Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Heraldo Jorrins wundersamer Weg in die C-Klasse

Tore sind sein Markenzeichen: Stürmer Heraldo Jorrin vom FC Erlenbach (rechts) in der Partie gegen den VfL Kaiserslautern II.
Tore sind sein Markenzeichen: Stürmer Heraldo Jorrin vom FC Erlenbach (rechts) in der Partie gegen den VfL Kaiserslautern II.

Fuß ball: 22-mal knipste Heraldo Jorrin in der Saison 2019/20 für die Fußballer des FC Erlenbach in der C-Klasse Kaiserslautern/Donnersberg. Das war zu erwarten.

Heraldo Jorrin (26) wurde in Dresden geboren, sein Vater ist Kubaner. Er spielte in der Regionalliga Südwest 20-mal für den SVN Zweibrücken, FK Pirmasens und den SC Idar-Oberstein. In der Jugend war er lange Zeit für die TSG Kaiserslautern aktiv bis hin zur U19. Danach folgte ein Karriere, die ihn bis hinauf zur Regionalliga führte. Auch in der Oberliga kam er zu einer Vielzahl von Einsätzen, war auch noch für den saarländischen Traditionsclub Borussia Neunkirchen am Ball.

Zu Jahresbeginn 2016 wechselte er erstmals zum FK Pirmasens, den er nach einem halben Jahr wieder verließ und zum damaligen Verbandsligisten SV Herschberg ging. Dort war er Knipser, bestach mit seiner Schnelligkeit und war für die Gegner unheimlich schwer zu stoppen. Dem kurzen Stelldichein in Herschberg folgte ein Wechsel zum TuS Hohenecken mit anschließender Rückkehr zum FKP. In Pirmasens spielte er dann nur noch eine halbe Saison. In der Winterpause dann der überraschende Wechsel von der Verbandsliga – Jorrin spielte in der zweiten Mannschaft des FKP, hatte aber die Option, mit dem Regionalligateam des FKP zu trainieren und auch zu Einsätzen zu kommen – ging es in Richtung C-Klasse: zum FC Erlenbach.

Problem: Die Arbeitszeiten

„Ich wohne in Erlenbach und hatte beim FKP Probleme wegen meiner Arbeit. Wenn man berufstätig ist, hat man Probleme, alles unter einen Hut zu bekommen wegen der Arbeitszeiten“, beschreibt Jorrin die Gründe für seinen Wechsel. Der Halbkubaner, der nie in Erwägung zog, für die Nationalmannschaft des Heimatlandes seines Vaters zu spielen, hat seine Interessen verlagert.

Eine Ausbildung bei der Polizei startete er im April. Zeitnöte, aber auch das private Umfeld förderten den Wechsel zu den Erlenbachern. Denn verheiratet ist Jorrin mit der Tochter von Gernot Stolle, dem Betreuer des FCE-Teams, und der Geschäftsführerin des Vereins, Anke Stolle. Im Raum habe sogar gestanden, mit dem Fußball aufzuhören. „Bevor ich gar keinen Fußball mehr spiele, gehe ich lieber in die C-Klasse.“

Spieler und Trainer

In Erlenbach ist Jorrin nicht nur Stürmer. „Ich bin auch Spielertrainer, unterstütze unseren Trainer René Reischmann. Ich zeige im Training auch mal ein paar Übungen und mache die Ansprache vor dem Spiel.“ Der Unterschied zu seiner Vergangenheit liegt naturgemäß in der Spielqualität. „Das ist schon ein ganz anderer Fußball in der C-Klasse. Aber die Spieler haben viel Herzblut, leben für den Verein. Man lernt die Leute nach dem Training und den Spielen viel besser kennen“, erzählt er.

Ist Erlenbach die Endstation? „Landes- oder Bezirksliga würden mich nicht reizen. Wenn, dann würde ich gerne noch mal in der Oberliga spielen“, erklärt Jorrin. Dennoch lässt er die Vergangenheit immer mal wieder Revue passieren. „Vielleicht hat mir damals auch die Disziplin gefehlt. Nach dem Schritt von der Jugend in die Regionalliga bin ich in ein Loch gefallen“, erzählt Jorrin, der auch sagt, dass ihm der Trainingsfleiß fehlte. „Solche Gedanken waren da“, bekräftigt Jorrin, der es jedoch durchaus für möglich gehalten hätte, in der Dritten Bundesliga Fuß zu fassen. Auch fehlte Jorrin teils der Rückhalt der Trainer. „Man braucht einen Trainer, der auf einen steht. Bei dem man auch mal zwei, drei Spiele machen kann, die nicht so gut sind, der es verkraftet, wenn es mal nicht so gut läuft“, erzählt der Angreifer.

Jorrin ist zufrieden, so wie es ist. Doch ein letztes Hintertürchen will er noch nicht zuschlagen. „Es juckt manchmal schon, aber der Aufwand ist enorm hoch“, sagt er im Bezug auf den höherklassigen Fußball.

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