Handball
Zweibrücker Spieler Gil Kunkel gibt Debüt in der Jugend-Nationalmannschaft
„Ich hab’ mich riesig gefreut, als die Einladung kam“, sagt der 15-Jährige, der die neunte Klasse des Rotenbühl-Gymnasiums in Saarbrücken besucht. An der Eliteschule des Sports ist er im Handballzweig. Sich für diese Aufgaben zu empfehlen, war nicht so einfach; die B-Jugend-Runde fiel aus. „Wir wollten uns ja für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft qualifizieren“, erinnert der 1,80 Meter große, 77 Kilogramm schwere Linkshänder an die ursprüngliche Zielsetzung. Die Einladung zu den Ruhr-Games war für ihn mehr als ein Trostpflaster. Die verdiente er sich durch seine kontinuierliche Weiterentwicklung und durch seine Leistungen bei der DHB-Sichtung im März in Warendorf.
Familienhund Mailo als Laufpartner
Bei der HSG Völklingen begann Kunkel, der im Völklinger Stadtteil Fürstenhausen wohnt, mit dem Handballspielen. 2018 wechselte er zum SV 64, ist nun im zweiten B-Jugend-Jahr. Ins Herrentraining hat er reingeschnuppert und wird daran künftig auch regelmäßig teilnehmen. Wegen der Entwicklungsperspektiven beim SV sagte der 15-Jährige auch Anfragen von Handball-Internaten ab.
Kunkel lebt den Handball. „Als wir nicht trainieren durften, habe ich individuell sehr viel gemacht“, erzählt der Sportbegeisterte. Familienhund Mailo, ein Border Collie, wird oft zum Laufpartner. Kunkel will was erreichen im Handball. Bruder Yves, der bei Bundesligist MT Melsungen spielt, auch schon für die A-Nationalmannschaft auflief, „ist ein Vorbild“, sagt Gil Kunkel.
Der große Bruder aus der Bundesliga freut sich mit
Die Brüder verstehen sich gut, tauschen sich regelmäßig aus. Auch vergangenen Freitag, als Gil gegen Polen seinen ersten Länderspieleinsatz hatte. Auf der Rechtsaußen-Position. „Da habe ich mich ganz wohl gefühlt“, sagt der Linkshänder, der beim SV 64 im rechten Rückraum spielt. Beim 27:25-Auftaktsieg gegen Polen traf er in der 56. Minute. „Ein Gegenstoßtor“, freut er sich. Und ein immens wichtiger Treffer zum vorentscheidenden 26:24. Bruder Yves, der am gleichen Tag mit Melsungen das DHB-Pokal-Finale gegen Lemgo verlor, „hat sich mit mir gefreut und mir gratuliert“, erzählt Kunkel.
Dem ersten Länderspiel waren vier intensive Trainingstage mit jeweils zwei Einheiten täglich vorausgegangen. „Hat enorm viel Spaß gemacht“, sagt Gil Kunkel. Deshalb wird er alles daransetzen, sich mit guten Leistungen weitere Nationalmannschaftseinsätze zu erarbeiten. Gegen Ungarn (32:29) rotierte er auf die Tribüne. Bei der abschließenden 24:27-Niederlage gegen körperlich klar überlegene Franzosen kehrte er ins Team zurück.