Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel Der SC Neustadt flirtet wieder mit der Bundesliga

Rückhalt des SCN: Torhüter Hendrik Hummel.
Rückhalt des SCN: Torhüter Hendrik Hummel.

Wasserball-Zweitligist SC Neustadt ist heiß auf die kommenden Spiele. Als Spitzenreiter, punkt- und torgleich mit dem SV Cannstatt, erwartet der SCN den Tabellennachbarn am 27. Januar zum Gipfeltreffen. Und zwei Wochen später hätte eigentlich der absolute Höhepunkt steigen sollen.

Im Achtelfinale des DSV-Pokals wurde dem SCN vor einer Woche Rekordmeister Spandau Berlin zugelost. Doch jetzt macht der Verband einen Rückzieher und lost am Samstag erneut aus. In der Mitteilung des DSV heißt es, dass nicht alle Vereine im Lostopf waren.

Schon in Runde zwei war mit Würzburg ein Bundesligist zu Gast in Neustadt. Der SCN bot seine beste Saisonleistung und gewann mit 14:11. Hier rettete Torwart Hendrik Hummel in der ausgeglichenen Partie im letzten Viertel durch starke Paraden den knappen Vorsprung.

Viele Eigengewächse

Hummel ist ein SCN-Gewächs, wie die meisten Spieler des aktuellen Teams. Er war mit Altersgenossen bei den Junioren erfolgreich, aktuell sind weitere ehemalige U18-Spieler ins Team eingebaut worden, dazu kommen sogar aktuelle Spieler aus der U18 und U16.

Die Korsettstangen des SCN sind Kapitän Matthias Held, der bereits in der Bundesligazeit des SCN im Einsatz war, und seit einem Jahr Ex-Nationalspieler Timo van der Bosch. Im zweiten Jahr ist Thorsten Preuß Trainer des Zweitligisten. Der heute 56-Jährige war zwölf Jahre für den SCN in der höchsten Spielklasse am Ball und hat als Lehrer eine große Nähe zur Jugend. Aber auch Jugendtrainer Peter Jacqué, der zunächst als Männertrainer seit 1974 bis 2002 in der Bundesliga und Zweiten Liga den SCN voranbrachte, gibt seit 2016 wieder seinen Erfahrungsschatz weiter. Und im Hintergrund hält Manager Michael Heinz die Fäden zusammen. Heinz setzte einige Jahren auf den Einsatz von Spielern aus dem Ausland, damit hielt sich der SCN auch in der höchsten Spielklasse. „Doch wir wollten zurück zur „Wasserball-Schule“ und unsere eigenen Spieler aufbauen und in die Jugend investieren“, erzählt Jacqué.

2018 freiwilliger Rückzug

So zog sich der SCN nach der Saison 2018 freiwillig aus der höchsten Spielklasse zurück. Dafür war der Nachwuchs erfolgreich mit Platz zwei und drei in den deutschen Junioren-Endrunden. Als Zweitligameister 2023 hätte der SCN zum Aufstiegsturnier melden können, doch die Spieler winkten damals ab, weil die Belastung neben Schule und Beruf zu groß gewesen wäre.

„Stand jetzt könnten sie sich aber vorstellen, in der nächsten Saison Bundesliga zu spielen, wenn es in dieser Saison so gut weiter läuft“, verrät Coach Preuß. Er sieht die Stärken des Teams in der guten Mischung, dem Zusammenhalt und sagt: „Das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile. Man kennt sich besser, weiß inzwischen die Vorlieben, wohin der Ball muss. Wir werden immer auch ein, zwei erfahrene Spieler brauchen, so wie jetzt Timo van der Bosch. Wir haben eine positive Stimmung in jedem Training.“ Doch die kurze Freude über das Losglück Spandau ist gewichen, jetzt gilt es einfach hoffen, dass die Ersatzauslosung für das Achtelfinale ein Heimspiel und eine lösbare Aufgabe beschert.

Man würde sich über ein Duell gegen Spandau einfach besonders freuen. Stolz ist die SCN-Familie über den hohen 17:4-Erfolg der Junioren in der Bundesliga gegen die Gäste aus Berlin im März 2023. Jacqué: „Es war ein Höhepunkt im Stadionbad, wir haben Spandau einfach ausgekontert.“ Doch nicht nur das Trio Preuß, Jacqué, Heinz ist für den Erfolg entscheidend. Woche für Woche unterstützen Eltern und ehemalige Spieler die Organisation im Stadionbad. Der SCN ist eine Wasserball-Familie.

x