Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Ein neuer Adler ist im Anflug

Er weiß ganz offenbar, wo das gegnerische Tor steht: Taylor Leier bejubelt einen Treffer für seinen bisherigen Klub HC Oceláři T
Er weiß ganz offenbar, wo das gegnerische Tor steht: Taylor Leier bejubelt einen Treffer für seinen bisherigen Klub HC Oceláři Třinec in der tschechischen Extraliga.

Ganz offenbar hat auch das Management der Adler Mannheim die siebentägige Spielpause in der Deutschen Eishockey-Liga gut genutzt: Ein neuer Stürmer ist aus dem Ausland im Anflug. Und nach den Erfahrungen mit Craig Schira, der nach seiner Ankunft lange in Quarantäne festsaß, hofft Trainer Pavel Gross nun auf eine schnellere Eingliederung des Neuzugangs.

Dessen Name ist Taylor Leier, ein erst 26-jähriger Kanadier. Der vielseitige Angreifer kann laut Gross als Mittelstürmer und als Linksaußen eingesetzt werden. Leier kommt aus der tschechischen Extraliga von HC Ocelári Trinec, es ist sein erstes Europa-Jahr. „Läuferisch passt er gut zu uns“, ist der Adler-Trainer überzeugt. 55 NHL-Partien bestritt Leier einst für die Philadelphia Flyers.

Erst Test, dann Quarantäne, dann wieder Test

Am Mittwoch wird Leier in Mannheim eintreffen – und dann greift die übliche Prozedur. Erster PCR-Corona-Test, fünftägige Quarantäne, zweiter PCR-Corona-Test. Das heißt im besten Fall: Leier, der ja in Tschechien voll im Spielrhythmus war, könnte am kommenden Dienstag im vorgezogenen Spiel bei den Schwenninger Wild Wings erstmals im Adler-Trikot mit der Rückennummer 23 auflaufen. So ist jedenfalls der Plan. „Aber ich hatte mir das ja schon bei Craig Schira in meinen Träumen ganz anders ausgemalt“, erinnert Gross daran, dass bei dem Schweden-Import nicht alles so glatt lief, schlichtweg wegen einer Corona-Infektion.

Plachta und Akdag sind zurück

So schaut der Coach lieber in die nahe Zukunft, und die hält auf jeden Fall Erfreuliches für ihn bereit. Im Auswärtsspiel bei den Augsburger Panthern (Donnerstag, 20.30 Uhr) soll Stürmer Matthias Plachta sein Comeback feiern und Verteidiger Sinan Akdag endlich sein Saisondebüt geben. Dafür ist der Einsatz von Angreifer Felix Schütz sehr fraglich.

Zum Glück nur zwei Wochen hatte die verletzungsbedingte Auszeit von Mark Katic gedauert, mit zwei guten Spielen gegen Ingolstadt und München meldete sich der technisch und läuferisch begnadete Verteidiger zurück. Über Details ihrer Verletzungen reden Eishockey-Profis ja grundsätzlich nicht so gern, bei ihm kam die Blessur jedenfalls „aus dem Nichts: Ich wollte den Puck schießen und habe es sofort gemerkt.“

Katic sammelt kaum Strafzeiten

Absolut bemerkenswert für einen Verteidiger: In der Meistersaison 2018/19 kassierte Katic eine einzige Strafzeit – für Spielverzögerung! In der abgebrochenen Spielzeit 2019/20 waren es auch nur vier Strafminuten, heuer steht gerade mal eine Strafzeit zu Buche. Katic geht stets auf den Puck, er muss nicht mit dem Stock zwischen den Beinen des Gegenspielers herumstochern – was schnell mal zum Schiedsrichterpfiff führen kann. Und genau das will Trainer Pavel Gross sehen: Beine bewegen, mit der Kelle vom Mann wegbleiben. Katic erfüllt dieses Anforderungsprofil exakt.

„Überwiegend spielen wir gut, es gibt nicht viel Grund, sich zu beschweren“, findet der Kanadier. Dem ist angesichts der Tatsache, dass die Adler trotz dauerhaft schmalen Kaders wegen der vielen Verletzungsausfälle Tabellenführer der Südgruppe der DEL sind, kaum zu widersprechen. Natürlich, vor der 6:3-Gala im Spitzenspiel beim EHC Red Bull München tat sich das Team mit dem Toreschießen schwer. „Aber zum Glück haben wir zwei großartige Torhüter, die uns immer im Spiel halten“, lobt Mark Katic die beiden Goalies Felix Brückmann und Dennis Endras. Letzterer saß in den beiden vergangenen Partien „aus Sicherheitsgründen“ nicht auf der Bank, in Augsburg soll er laut Pavel Gross wieder dabei sein.

x