Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker SV 64-Herren kassieren gegen „Südpfalz-Tiger“ zweite Niederlage in Folge

Rückraumspieler Fabian Naumann (Mitte) brachte die Abwehr der „Südpfalz-Tiger“ (hier von links Joshua Albert und Philipp Latzko)
Rückraumspieler Fabian Naumann (Mitte) brachte die Abwehr der »Südpfalz-Tiger« (hier von links Joshua Albert und Philipp Latzko) mit seinen Eins-gegen-eins-Durchbrüchen noch am meisten in Verlegenheit.

Der ersten Saisonniederlage folgt prompt die erste Heimniederlage. Oberligist SV 64 Zweibrücken wird mit seinen eigenen Waffen geschlagen. Die „Südpfalz-Tiger“ gehen zum zweiten Mal binnen zwei Wochen in der Westpfalzhalle erfolgreich auf Punktejagd. Die ersatzgeschwächten Zweibrücker Löwen bringen dagegen ihre wichtigsten Tugenden nicht mit auf den Platz.

Der Funke sprang nicht über. Die lautesten Fans des SV 64 Zweibrücken mühten sich zwar hörbar. Aber das Gros der Zuschauer spürte schnell, dass am Samstag keine Zweibrücker Mannschaft auf dem Platz stand, die die bekannten SV-Tugenden mitbrachte: Kampfgeist sowie den bedingungslosen Willen, auch an einem schlechten Tag die Partie irgendwie für sich zu entscheiden. Das SV-Team verdiente sich deshalb auch nicht das Glück des Tüchtigen. Bis ans persönliche Limit gingen nicht alle Zweibrücker Spieler. Was den SV 64 schon oft ausgezeichnet hatte, brachte die SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam mit. Folgerichtig kassierten die Zweibrücker eine 28:30 (17:16)-Niederlage.

„Man hat heute gesehen, dass wir mit Niklas Bayer und Philipp Kockler eine Oberliga-Spitzenmannschaft sind, ohne die beiden sind wir das nicht“, bilanzierte SV-Trainer Stefan Bullacher. Der Sieg der „Südpfalz-Tiger“ genannten Gäste „ist absolut verdient“, ergänzte er. Zum zweiten Mal binnen zwei Wochen verließen SG-Trainer Christian Job und sein Team die Westpfalzhalle als Sieger. „Wahnsinn“, freute er sich. Der SV 64 sei für die SG der erste Brocken von den Top-vier-Mannschaften der Liga gewesen. „Für uns war es interessant mal zu sehen, wo wir stehen“, analysierte Job. Antwort: Der Aufsteiger hat sich selbst in die Top vier gespielt. Dass die Gastgeber verletzungsbedingt auf sehr wichtige Spieler verzichten mussten, müsse man fairerweise sehen, sagte Job, schob allerdings ein „Aber“ hinter: „Trotzdem muss man hier erst einmal gewinnen.“

Zu viele Lücken in der Zweibrücker Abwehr

Damit traf er genau den Punkt, der viele Zweibrücker Fans enttäuscht die Halle verlassen ließ: Wer erwartet hatte, dass die Spieler, die es nach den Ausfällen richten sollten, es gemeinsam auch richten würden, wurde eines Besseren belehrt. „Kämpferisch, spielerisch, was die mannschaftliche Geschlossenheit anbelangt, war die SG heute besser als wir“, sagte Bullacher. Auch Job sah das so. Für ihn wieder mal ein Gewinner: die extrem offensive Abwehr. Dass die auch den SV 64, der selbst offensiv deckt, vor enorme Probleme stellte, sei eine wichtige Erkenntnis gewesen, so Job.

Ausgerechnet die Abwehr, wo kämpferisch mit dem berühmten Schritt mehr auch mal ein Spiel zu gewinnen ist, wenn spielerische Elemente im Angriff fehlen, war am Samstag die Achillesferse der Zweibrücker. Die erfahrenen Abwehrrecken Tom Grieser und Benny Zellmer mühten sich. Das Gros ihrer Nebenleute ließ aber so viele Lücken, dass sie nicht mehr zu stopfen waren. Torwart Patryk Foluszny, der den glücklosen Damian Zayac ablöste, verhinderte noch, dass der SV 64 früher auf die Verliererstraße geriet.

Nur trügerische Hoffnung in zwei Spielphasen

Zweimal schöpften die SV-Fans Hoffnung, dass ihr Team zu Hause ungeschlagen bleiben würde. Nach einer Viertelstunde, als Adam Soos mit seinem Tor die 10:7-Führung herauswarf, und in der 38. Minute, als Zellmer zum 21:18 traf. Beide Male schafften es die Zweibrücker aber nicht diesen Drei-Tore-Vorsprung zu halten: Ballverluste, schwache Würfe, vergebene Strafwürfe.

In der 51. Minute führten die Gäste mit 26:25. Der beste im SV-Trikot, Fabian Naumann, der mit seinen Eins-gegen-eins-Durchbrüchen zeigte, wie die offensive SG-Abwehr zu knacken war, traf noch zum 26:26. „Natürlich freue ich mich, dass ich ordentlich gespielt habe“, sagte Naumann, der alles gegeben und gekämpft hatte, bis an sein Limit gegangen war. „Aber es tut schon deutlich mehr weh, dass wir verloren haben“, bekannte der 22-Jährige, der im SV-Rückraum für Gefahr sorgte. Schon in Budenheim war der Ottweilerer, der seit der Jugend beim SV 64 spielt, ein positiver Faktor gewesen. Davon gab es am Samstag aber einfach zu wenige.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Zajac, Foluszny (ab 19.) - Eberhard (3/1), Soos (3/1), Naumann (7) - Hammann (4), Zellmer (4) - Grieser (5) – Finck (1), Schimmel (1), Meister, Kroner

SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam: Geiger, Timo Bauchhenß (19. - 42.) - Latzko, Schäfer (6), Albert (4) - Horn (3), Gerbershagen (6/4) - Graap (4) – Hauck, Sefrin (1), Gensheimer (1), Florian Bauchhenß (5)

Spielfilm: 5:5 (8.), 10:7 (16.), 10:10 (19.), 17:16 (Halbzeit), 21:18 (38.), 25:23 (47.), 26:26 (51.), 26:28 (54.), 28:30 (Ende) - Zeitstrafen: 3:5 - Siebenmeter: 4/2 - 4:4 - Beste Spieler: Naumann, Foluszny - Schäfer, Florian Bauchhenß - Zuschauer: 350 - Schiedsrichter: Müller/Albes (Nierstein/Nierstein).

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