshafen immer wieder ausglich. „Das war eine Bauchentscheidung“, sagte Abt zu der Personalie. Denn aus rationalen Gesichtspunkten sprach vieles dafür, Žiga Urbic gegen Bietigheim spielen zu lassen. Er hatte beim 26:26 in Potsdam die Woche davor richtig gut gehalten. Doch Abt setzte mit dieser Personalie den ersten Schachzug. Es sollten weitere Folgen – allerdings taktische.

Freunde und keine Rivalen

„Žiga und ich sind ein gutes Duo“, sagte Matej Asanin. Sie sind Freunde, keine Rivalen. Fast täglich gehen beide gemeinsam ins schicke Lokal des BASF TC Ludwigshafen essen. Der dortige Chef, Simo Jokic, ist zum Freund geworden, scherzt mit ihnen, lässt sie heimisch fühlen. „Der Sieg ist eine Belohnung für unsere gute Arbeit in der Vorbereitung. Die Mannschaft hat heute in Abwehr und Angriff 60 Minuten für diesen Sieg gekämpft“, bilanzierte Asanin: „Wir haben 60 Minuten für unsere Fans gekämpft.“

Die zahlreichen Eulen-Anhänger bejubelten nicht nur den ersten Saisonsieg. Sie waren Augenzeugen des ersten Erfolges in Bietigheim seit vielen Jahren. Am 26. Oktober 2013 gewann Ludwigshafen letztmals bei den Schwaben.

Solche statistischen Randnotizen waren für Trainer Abt nebensächlich in seiner Spielvorbereitung. Er hatte sich einige Gedanken im Vorfeld gemacht und seine Spieler auf die Plantreue eingeschworen. Die ging dann auch auf – weil seine Mannschaft auch die taktischen Schachzüge exzellent umsetzte. Abt ließ einmal mit dem siebten Feldspieler agieren und holte dafür den Torwart raus. Dann kehrte er wieder zur normalen Formation mit sechs Feldspielern zurück. „Die taktischen Varianten hatten Bietigheim zu schaffen gemacht. Sie mussten immer wieder überlegen: einmal Sieben gegen Sechs, dann Sechs gegen Sechs“, sagte Kapitän Maximilian Haider, der mit sieben Toren bei sieben Würfen der zweite personifizierte Erfolgsfaktor war.

Abt und Matschke - viele Parallelen

Das Auftreten der Eulen in Bietigheim, die Körpersprache, die Selbstsicherheit, die die Mannschaft die gesamte Partie über demonstrierte, erinnern an alte erfolgreiche Tage. Abt ist ebenso ein Tüftler, ein Detailfanatiker wie Eulen-Erfolgscoach Ben Matschke. Beide ähneln sich in ihrer Art, wie sie Handball spielen lassen wollen, in ihrer Ansprache, in ihrem Umgang mit den Spielern.

„Die Mannschaft hatte Vertrauen in mich. Ich hatte Vertrauen in die Mannschaft“, sagte Abt und endete mit den Worten: „Ich sehe Handball gerne auch als ein kleines Schachspiel.“ In Bietigheim gingen die Züge schließlich auf.

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