Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Kreisschiedsrichter-Lehrwart Geisler gibt Hilfestellung mit Maß und Ziel

Kreisschiedsrichter-Lehrwart Sascha Geisler (links) bespricht mit Jung-Schiedsrichter Timo Kustes, was er während der A-Klassen-
Kreisschiedsrichter-Lehrwart Sascha Geisler (links) bespricht mit Jung-Schiedsrichter Timo Kustes, was er während der A-Klassen-Begegnung TuS Maßweiler gegen SC Stambach Anfang November beobachtet hat.

Die Fifa-Weltmeisterschaft in Katar stellt abseits der allseits bekannten und viel diskutierten Reizthemen mit der Bruttospielzeit ganz neue Maßstäbe auf. Mit Verwunderung sieht das auch Kreisschiedsrichter-Lehrwart Sascha Geisler. Gerade hat der 42-Jährige deutlich mehr Zeit als sonst, um den hiesigen Referees auf die Finger zu schauen.

„So eine extreme Ausdehnung der Nachspielzeit, das überrascht mich schon. Das wurde uns vom Verband so noch nicht kommuniziert, möglicherweise kommt das für die neue Saison“, schildert Kreisschiedsrichter-Lehrwart Sascha Geisler von der Schiedsrichtervereinigung Pirmasens/Zweibrücken seinen jüngsten Eindruck von den ersten Spielen der Weltmeisterschaft und den Kenntnisstand über die Reglung.

Er schaut sich im Privaten schon einige WM-Spiele an. „Nicht jedes Spiel läuft daheim, oft auch nur die Zusammenfassung. Und ich werde mir keinen Urlaub für bestimmte Spiele nehmen.“ Für sein eigenes Schiedsrichter-Auftreten könne er ohnehin nicht viel mitnehmen von den Profis. „Die Regeln sind ja bekannt. Die hat man drauf, du betrachtest es eher aus zwei Blickwinkeln. Einmal als ehemaliger Spieler, das zweite Auge schaut aus Schiri-Sicht, wie das Stellungsspiel oder Kommunikation unter den Schiris abläuft“, erläutert der Zweibrücker. Das seien Situationen, auf die der normale Fan weniger achte.

Konflikt-Management ist wichtig

Wie das Leistungsniveau der Schiedsrichter im Kreis Pirmasens/Zweibrücken zu bewerten ist, das fällt in sein Aufgabengebiet als Lehrwart. Momentan hat Geisler dafür unfreiwillig mehr Zeit als üblich . „Ja, das stimmt“, bestätigt er lachend. „Ich habe mir Mitte Oktober in einer Partie einen Muskelbündelriss zugezogen und musste erstmals überhaupt eine Spielleitung wegen einer Verletzung abbrechen“, berichtet er. Jetzt stehe er solange, bis es wieder geht, an den Wochenenden vermehrt am Spielfeldrand, beobachte und bewerte die Kollegen. Sein Augenmerk bei der Unterstützung liegt dabei einerseits auf jungen Schiedsrichtern, die ihre ersten Spiele bei den Herren leiten. Andererseits werden auch die erfahreneren Referees begleitet, wenn sie vielleicht auf dem Weg sind, im nächsten Jahr eine Spielklasse aufzusteigen.

„Die Regeln haben alle drauf. Es werden mehr das Stellungsspiel und einzelne Spielszenen aus schiedsrichtertaktischer Sicht ausgewertet. Die Kommunikation und das Konflikt-Management sind ganz wichtige Beobachtungskriterien, die bewertet werden“, erklärt Geisler. „Dazu gibt Hilfestellungen von uns aus dem Schiedsrichterausschuss, damit ein junger Schiedsrichter bei der Spielleitung sicherer in seiner Kommunikation und in der Bewertung kniffliger Situationen wird.“

Nicht anonym, sondern beruhigen vor dem Spiel

Der 42-Jährige versteckt sich dabei nicht anonym unter den Zuschauern, sondern geht vor dem Spiel zuerst zum Schiri-Kollegen in die Kabine. Aus seiner Erfahrung eine gute Möglichkeit, um zu beruhigen, denn für den sei es eine Ausnahmesituation. „Er hat ja nicht nur die Zuschauer und beide Teams im Kopf. Sein vorherrschender Gedanke ist: Heute werde ich von jemandem aus dem Schiedsrichterausschuss auf meine Fähigkeit hin beobachtet und bewertet. Hoffentlich mache ich alles richtig, denn das entscheidet darüber, wo mein zukünftiger Weg hingeht“, schildert Geisler mögliche Gedankengänge. „Ich sage ihm dann, dass er sich wegen mir keinen Kopf machen und nicht übernervös ins Spiel gehen soll.“

Mit den handschriftlichen Notizen Geislers findet die Nachbesprechung dann gleich im Anschluss an die Partie statt. Die Kritik verläuft mit Maß und Ziel. „Ihm kleinklein möglichst viel aufzuzählen, bringt weniger. Lieber gezielt aufzeigen, wo er sich noch verbessern kann, nur das bringt den Schiri weiter“, weiß Geisler.

Info

Bis zur Bezirksliga gilt die im Text beschriebene Art der persönlichen Bewertung und weiterführenden Empfehlung. Ab der Landesliga übernehmen dann kreisfremde Schiedsrichterbeobachter diese Aufgabe. Sie werden vom Verband in Edenkoben eingeteilt. Die Beurteilung basiert auf einem Notensystem.

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Landesliga West: SG Rieschweiler - SC Weselberg, TuS Hackenheim - VB Zweibrücken, SC Idar-Oberstein II - TSC Zweibrücken (alle Sonntag, 14.30 Uhr)

B-Klasse PS/ZW West: FC Kleinsteinhausen - SG Rimschweiler/VB Zweibrücken II, SV Bottenbach - FC Höheischweiler, TV Althornbach - SV Gersbach, SV Hermersberg II - SSV Höheinöd, SG Thaleischweiler-Fröschen - SG Weselberg/Linden II, TSC Zweibrücken II - SV Palatia Contwig II (alle So, 14.30)C-Klasse PS/ZW West: SG Thaleischweiler-Fröschen II - SV RW Höhmühlbach, SV Battweiler II - TuS Wattweiler, SG Knopp/Wiesbach II - SV Ixheim II, FC Höheischweiler II - TuS Maßweiler II (alle So, 12.30), SV Großsteinhausen II - FC Hengsberg, FC Höhfröschen - SVN Zweibrücken II, TSG Mittelbach-Hengstbach - SV Hornbach (alle So, 14.30), SG Pirmasens - SG Wallhalben/Mittelbrunn (So, 15).

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