Speyer
Stadtverwaltung stellt sich personell neu auf
„Es ist legitim, wenn sich Menschen weiterentwickeln und beruflich verändern wollen.“ So kommentiert OB Seiler auf Anfrage Reifs am Montag verkündeten Wechsel in den Vorstand der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Speyer (GBS) (wir berichteten). Der Raum- und Umweltplaner hatte acht Jahre lang den Fachbereich im Rathaus geleitet und tut dies noch bis Ende September. Bis dahin will Seiler die Nachfolge geregelt haben. Es gilt schließlich, wichtige Projekte wie die Bewerbung für die Landesgartenschau 2026 zu stemmen. Und es gibt weitere Stellen im Fachbereich, die derzeit bereits verwaist sind. Die Leiterin der Stadtplanung ist längerfristig erkrankt, der Stadtplaner, der unter anderem die Landesgartenschau betreute, hat die Verwaltung kürzlich verlassen.
Bei der Fachbereichsleitung werde jetzt hausintern die Stellenbeschreibung und die Ausschreibung vorbereitet, berichtet Seiler. „Wir prüfen dabei auch das Pro und Contra für einen Stadtbaudirektor.“ Seiler hatte in ihrem Wahlkampf 2018 dafür geworben, einen solchen Posten zu schaffen, der sich vor allem beamtenrechtlich von Reifs Position unterscheiden würde. In dieser Woche treffe sie sich zu einem Informationsgespräch mit Volker Fouquet, dem längst pensionierten letzten Stadtbaudirektor, den Speyer hatte.
„Große Chance“
Sie sehe in der anstehenden Neubesetzung eine „große Chance“, betont Stefanie Seiler. „Stadtentwicklung ist stets auch ein gesellschaftliches Thema und hat Schnittstellen mit allen anderen Fachbereichen.“ Aus ihrer Sicht könnte eine Neuausrichtung so aussehen, dass im Fachbereich aktiver als bisher an der Entwicklung der Stadt über das reine Bauen hinaus mitgearbeitet werde, so die OB. „Mir schwebt auch vor, dass einiges an Know-how in unser Haus zurückgeholt wird.“ Als Beispiel nennt sie, dass mehr Konzepte von eigenem Personal statt externen Büros erstellt werden.
Bei der geplanten Umgestaltung des Postplatzes solle sich ein weiterer zentraler Punkt des nach ihrem Willen „auch politisch anders strukturierten“ Umgangs mit Stadtentwicklungsthemen zeigen, betont die OB: „Bürgerinnen und Bürger sollen bei Grundsatzentscheidungen wie zur Verkehrsführung auf dem Platz mitreden dürfen.“ Auch dafür müsse die neue Chefin oder der neue Chef des Stadtbereichs stehen, in dessen Auswahlverfahren sie „Mitarbeiter der Arbeitsebene“ einbeziehen wolle.
Schwierige Suche
Für die Abteilungsleitung Stadtplanung hatte die Verwaltung zu Jahresbeginn eine Interimslösung gesucht, jedoch nicht die entsprechenden Bewerber gefunden. Laut Seiler soll jetzt abgewartet werden. „Im Fachbereich Bauwesen und Stadtentwicklung fällt es zuweilen schwer, adäquaten Ersatz für eine verwaiste Stelle zu finden“, erklärt Klaus Oechsler, Personalchef der Verwaltung. Die Nachfolge des für die Landesgartenschau zuständigen Mitarbeiters werde ausgeschrieben, berichtet Seiler. Die ausgedünnte Abteilung werde bereits von einem neuen Sachbearbeiter unterstützt.
Zeitlich knapp
Die Stellen im Baubereich sind derzeit nicht die einzigen offenen im Rathaus. Nachdem Corona-bedingt auch Einstellungsverfahren pausiert hatten, will die Verwaltung nun noch vor den Sommerferien einiges nachholen. Vakant seien unter anderem die 34 neuen Stellen im Stellenplan 2020, berichtet Personalchef Oechsler. Er weiß aber jetzt schon: Weil teilweise auch der Personalausschuss zustimmen muss und die „Neuen“ häufig Kündigungsfristen zu beachten haben, dürfte es zeitlich schwierig werden, alle für 2020 neu vorgesehenen Stellen bis zum Jahresende auch zu besetzen.
Die Bewerberlage sei derzeit je nach Job im Amt sehr unterschiedlich. Oechsler: „Manchmal gehen binnen weniger Tage 50 Bewerbungen auf eine Stelle ein.“ Eher schwierig zu besetzen seien auch Stellen im IT-Bereich, im handwerklichen Sektor und im Sachgebiet Stadtgrün. Eine aus Sicht der OB sehr wichtige Stelle, bei der es momentan um die Nachfolge eines altersbedingt ausscheidenden Mitarbeiters geht, ist die Stabsstelle Feuerwehr und Katastrophenschutz, die lange Hubert Kling innehatte.