Kommentar
Termindruck
Platzkommissionen haben im Fußball die Aufgabe, einen oder zwei Tage vor einem Spiel zu entscheiden, ob der Rasen wahrscheinlich bespielbar sein wird oder nicht, um so der Gastmannschaft eine unnötige weite Fahrt zu ersparen. Nun, im Fall der für Samstag angesetzten Regionalligapartie FK Pirmasens gegen FC Bayern Alzenau kam die Kommission, bestehend aus Vertretern der Stadt Pirmasens als Eigentümerin des Stadions, des FKP und des Fußballverbands, am Freitagmittag zum etwas überraschenden Schluss, dass auf der Husterhöhe (412 Meter über Normalnull) am Samstag gespielt werden kann – obwohl der Rasen zu diesem Zeitpunkt bereits schneebedeckt war, obwohl die Meteorologen für die Nacht weitere Schneefälle vorhergesagt hatten.
Es kam, wie es kommen musste. Die Bayern reisten in die Pfalz, der Schiedsrichter stellte 40 Minuten vor der vereinbarten Anstoßzeit endgültig die Unbespielbarkeit des Stadionrasens fest, die Bayern fuhren wenig amüsiert wieder heim, die Pirmasenser machten auf dem Nebenplatz ein Trainingsspielchen (Foto), und nächsten Dienstag sollen sich die Parteien zum Nachholtermin auf der Husterhöhe treffen.
Warum das Ganze? Es ist ein Resultat der Fehlentscheidung, in einer wegen der Corona-Krise auf 22 Mannschaften angewachsenen Liga trotz eines verspäteten Saisonstarts 42 Spieltage anzusetzen. Der Termindruck ist nach sechs Wochen Corona-Zwangspause im November und Dezember noch größer geworden.