Handball
VTZ Saarpfalz fehlt auf einmal wieder der Biss
„Muss man klar so sagen“, bestätigte Trainer Philip Wiese. Was sich aus Sicht Wieses und seines Trainerkollegen Kai Schumann bereits im Heimspiel gegen Offenbach angedeutet hatte, kam in Bingen voll zum Tragen: „Wir waren nicht richtig präsent. Wir haben in der Abwehr keinen Zugriff bekommen, und das hat sich dann auch auf unser Angriffsspiel ausgewirkt“, analysierte Wiese.
Tomas Kraucevicius, der leicht angeschlagen spielte, traf in der zweiten Minute zum 1:1. Lasse Finck glich kurz darauf zum 2:2 aus. Mehemt Süngü und Sebastian Diehl brachten Bingen 4:2 (7.) nach vorne. Das war der Rückstand, den die Gäste nie mehr egalisieren konnten. Dass Kraucevicius und Finck, die zu den wichtigen Torschützen im VTZ-Dress gehören, nach ihren Treffern den Ball nicht mehr im gegnerischen Tor unterbringen sollten – HSG-Torwart Luca Korbinion präsentiert sich seit Wochen in guter Form – war ein Grund dafür.
Einfach zu viel: 28-mal den Ball hergegeben in Hälfte eins
„Wir haben allein in der ersten Halbzeit 28 Bälle weggeworfen. Entweder durch technische Fehler oder verworfen“, monierte Wiese. Die Angriffsschwäche und die fehlende letzte Konsequenz in vielen VTZ-Abwehraktionen nutzte Bingen, um sich Mitte der Halbzeit abzusetzen. Auf sieben Tore wuchs der Zweibrücker Rückstand beim 6:13 (25.) an. Zwei Treffer von Thomas Jung, ein Tor von Abdu Belhadi: Die kurze Hoffnung, dass die VTZ doch noch in das Spiel finden würde, währte nicht lange. Bingen nahm eine Auszeit, und mit zwei seiner sieben Treffer dokumentierte Bingens Johannes Sturm, dass die Gastgeber nichts mehr anbrennen lassen. 15:9 lautete der Pausenstand.
„Das hat sich im Prinzip in der zweiten Halbzeit so fortgesetzt“, sagte Wiese. Acht Minuten vor dem Abpfiff traf erneut Sturm zum 25:14. Der VTZ-Rückstand war auf elf Treffer angewachsen. Die letzten acht Minuten gestaltete die VTZ gegen nicht mehr ganz so konzentriert spielende Bingener offen. Unter anderem nutzten Robin von Lauppert und Moritz Baumgart in den Schlussminuten die sich ihnen bietenden Chancen. Das Spiel, die Entwicklung der beiden vergangenen Wochen „werden wir sicher noch mal genau analysieren“, sagt Wiese. Es brauche eine Leistungssteigerung, und es müsse wieder der Biss gefunden werden, mit dem sich die VTZ nach Weihnachten 11:1 Punkte in Serie gesichert hatte.
So spielten sie
VTZ Saarpfalz: Dentzer - Kraucevicius (1), Finck (1), von Lauppert (6/2) - Stauch (1), Rolshausen - Rifel – Belhadi (2), Jung (4/1), Michel, Flockerzi (2) Baumgart (2)
Spielfilm: 7:5 (16.), 10:5 (19.), 13:6 (25.), 15:9 (Halbzeit), 20:12 (45.), 25:15 (53.), 29:19 (Ende) - Zeitstrafen: 2:4 - Siebenmeter: 2/2 - 3/3 - Zuschauer: 60 - Schiedsrichter: Mayer/Schek (Pfälzer HV).