Hamburger SV Der Fall Leistner erhitzt die Gemüter

Toni Leistner (rechts) in der Partie gegen Dynamo Dresden, links Christoph Daferner.
Toni Leistner (rechts) in der Partie gegen Dynamo Dresden, links Christoph Daferner.

Toni Leistner entschuldigte sich noch in der Nacht für seinen im deutschen Profi-Fußball bisher einmaligen Ausraster, sein Ex-Club Dynamo stellte sich an die Seite des gebürtigen Dresdners.

Dennoch wird der Verteidiger des Hamburger SV nach seinem Angriff auf einen Fan mit einer drastischen Strafe rechnen müssen. Zudem wirken die Bilder des Vorfalls in Corona-Zeiten irritierend. Der DFB hat am Dienstag ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und den 30-Jährigen zu einer Stellungnahme aufgefordert.

Seine Sicht der Dinge hatte Leistner bereits über Instagram geteilt. „Ich bin nach dem Spiel von der Tribüne meiner Heimatstadt aus massiv beleidigt worden. Damit kann ich normalerweise umgehen. Doch dann ging es extrem und massiv unter die Gürtellinie gegen meine Familie, meine Frau und meine Tochter. In dem Moment sind mir die Sicherungen durchgebrannt“, schrieb Leistner und versprach: „So etwas darf mir dennoch niemals passieren. Ich bin Familienvater, der als Vorbild dienen möchte. Ich entschuldige mich in aller Form für mein Verhalten und kann nur versprechen, dass mir - egal, was mir an Beleidigungen an den Kopf geworfen wird - so etwas nie wieder passieren wird.“ Der HSV stellte sich vor seinen Profi.

Leistner nahm am Dienstagabend Kontakt zu dem Dresdner Fan auf. „Wir haben telefoniert und die Sache untereinander geklärt. Er hat genau wie ich seinen Fehler eingesehen“, schrieb der 30 Jahre alte gebürtige Dresdner auf Instagram. „Ich nehme seine Entschuldigung an, zwischen uns ist die Sache damit aus der Welt.“

In Videos ist zu sehen, wie Leistner nach dem 1:4 im DFB-Pokal von einem Dynamo-Anhänger mit Gesten verunglimpft wird. Sky-Reporter Jurek Rohrberg berichtete zudem, Leistner sei „aufs Übelste beleidigt“ worden. Daraufhin war der Verteidiger auf die Tribüne geklettert und hatte den Fan geschubst.

Dynamo hat bereits Kontakt zu dem Zuschauer hergestellt. Ihm droht nach eigenen Angaben der Ausschluss aus dem Verein. Es sei „einfach nur beschämend“, dass HSV-Profi Leistner „derart von einem Fan seines Heimatvereins nach dem Spiel beleidigt wurde“, twitterte der Club.