Zweibrücken
28 Minuten ohne Gegentor

So etwas habe er noch nicht erlebt. Weder als Spieler noch als Trainer, bekannte Danijel Grgic, Trainer des Handball-Oberligisten VT Zweibrücken-Saarpfalz nach dem 19:12 (8:9)-Erfolg seiner Mannschaft beim Aufsteiger HC Dillingen/Diefflen. Was Grgic und wohl alle Handballfans in Erstaunen versetzte, waren 28 Minuten in der zweiten Halbzeit, in denen die VTZ kein Gegentor zuließ.
„Einfach unglaublich“, stellte Grgic fest und war sehr angetan von der Bereitschaft seiner Mannschaft Abwehr zu spielen. Die hatte zudem in Alexander Dörr einen absolut sicheren Rückhalt zwischen den Pfosten. Eine ganz starke Leistung attestierte Grgic dem Keeper.
Dass die Abwehr der Schlüssel zum Erfolg sein würde, hatte der VTZ-Coach schon vor der Partie prophezeit. In Dillingen muss ohne Harz gespielt werden. Dass seine Mannschaft im Angriff damit so ihre Probleme haben würde, ahnte Grgic und er behielt Recht. „Wir haben einfach nicht getroffen. Der Ball flog nicht da hin, wohin wir ihn geworfen haben“, stellte Grgic augenzwinkernd fest.
Die VTZ begann gut. Tom Paetow, der zwei Mal traf, und Jacob Brauns warfen die Zweibrücker mit 3:0 in Führung. In der 20. Minute glichen die Gastgeber zum 7:7 aus. Zur Schwäche im Abschluss gesellte sich bei der VTZ etwas Ärger über oft nicht nachvollziehbare Schiedsrichterentscheidungen. Martin Mokris brachte die VTZ noch mal mit 8:7 in Führung, Pascal Simon glich vom Kreis zum 8:8 aus und der erfahrene Andreas Altmeyer erhöhte auf 9:8 für die Gastgeber, die in dieser Phase oft auf den siebten Feldspieler setzten. Sechs Minuten waren noch bis zum Halbzeitpfiff zu spielen. Es sollten sechs torlose Minuten werden.
„Die zweite Halbzeit war hervorragend“, freute sich der VTZ-Trainer über eine Leistungssteigerung. Jim Sander traf in den ersten beiden Minuten des zweiten Durchgangs noch für den HC, der numerisch überlegen auf dem Feld stand. Sechs Spieler der Gastgeber gegen drei VTZ“ler hieß es bei Anpfiff der zweiten Halbzeit. Kurz vor der Halbzeit hatten Dominik Rifel, Tom Paetow und Coach Grgic jeweils eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert.
Kaum war die VTZ komplett, begannen für die Dillinger Angreifer 28 fast traumatische Minuten. Egal was sie probierten, sie trafen das Tor nicht mehr. Mal war die Abwehrreihe zur Stelle, sehr oft Alex Dörr, der zum HC-Alptraum avancierte. Trotz anhaltender Probleme im Angriff mit dem harzfreien Ball, setzte sich die VTZ nun Tor um Tor ab, führte nach 50 Minuten mit 19:11. Zehn Minuten lang mühten sich dann beide Mannschaften vergeblich noch einen Treffer zu erzielen. Erst 26 Sekunden vor dem Abpfiff gelang das HC-Angreifer Marvin Klein, der zum 12:19-Endstand traf.
So spielten sie
VTZ Saarpfalz: VT Zweibrücken-Saarpfalz: Dörr, Klöckner – Kraucevicius (2), Mokris (6/2), Paetow (4) – Brauns (1), Wilga (4) – Bach (1) – Rifel (1), Zilincik, Schweitzer (1), Mayer
Spielfilm: 0:3 (7.), 7:7 (20.), 9:8 (Halbzeit), 11:9 (32.), 11:19 (50.), 12:19 (Ende) – Siebenmeter: 3/2:4/2 - Zeitstrafen: 3:5 – Zuschauer: 180 – Schiedsrichter: Lehmler/Stitz (Horchheim/Rhein-Nette).