Fussballspiel der Woche RHEINPFALZ Plus Artikel Spitzenspiel mit Talkshow-Charakter in Althornbach

Schiedsrichter Kai-Uwe Kinne aus dem saarländischen Ottweiler hilft wegen des Schiedsrichtermangels gerne mal in der Westpfalz a
Schiedsrichter Kai-Uwe Kinne aus dem saarländischen Ottweiler hilft wegen des Schiedsrichtermangels gerne mal in der Westpfalz aus. Im B-Klassen-Spitzenspiel hatte er viel Redebedarf und musste oft in die Brust- oder Hosentasche greifen: Er zeigte acht Gelbe und zwei Rote Karten.

Mit 4:2 (1:1) siegte der TV Althornbach in der B-Klasse West (Gruppe A) im Spiel gegen den TSC Zweibrücken II. In einem Spitzenspiel, das allerhand zu bieten hatte: zwei Platzverweise samt kreativer Beleidigung, ein Austauschschiedsrichter und ein Zuschauer, der K.o. ging, und einen Lucky Punch in buchstäblich letzter Sekunde durch den Klassenprimus.

„Du Hund, hat er gesagt, dreimal“, erklärte der sichtlich genervte TSC-Akteur Marc Heidenreich beim Gang in die Kabine den Anhängern. Er erklärte eine Szene kurz vor dem Halbzeitpfiff, als Can Arslan sich verbal mit den Althornbacher Spielern auseinandersetzte. Kai-Uwe Kinne, der zeigefreudige Schiedsrichter aus dem Saarland, der durch seine Einsätze in der Pfalz dem Schiedsrichtermangel entgegentreten will, verwies den TSC-Innenverteidiger daraufhin des Feldes.

Der Türöffner für den Sieg im Kerwespiel? Weit gefehlt, denn die Althornbacher, die in der ersten Hälfte überlegen waren, dem TSC aber die besseren Chancen überlassen mussten, kamen mächtig in die Bredouille. Zwar brachte der umtriebige Tobias Früauf auf der linken Seite mit dem flinken Benjamin Veith die Zweibrücker regelmäßig ins Schwimmen. Doch Früauf war erst nach dem Wechsel auf den rechten Flügel erfolgreich und traf alleinstehend vor TSC-Torhüter Oktay Haliloglou zur Führung (25.).

Zuschauer leben gefährlich

Die TVA-Innenverteidigung stand Pate, als TSC-Kapitän Luca Antinoro zum Ausgleich einköpfte (43.). Kurz vor dem Platzverweis wurde ein im Zweikampf ins Seitenaus geklärter Ball zum Geschoss für Reiner Lahm: Das Spielgerät prallte aus kürzester Distanz mitten in sein Gesicht. Neben dem Auflegen eines Eisbeutels wurde auch das verlorene Brillenglas Lahms eingesammelt und eilig wieder ins Brillengestell eingesetzt. „Ich war schon ein bisschen benommen. Der Spieler kann da aber nichts dafür“, meinte Lahm. Die kleine offene Wunde wurde mit zwei Pflastern versorgt.

Mächtig Fahrt nahm die Partie erst nach der Pause auf. „Wir haben uns selbst viel Druck gemacht. Der TSC war in den Zweikämpfen sehr gut“, sagte TVA-Flügelspieler Früauf, der mit ansehen musste, wie der TSC in Unterzahl zum 2:1 traf und danach dem Spiel den Stempel aufdrückte.

Ruppig wurde die Partie nun und hatte teils Talkshow-Charakter, dem sich sowohl die Akteure als auch der Referee anschlossen und Spielszenen eifrig kommentierten. Nach einem Abstaubertor von TVA-Stürmer Marius Müller (66.) drückte Althornbach aufs Gaspedal. Chancen gab’s aber hüben wie drüben, samt Pfostenschuss von Elias Kaiser nach einem TSC-Freistoß (85.). „Wir waren ab dem 2:1 unter Druck. Am Ende sind uns die Kräfte ausgegangen. Wir haben aber deutlich besser gespielt als im Hinspiel“, fand TSC-Kapitän Luca Antinoro.

TVA auch an der Kerwe top

Der Druck der Althornbacher, die bisher alle fünf Spiele gewinnen konnten, zahlte sich spät doch noch aus. Ein weiter Einwurf Marc Benders kurz vors Tor landete bei Christoph Wolf, der schon in der Nachspielzeit von der Strafraumgrenze traf. Und nach einem verschossenen Handelfmeter von Wolf köpfte TVA-Kapitän Sebastian Legrum danach den Ball sogar noch zum 4:2 über die Linie. Jan Brennemann sah wegen einer weiteren verbalen Attacke nach dem Strafstoß auch noch Rot. „Ohne den Platzverweis hätten wir hier einen Punkt geholt“, war sich Antinoro vom TSC sicher.

So spielten sie

TV Althornbach: Schwierzy (46. Frary) - Ziemerle, Dernbach, Wolf, Bender - Früauf, Schneider, Sven Müller, Veith (75. Hüther) - Legrum - Marius Müller

TSC Zweibrücken II: Haliloglou - Heidenreich, Arslan, Kuntz, Brennemann - Kaiser, Dick, Antinoro - Eichwald (90. Bargui), Morsch - Alsac (81. Sefrin)

Tore: 1:0 Früauf (25.), 1:1 Antinoro (43.), 1:2 Kuntz (47.), 2:2 Marius Müller (66.), 3:2 Wolf (90.+3), 4:2 Legrum (90.+5) - Gelbe Karten: Marius Müller, Legrum - Alsac, Kaiser, Dick, Eichwald, Hofer, El Khadem-Neuhäußer (Trainer) - Rote Karten: Arslan (45., Unsportlichkeit), Brennemann (90.+5, Unsportlichkeit) - Beste Spieler: Früauf, Veith, Bender - Alsac, Antinoro, Eichwald - Zuschauer: 80 - Schiedsrichter: Kinne (Ottweiler).

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