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Zweibrücken

Katastrophentourismus: Zweibrücker Bus fährt ins Saarland

Da stehen sie und schauen sich um: Teilnehmer einer Kaffeefahrt, die mit dem Bus eines Zweibrücker Unternehmens nach Kleinblittersdorf gefahren wurden.

Da stehen sie und schauen sich um: Teilnehmer einer Kaffeefahrt, die mit dem Bus eines Zweibrücker Unternehmens nach Kleinblittersdorf gefahren wurden. ( Foto: BUB)

Großes Entsetzen in den sozialen Medien und ein bundesweites Medienecho löste am Samstag der Abstecher einer pfälzischen Reisegruppe in das von einem Unwetter schwer getroffene Kleinblittersdorf aus.

Die Gruppe mit überwiegend älteren Reisenden war mit dem Bus eines Zweibrücker Reiseunternehmens unterwegs und wollte eigentlich in die Eifel.

Wie die Saarbrücker Polizei mitteilte, erfuhr sie von diesem pfälzischen Katastrophentourismus, als sie von Kleinblittersdorfern gerufen worden war, weil es in dem Ort zu Plünderungen gekommen war. Nach Angaben der Polizei habe eine von Plünderungen betroffene Anwohnerin berichtet, dass sie am Samstag gegen 9 Uhr beobachtete, wie ein Reisebus mit Zweibrücker Kennzeichen mit etwa 30 bis 40 Senioren an Bord in den Ortskern fuhr.

Spontan ins Katastrophengebiet

Die Senioren hätten sich erkundigt, ob hier Bliesransbach sei. In der Nacht zum Freitag hatte ein schweres Unwetter in Kleinblittersdorf und Bliesransbach große Schäden angerichtet, eine Flutwelle rollte durch die südöstlich von Saarbrücken gelegenen Orte. Anstatt bei den Aufräumarbeiten zu helfen, so die Anwohnerin laut Polizei, sei die Gruppe seelenruhig durch den Ort geschlendert und habe sich zum Kaffeetrinken niedergelassen. Die Anwohnerin, die bei dem Busfahrer und der Reiseleiterin in Eigenregie nachfragte, habe in Erfahrung gebracht, dass der Bus die Reisegruppe eigentlich in die Eifel habe bringen sollen, die Reiseleitung den Bus jedoch spontan in das Katastrophengebiet steuern ließ.

 

Auf Nachfrage bei dem Zweibrücker Busunternehmen habe die Anwohnerin in Erfahrung bringen können, dass das Busunternehmen lediglich Fahrer und Fahrzeug stellt, die Reisestrecke von der Reiseleitung frei bestimmt werden kann. Wie die Polizei mitteilte, prüfe sie, ob der Busfahrer oder Begleiter zum Befahren der Ortsdurchfahrt Sperrungen weggeräumt haben und ob weitere rechtliche Schritte eingeleitet werden.

Männer stehlen Möbel

Die Polizei war in den Ort gerufen worden, weil unter anderem zum Trocknen herausgestellte Möbel von Männern in Fahrzeuge mit KL-Nummern verladen worden waren.

Das Zweibrücker Busunternehmen war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. |daa

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