Land und Leute RHEINPFALZ Plus Artikel Wochenendkolumne: Von fragwürdigen Aufklebern und Rutschautos

Zorro mit der Maske fährt Fähre.
Zorro mit der Maske fährt Fähre.

Was den Rhein-Pfalz-Kreis in dieser Woche beschäftigt hat. Kurioses, Abseitiges - und nicht ganz ernst Gemeintes aus den Dörfern.

Festgeklebt

Ein Kollege ist gerade mit der Altriper Fähre gefahren. Fahrradausflug am Wochenende. Er kam mit einem Foto zurück, dass er auf der „Gerda“ geschossen hat. Es ist ein Aufkleber, der einer der Fährwände ziert. Darauf ist Zorro abgebildet. Und er ist durchgestrichen. Das Foto gab in der Redaktion Anlass zu allerhand Vermutungen und Rätselraten. Was soll der Aufkleber bloß bedeuten? Zorros an Bord nicht erlaubt? Das wäre schon irgendwie seltsam. Denn wer würde nicht gerne einen Helden, einen Rächer der Armen mit aufs Schiff nehmen und ihn bei seiner Mission unterstützen? Allerdings hat Zorro immer ziemlich arg mit einem Degen herumgefuchtelt. Das kann gefährlich werden und entspricht sicherlich nicht den aktuellen Sicherheitsvorschriften der Rheinfähre Altrip GmbH. Und schließlich könnte jeder behaupten, er sei Zorro. Es gibt ja so viele Betrüger ... Im übertragenen Sinne allerdings könnte der Aufkleber ein Verbot aussprechen, Waffen mit an Bord zu nehmen. Ha! Das klingt plausibel, das ist es, haben wir gedacht und Jürgen Jacob angerufen. Er ist Geschäftsführer der Rheinfähre Altrip GmbH und kennt den Aufkleber. Er lacht. „Der klebt da an der Wand seit Corona. Er sollte auf die Maskenpflicht aufmerksam machen.“ Weil der Aufkleber wirklich sehr gut klebt und nur schwer abgeht, hat die Fährmannschaft zwei Striche durch Zorros Gesicht gezogen, als die Maskenpflicht aufgehoben wurde. „Wir müssen da mal vorsichtig mit Lösungsmittel dran“, sagt Jürgen Jacob. Nicht, dass es der guten alten „Gerda“ noch an den Lack geht. Bis es soweit ist, wird das Fährschiff den Superhelden noch ein bisschen zwischen Mannheim und Altrip hin und her fahren. Die Sache mit der Maske bleibt in Zukunft hoffentlich Zorros Sache und wird nicht wieder zu unserer Angelegenheit.

Festgefahren

Lautes Geknatter, qualmender Auspuff. Ich sitze auf einer Parkbank und an mir zieht ein Mini-Motorrad vorbei. Darauf ein Mini-Kerl. Vielleicht sechs Jahre alt. Und das war der Moment, in dem ich es geahnt habe: Es gibt E-Bobbycars. Sie erinnern sich, dass wir vergangene Woche dazu an gleicher Stelle Überlegungen angestellt haben? Es ging um den Boom an Elektrorollern und die vielen Verwarnungen der Polizei in dieser Sache. Kaum ein Kind, so scheint es, rollert mehr aus eigenem Antrieb (Fuß). Wir fragten uns also, ob es deshalb auch E-Dreiräder gibt und E-Bobbycars. Eigentlich mehr so aus Spaß. Doch gleich am Montag erreichten die Redaktion E-Mails, die Gewissheit brachten. Eine Leserin schreibt: „Es gibt E-betriebene Bobbycars, sie nennen sich E-Quads. Wir beobachten regelmäßig zwei Grundschulkinder, die mit erstaunlich hoher Geschwindigkeit unterwegs sind. Ich frage mich, ob den Eltern klar ist, wie gefährlich das für die Kinder ist. Keiner erwartet ein so schnelles, niederes Fahrzeug ...“. Die Google-Suche ergibt, dass E-Quads für Kinder sogar noch ein bisschen mehr als Bobbycar sind. Mehr als ein kleines, rotes Rutschauto. Auch ein Kollege schreibt: „Es gibt elektrische Bobbycars, zumindest fast. Hier fährt ein etwa dreijähriges Kind in einem elektrisch angetriebenen Mercedes 500 Cabrio im Bonsai-Format herum und mit deutlich pfeifendem Elektromotor. Ich habe dieses Kind noch nie auf seinen eigenen Füßen gesehen.“ Bleibt die bange Frage: Gibt es das klassische Bobbycar überhaupt noch? Die Recherche führt zu der beruhigenden Antwort: ja. Doch auch da gibt es die nächste Generation: Das Bobbycar Deluxe mit LED-Front- Scheinwerfer, Flüsterreifen und weichem Sitz. Aber: Kein Motor. Das Kind braucht seine Beine.

Ein heldenhaft schönes Wochenende

wünscht Britta Enzenauer

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