Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Das kleine Schweizer Märchen

Erzielte sieben Treffer und führte nebenbei glänzend Regie: Andy Schmid.
Erzielte sieben Treffer und führte nebenbei glänzend Regie: Andy Schmid.

Die Corona-Pandemie sorgt in der Welt des Sports immer wieder für negative Schlagzeilen, manchmal fördert sie aber auch kleine Märchen zu Tage. Die Handballer der Schweiz empfanden das am Donnerstag so, denn sie besiegten Österreich bei der Weltmeisterschaft in Ägypten 28:25 (13:13).

„Das ist wunderbar, ich kann das gar nicht fassen“, sagte Andy Schmid. Der Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen war mit seinen Teamkollegen erst ein paar Stunden vor dem Match in Ägypten gelandet. Die Schweiz rückte kurzfristig nach, weil es bei den USA viele Corona-Fälle gegeben hatte und sie deshalb von der WM ausgeschlossen wurden. Die Schweizer haben hingegen mit großer Sicherheit die Hauptrunde erreicht.

Nach ausgeglichener erster Halbzeit (13:13) zogen die Schweizer früh im zweiten Abschnitt auf vier Tore davon (19:15, 38.) und verteidigten diesen Vorsprung letztlich bis in die Schlussminute. Schmid hatte daran gehörigen Anteil, denn er erzielte sieben Treffer und führte nebenbei glänzend Regie. Nach der Premiere bei einer WM wurde der Spielmacher offiziell zum besten Spieler der Begegnung gekürt.

Landung wenige Stunden vor der Partie

Zeit hatten die Schweizer vor dem Match nicht und deshalb war es besonders großes Pech, dass die Eidgenossen zunächst in der Heimat festsaßen. Ein Schneesturm verzögerte den Start der Maschine, die die Handballer nach Kairo bringen sollte. Erst mit einiger Verspätung und wenige Stunden vor der Partie landete der Flieger. Anschließend mussten sich die Schweizer auf Corona testen lassen und wurden ins Hotel auf ihre Zimmer gebracht.

In die Halle durften Mannschaft und Trainer erst, nachdem alle PCR-Tests negativ ausgefallen waren. Viel Zeit blieb Schmid nicht, um sich gedanklich auf seine WM-Premiere einzustimmen. Zu hektisch war der Tag verlaufen.

Ein WM-Novum

Der Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen erlebte mit seinen Kollegen ein WM-Novum, nie zuvor musste ein Team so kurzfristig bei einem Turnier antreten. Dienstagabend kam die Nachricht, nach Kairo nachreisen zu sollen, keine 48 Stunden später standen die Schweizer auf dem Feld.

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