Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Corona-Lage: „Abwarten, ob der Trend anhält“

Teilweise morgens noch unbesetzt: Plätze im Impfzentrum.
Teilweise morgens noch unbesetzt: Plätze im Impfzentrum.

Fragen & Antworten: Die Corona-Lage verändert sich täglich. Aktuell gibt es deutlich sinkende Infektionswerte, gleichzeitig aber noch Beschränkungen für Geschäfte und die Maskenpflicht. Das Impfzentrum öffnet teilweise später.

Was bedeuten die rückläufigen Infektions- und Inzidenzwerte?
Ein neuer, der 2789. Infektionsfall ist am Dienstag für die Stadt Speyer in die Statistik des Landesuntersuchungsamts aufgenommen worden. In den vergangenen sieben Tagen und umgerechnet auf 100.000 Einwohner waren das 37,6 Neuinfektionen – dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vortag nicht verändert. Eine Woche zuvor betrug er noch 108,8. „Die Lage hat sich über das verlängerte Wochenende in Bezug auf die Inzidenz erfreulicherweise sichtlich entspannt. Wir müssen nun abwarten, ob der Trend anhält“, so Lisa Eschenbach, Sprecherin der Stadtverwaltung, auf Anfrage. Klar sei damit, dass mit der entsprechenden Verzögerung ab Freitag die Öffnungsschritte für Kommunen mit Inzidenz unter 100 greifen und die Bundesnotbremse außer Kraft tritt. Bleibt sie unter 50, könnten ab Montag, 31. Mai, die Öffnungsschritte für Kommunen unter 50 folgen. Näheres unter corona.rlp.de/de/aktuelles/corona-regeln-im-ueberblick/.

Wirkt sich das auch in den Krankenhäusern aus?
In Speyers Kliniken hat sich die Corona-Lage entspannt: Im St.-Vincentius-Krankenhaus wurden am Dienstag zwei Covid-Patienten auf der Intensivstation behandelt. Beide müssten beamtet werden, so Verwaltungsdirektor Bernhard Fischer auf Anfrage. Darüber hinaus befänden sich aktuell neun Patienten wegen des Verdachts auf eine Corona-Infektion auf der Isolierstation. „Die Situation auf der Intensivstation hat sich leicht entspannt“, teilt Fischer mit. Noch im April hatte das „Vincenz“ Alarm geschlagen. Wochenlang lag die Anzahl der Covid-Patienten auf der Intensivstation im zweistelligen Bereich, das Personal arbeitete an der Belastungsgrenze.

Entspannung vermeldet auch das Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus. Laut Sprecherin Susanne Liebold wird aktuell nur ein Covid-Patient auf der Intensivstation versorgt. Er müsse aber auch beatmet werden. Auch auf der Isolierstation des Krankenhauses befinde sich zurzeit nur ein Patient. „Im Vergleich zu Anfang Mai, als die Anzahl der Corona-Patienten im Haus in der Regel noch zweistellig war, hat sich die Situation stark entspannt“, sagt Liebold.

Gravierende Erkrankungsfolgen gibt es weiterhin: Das Gesundheitsamt meldet einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit Corona, den 84. eines Speyerer Bürgers.

Warum sind beim Impfzentrum teilweise die Türen verschlossen?
Die regulären Öffnungszeiten des Impfzentrums in der Stadthalle von 8.45 bis 17.30 Uhr werden derzeit nicht immer eingehalten. „Die Öffnungszeiten richten sich nach den Terminen, die uns das Land einbucht. Da ist es durchaus denkbar, dass mal später geöffnet oder früher geschlossen wird“, so Stadt-Sprecherin Eschenbach. In dieser Woche gebe es Tage, in denen erst ab 11.45 Uhr geimpft werde. Vergeben seien 1235 Termine (Vorwoche: 1328).

Wird die Maskenpflicht noch kontrolliert?
Sie gilt unter anderem in der Fußgängerzone und auf dem Berliner Platz und wird laut Stadt weiter kontrolliert. Von 21. bis 24. Mai habe das Ordnungsamt dazu 53 Belehrungen ausgesprochen. Beim Eisverzehr im entsprechenden Bereich wird laut Stadt „leider größtenteils nicht auf die Einhaltung der Maskenpflicht geachtet“. Die noch bis 31. Mai geltende Allgemeinverfügung, die die Auflage regelt, werde „voraussichtlich nicht verlängert“.

RHEINPFALZ-Kommentar von Patrick Seiler

Flexibler öffnen

Die Corona-Lage bessert sich derzeit schneller, als gelockert wird.

Speyer ist bei einer Corona-Inzidenz unter 50, aber die Regeln in den Geschäften mit Terminshopping und die Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr gelten noch, weil der Wert bis vor wenigen Tagen über 100 lag. Schade, dass Bund und Land hier keine flexibleren Möglichkeiten bieten. Die wären auch nach 14 Tagen Pfingstferien nötig: Trotz dann hoffentlich noch tieferer Inzidenz müssen die Schüler weitere 14 Tage im Wechselunterricht verharren, weil sich die Landesregierung sehr früh gegen Regelbetrieb entschieden hat.

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