Speyer
Impfpflicht: Kliniken erwarten keine Personalnot
„Das Land Rheinland-Pfalz hat uns über die geplante Impfpflicht und deren Umsetzung informiert“, teilt Pressesprecherin Susanne Liebold auf Anfrage für das Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus mit. Die Mitarbeiter seien entsprechend informiert und deren Impfstatus überprüft worden. Auf ungeimpfte Mitarbeiter sei das Krankenhaus zugegangen und habe das Gespräch gesucht. Ab dem 16. März gilt die einrichtungsbezogene Impfpflicht. Kritiker befürchten eine Unterversorgung sowie Personalnot an den von der Verordnung betroffenen Pflegeeinrichtungen, deshalb geht es zum Beispiel für Krankenhäuser und Seniorenheime auch um die Frage, wie sie Fachkräfte halten können.
Auch am St.-Vincentius-Krankenhaus laufen die Vorbereitungen. „Wir sind uns unserer Verantwortung für unsere Mitarbeitenden, aber auch der gegenüber unseren Patienten voll bewusst. Daher ist und war es unser großes Ziel, eine 100-prozentige Impfquote zu erreichen und niemanden zu verlieren“, sagt Dr. Cornelia Leszinski, Ärztliche Direktorin. Sie erwähnt persönliche Informationsgespräche sowie zahlreiche Impfangebote.
Meldung ans Gesundheitsamt
Mitarbeiter, die bis zum 15. März nicht nachweisen können, dass sie gegen das Sars-CoV-2-Virus ausreichend immunisiert sind oder ein Attest vorlegen, dass dies aus rein medizinischen Gründen nicht möglich ist, müssen die Kliniken an das Gesundheitsamt melden. Ebenfalls meldepflichtig ist der Verdacht, dass ein Impfnachweis gefälscht sein könnte.
Ein sofortiges Arbeitsverbot für ungeimpfte Mitarbeiter wird es jedoch wohl nicht geben. „Nach unseren Informationen werden die zuständigen Gesundheitsämter Mitarbeitende ohne gültigen Impfschutz auffordern, innerhalb einer bestimmten Frist eine Impfung nachzuweisen, sonst drohen ihnen Bußgelder“, informiert Liebold. „Zum Schluss dieses Verfahrens prüfen die Gesundheitsämter die Verhängung eines Betretungs- und Tätigkeitsverbots“, erklärt sie. Die Diakonissen könnten derzeit nicht abschätzen, wie genau die Gesundheitsämter kontrollieren und sanktionieren.
Quote über 97 Prozent
Eine große Personalnot infolge der Impfpflicht erwarten beide Speyerer Krankenhäuser nicht. Sie melden eine sehr hohe Impfquote: 97 Prozent am „Diak“, 98 Prozent unter den 800 Mitarbeitern aller Abteilungen am „Vincenz“. Und diese Quoten könnten bis zum Inkrafttreten der Pflicht oder geringfügig später noch gesteigert werden. „Einige Mitarbeiter haben schon Impftermine in Aussicht“, so Liebold. „Wir planen am 17. März eine weitere Impfaktion“, sagt Leszinski. Dort soll dann neben Boosterimpfungen mit den „alten“ Impfstoffen auch eine Erstimpfung mit dem neuen Novavax-Totimpfstoff angeboten werden, auf den angeblich viele bisherige Impfskeptiker noch gewartet hatten.