Handball
Das Virus ist da – jetzt werden die WM-Teilnehmer alle 24 Stunden getestet
Sie befinden sich ebenso in Isolation wie ein Journalist aus Portugal sowie der dänische Nationalspieler Emil Jakobsen, dessen positive Probe am Freitag öffentlich wurde. „Mit Ausnahme der genannten bestätigten Fälle waren alle PCR-Testergebnisse negativ“, vermeldete die IHF und räumte zudem ein, dass vor dem Turnier wenige positive Fälle bei Hotelmitarbeitern aufgetreten, die betreffenden Personen aber „vor der Ankunft der Mannschaften ausgeschlossen“ worden seien. Der Weltverband reagierte auf die Infektionen und kündigte an, Spieler, Schiedsrichter und Offizielle fortan alle 24 Stunden zu testen. Das Netz soll noch engmaschiger werden.
Zumindest bei den positiven Proben der slowenischen Spieler sowie des positiv getesteten Dänen Jakobsen ist nach Angaben der nationalen Verbände aber unsicher, ob die Infektionen neu aufgetreten sind, denn die Spieler hatten sich alle um die Jahreswende infiziert und galten zwischenzeitlich als genesen. Da es immer wieder zu positiven Testergebnissen bei Personen kommt, die eine Infektion hinter sich haben, könnten die durchgeführten Nachtests ein anderes Ergebnis zeigen.
„Die Testverfahren werden weiter optimiert, um die Sicherheit aller an der Veranstaltung Beteiligten zu gewährleisten“, versichert der Weltverband. Das Konzept, durch engmaschige Testungen Infektionen schnell aufzuspüren und so ein Übergreifen zu verhindern, geht aus IHF-Sicht auf.
Kapverdische Inseln dabei
Überraschend war trotzdem die Entscheidung der Organisatoren, die Kapverdischen Inseln gestern Abend (die Partie endete nach Redaktionsschluss) zu ihrem Match gegen Ungarn antreten zu lassen. Schließlich hatte er WM-Neuling schon vor dem Turnier einen Corona-Ausbruch zu beklagen. Sechs Spieler und der Trainer hatten die Reise an den Nil deshalb gar nicht erst angetreten, nun kamen vier weitere Ausfälle hinzu. Eine IHF-Sprecherin erklärte, die Partie könne stattfinden, da die weiteren Spieler der Kapverdischen Inseln am Freitag negativ getestet worden seien.
Die Weltmeisterschaft unter Corona-Bedingungen steht vor entscheidenden Tagen. Bislang sind positive Fälle vor oder beim Eintritt in die WM-Blase aufgetreten. Sollten es in den nächsten Tagen vermehrt Infektionen in der „Bubble“ geben, wird der Druck auf den Veranstalter steigen. Das Bemühen aller Mitarbeiter in den Hotels und den Arenen ist beispielhaft, dennoch ist der Erfolg der Veranstaltung davon abhängig, ob es dazu führt, das Virus fernzuhalten.