Eishockey
Adler Mannheim siegen gegen Kölner Haie: Alles, was das Fanherz begehrt
Als Maximilian Eisenmenger den letzten Schuss der Haie mit der Schlusssirene abblockte, gab es auf den Tribünen kein Halten mehr. So wie nach dem 1:0 (0:0; 1:0; 0:0) der Adler gegen Köln wurde in der Mannheimer Arena schon lange nicht mehr gefeiert. Das Publikum würdigte eine Leistung ihrer Mannschaft, die mit hohem Einsatz und viel Leidenschaft das Fehlen von sechs Stammstürmern ausglich. Wie sehr die Adler momentan den Gedanken des „Team first“ leben zeigte auch Coach Dallas Eakins, der selbst in der engen Schlussphase mit dem vollen Aufgebot agierte, den jungen Spielern die volle Eiszeit gab.
Einer, der davon profitiert, ist Yannick Proske. „Er hat großes Potenzial und hat seinen Platz im Line-Up absolut verdient“, sagt Eakins. Der Gelobte hörte das Kompliment seines Trainers gerne: „Ich weiß bei ihm genau, was er von mir verlangt und was ich tun muss.“ Proske, der während der Saison aus Iserlohn in die Quadratestadt wechselte, spricht mit Glanz in den Augen über seine bisherige Zeit bei den Mannheimer: „Ich bin stolz, für die Adler spielen zu dürfen, es war immer ein Traum von mir das Trikot zu tragen. Mir hätte nichts Besseres als dieser Wechsel passieren können.“
Viele Spiele in den vergangenen Tagen
Das letzte Spiel des Jahres hatte stimmungsvoll begonnen. Zum 85-jährigen Bestehen des MERC hatten die Adler-Fans die größte Choreographie in der Geschichte der SAP-Arena auf die Beine gestellt. Dieses Niveau konnte das Spiel allerdings nicht bieten. Beide Teams verlegten sich nach den vielen Spielen der vergangenen Tage vor allem darauf, gut und strukturiert zu verteidigen. Jan Luca Sennhenn hatte für die Haie zweifach die Möglichkeit zur Führung, blieb aber beide Male an Adler-Goalie Arno Tiefensee hängen (7./7.). Auf der Gegenseite scheiterten Stefan Loibl und Tom Kühnhackl beim gemeinsamen Nachstochern an Tobias Ancicka (10.).
Loibl war es auch, der zum Auftakt des Mittelabschnitts die nächste Großchance vergab. Frei vor dem Tor schlug er über die Scheibe (23.). Danach spielte aber vor allem Köln, die Haie hielten die Adler oft in der eigenen Defensivzone, ohne jedoch zwingend gefährlich zu sein. Das erste Mal schwamm die Verteidigung der Adler in der 31. Minute, als in kurzer Zeit Andrej Sustr, Drew MacIntyre und Frederik Storm zum Abschluss kamen. Tiefensee hielt den Kasten sauber und die zu diesem Zeitpunkt überraschende Adler-Führung gelang Max Gildon. Sein Schlagschuss zappelte zum 1:0 im Netz (36.). Eine Scheibe, die sicher nicht unhaltbar war.
Goalie kommt auf 26 Paraden
Die letzten 20 Minuten brachten alles mit, was Eishockeyfans an ihrem Sport so begeistert. Drama, Spannung, Kampf um jeden Zentimeter auf dem Eis. Zum besten Mann auf dem Eis wurde Tiefensee, der in etlichen Situationen glänzend reagierte, etwa gegen Gregor MacLeod, der am langen Pfosten vollkommen frei stand (49.) und im Verbund mit Verteidiger Korbinian Holzer gegen Maxi Kammerer (54.).
In der Schlussphase nahm Köln den Torhüter vom Eis, aber auch das half nicht, Tiefensee zu überwinden. Der Goalie kam auf 26 Paraden und lobte nach dem Spiel vor allem seine Kollegen: „Wir haben das als Team gewonnen und am Ende jede Menge Schüsse geblockt. Das ist es was du brauchst, wenn du in der DEL Spiele gewinnen willst.“