Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Fast 700 PFW-ler gehen früher nach Hause

Mit Flugblättern und Acht-Prozent-Brezeln: Gewerkschaftsmitglieder vor dem PFW-Werkstor.
Mit Flugblättern und Acht-Prozent-Brezeln: Gewerkschaftsmitglieder vor dem PFW-Werkstor.

Wenn in Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie Uneinigkeit herrscht, zeigt die IG Metall gerne bei der Speyerer Firma PFW Aerospace Stärke. Am Donnerstag haben hunderte Mitarbeiter vorzeitig ihren Arbeitsplatz verlassen.

In einer Pressemitteilung wurde von einem Warnstreik gesprochen, streng genommen habe es sich jedoch um eine „Frühschlussaktion“ gehandelt, so Birgit Mohme, Erste Bevollmächtigte der IG Metall für die Vorderpfalz. Die Gewerkschafter in Diensten des Luftfahrtzulieferers am Neuen Rheinhafen waren aufgerufen, eine Stunde vor ihrem eigentlichen Schichtende auszustechen. Beim Verlassen der Werkstore machten Aktive „Tamtam“, erinnerten mit Flugblättern an die Tarifforderung „Acht Prozent für zwölf Monate“ und bissen in die verteilten Brezeln in Form einer Acht.

90 Prozent der aufgerufenen Kollegen hätten mitgemacht, sagte Mohme, sodass morgens um 5 Uhr rund 50 Mitarbeiter, um 13 Uhr 600 und um 20.15 Uhr nochmals rund drei Dutzend erreicht worden seien. „Es ist ihnen allen wichtig, dass es eine Erhöhung der Tariftabellen gibt“, so Mohme. Die Inflationsprämie von 3000 Euro, auf die Arbeitgeber bislang im Wesentlichen setzten, reiche nicht aus. Die IG hofft nun auf bessere Angebote in der Verhandlungsrunde am 10. November. Sonst könnte der PFW-Standort auch bei möglichen weiteren Eskalationsstufen im Tarifkonflikt wie 24-Stunden- oder unbefristeten Streiks eine Rolle spielen.

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