Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel Barockfest im Römermuseum

Barock im Römermuseum? Das passt.
Barock im Römermuseum? Das passt.

Ausladende Kleider, schicke Anzüge, aufwendige Perücken, farbenfrohes Make-up für Damen und Herren, üppige Speisen, grandiose Musik: Die Zeit des Barock hat für alle Sinne wahrlich viel zu bieten. Und genau in diese Epoche will das Römermuseum am Samstag, 2. Juli, entführen. Unter dem Motto „Sein & Schein“ laden die Organisatoren von 9 bis 18 Uhr zu „Ambottens Fest“ in das Edelhaus in Schwarzenacker ein.

Auf den ersten Blick scheinen Barockfest und Römermuseum nicht zusammenzupassen. Doch Kulturhistorikerin Jutta Schwan, Mitarbeiterin im Fachbereich Kulturmanagement des Saarpfalz-Kreises, klärt auf. Das Edelhaus, in dem heute das Museum untergebracht ist, befand sich einst im Besitz von Carl Christian Georg Baron von Ambotten und seiner Gemahlin Anna Magdalena Henrietta. In der Galerie im Haus sind Bilder aus Schloss Karlsberg zu sehen. Es handelt sich um eine umfangreiche Sammlung spätbarocker Gemälde, die der Maler und Architekt Johann Christian von Mannlich – er hat 2022 seinen 200. Todestag – einst zusammengetragen und später nach München gebracht hatte. Sie haben den Weg als Dauerleihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlung hierher zurückgefunden. „Dass wir hier Bezüge zum Barock zu bieten haben, ist nicht im Bewusstsein allzu vieler Menschen“, räumt Schwan ein.

Ähnlich äußert sich Philipp Scheidweiler, Geschäftsführer der Stiftung Römermuseum: „Wir wollen in diesem Jubiläumsjahr – vor 300 Jahren wurde außerdem Christian IV. Herzog von Zweibrücken-Pfalz geboren – verstärkt das Thema Barock in den Fokus rücken.“ Mit dieser Veranstaltung – einem Experiment, wie Scheidweiler betont – solle ein weiteres attraktives Angebot für die ganze Familie geschaffen werden.

Entstanden sei die Idee im vergangenen Jahr, als Sabine Emser die Leitung des Museums übernommen hat, bekennt Schwan. „Wir haben uns zuerst überlegt, wie wir die Barockgalerie bekannter machen können.“ Ein Kooperationsprojekt mit Studenten aus dem Fachbereich Mediengestaltung der Hochschule Kaiserslautern-Zweibrücken brachte einige Anregungen. Entwickelt hat sich in Absprache mit dem Saarpfalz-Kreis, der Landrat ist Vorsitzender Stiftung Römermuseum, ein ganzes Tagesprogramm, das sich sehen lassen kann.

Kammerzofe Henrietta versorgt die Besucher mit pikanten Anekdötchen

Schön wäre es, schickt Jutta Schwan voraus, wenn alle, die kommen, barocke Kleidung oder zumindest barocke Accessoires trügen: „Das gäbe doch ein hübsches Bild.“ Insbesondere dann, wenn die Besucher Monika Link folgen, die am Samstag mehrfach in die Rolle der Kammerzofe Henrietta schlüpft. Diese diente einst unter Herzog Karl II. August und weiß aufgrund ihrer Nähe zu dessen Familie allerlei Tratsch und Klatsch. Die Zofe nimmt die Besucher mit auf einen Spaziergang durch den Barockgarten. Immer wieder hält sie inne, um das eine oder andere pikante Anekdötchen loszuwerden.

Jutta Schwan wird im Mannlichsaal drei jeweils einstündige Vorträge über die Zeit des Barock halten. Auch wenn das ihr Spezialgebiet ist, stecke sie eine Menge Arbeit in die Vorbereitung. Schließlich sollen die Erkenntnisse, die sie vermitteln will, ansprechend und informativ für die Zuhörer sein. Unter anderem werde es um die großen Schlösser auf dem Karlsberg und in Zweibrücken gehen.

Tänze, Selfies und Konzert

Das Barock hatte auch seine eigenen Tänze hervorgebracht. Wer sich diese anschauen oder selbst mitmachen möchte, sollte sich um 13.45 Uhr, um 15.30 Uhr oder um 17.30 Uhr am Barockbrunnen einfinden. Eine Viertelstunde lang werden Lisa Kilthau-Merscher und die Tanzmanufaktur Schrittfolgen zeigen.

Für alle, die gern Erinnerungsfotos oder Selfies schießen möchten, haben die Organisatoren eigens „Insta-Points“ im Garten eingerichtet. Da gibt es barocke oder auch römische Motive als Hintergrund. Auch die jüngeren Besucher sollen auf ihre Kosten kommen. Sie haben die Möglichkeit, gegen eine kleine Gebühr unter Anleitung Fächer und Masken oder andere Accessoires zu basteln. In Ergänzung findet um 19.30 Uhr mit dem Ensemble „Chronatic Quartet“ statt. Die Gruppe versteht es, die Musik alter Meister mit modernen Klängen zu vereinen.

Info

Der Eintritt zum „Ambottens Fest“ kostet neun, ermäßigt sieben Euro; Karten für das Konzert sind für zwölf, ermäßigt neun Euro erhältlich bei der Tourist-Info, an der Kasse des Römermuseums oder im Internet unter www.ticket-regional.de. Weitere Informationen und Programm im Internet unter www.roemermuseum-schwarzenacker.de.

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