Die Wochenendkolumne RHEINPFALZ Plus Artikel Die Handball-Bundesliga wird immer besser

Markus Baur
Markus Baur

Und plötzlich war Markus Baur wieder da. Am Mittwoch präsentierte Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen den Weltmeister von 2007 als Nachfolger des entlassenen Trainer Hartmut Mayerhoffer. In Göppingen läuten die Alarmglocken. Der Klub mit so einer großen Tradition ist auf den drittletzten Platz abgerutscht, besser: abgestürzt. Hartmut Mayerhoffer ist bereits der dritte Trainer, der seinen Platz räumen musste. Zunächst trennte sich der SC DHfK Leipzig von André Haber, dann die HSG Wetzlar von Benjamin Matschke. Die Gründe sind ähnlich: Alle drei Mannschaften blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Woran liegt das? Das liegt daran, dass nach dem HSV Hamburg im vergangenen Jahr mit dem VfL Gummersbach erneut ein Klub aufstieg, der mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben scheint und sich im Mittelfeld positioniert. Diese Aufsteiger machen Druck auf die etablierten Vereine. Im Moment scheint nur der zweite Aufsteiger, der ASV Hamm-Westfalen, chancenlos. Selbst der designierte Abstiegskandidat GWD Minden hat schon den einen oder anderen Akzent gesetzt, wie mit dem Sieg gegen den Spitzenreiter Füchse Berlin. Da auch an der Spitze heftig gerungen wird, der Kieler Zweikampf mit Flensburg der Vergangenheit angehört, ist die Bundesliga diese Saison noch einen Tick aufregender.

Die Formel 1 ist für Deutschland unattraktiver

Früher war alles besser. In dem Fall stimmt der Satz. Früher war alles besser mit der Formel 1 und Deutschland. Früher hatten wir zwei Standorte, den Hockenheimring und den Nürburgring. 2019 war das letzte Rennen auf dem Hockenheimring, 2004 war die Tour an beiden Rennstrecken. Wir hatten den unglaublichen Michael Schumacher, danach Sebastian Vettel und Nico Rosberg, ebenfalls zwei Weltmeister und auf den Spuren des großen Champions Michael Schumacher. Mick Schumacher sorgte für Interesse vor allem wegen seines Namens und der Familiengeschichte, für den Sohn Michael Schumachers ging es beim Haas-Team nach der gerade abgelaufenen Saison nicht weiter, Nico Hülkenberg übernimmt sein Cockpit. Hülkenberg ist nun der einzige deutsche Fahrer in der Formel 1. Auf ihn konzentriert sich alles. Ob das reichen wird, das Interesse an der Rennserie in Deutschland am Leben zu erhalten? Großes Fragezeichen. Sebastian Vettel hat eine großartige Karriere hingelegt, was mir aber überhaupt nicht gefiel, waren seine letzten Worte. „Es gibt wichtigere Dinge, als im Kreis zu fahren“, meinte er. Warum sich so abwertend über seine Arbeit zu äußern, die sein Leben war? Der Satz von Sebastian Vettel passte so gar nicht zu seinem Lebenswerk, seinem Engagement und seiner Persönlichkeit.

Der VfB Stuttgart dreht sich im Kreis

Innerhalb von kürzester Zeit hat Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart seinen Vorstand (Thomas Hitzlsperger), seinen Trainer (Pellegrino Matarazzo) und seinen Sportdirektor (Sven Mislintat) verloren. Der Klub fängt im Grunde wieder von vorne an. Die Trennung von Sven Mislintat zu Beginn der Woche kam nicht so überraschend, das Vertrauen in den Sportchef schien nicht mehr da zu sein. Bruno Labbadia soll, könnte der neue Trainer werden. Jener Coach, der im Jahr 2013 nach einem Fehlstart entlassen wurde und bei dem der VfB die Perspektiven und Visionen für eine erfolgreiche Zukunft nicht mehr sah. Der abstiegsgefährdete VfB Stuttgart dreht sich im Kreis, so richtig geht es nicht von der Stelle. „Wir sind mit jedem Abstieg weiter abgehängt worden“, sagte zu Jahresbeginn Ex-Boss Thomas Hitzlsperger. Wie wahr. Darin liegt das Dilemma der Schwaben.

Udo Schöpfer
Udo Schöpfer
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