Schwegenheim / Rhein-Pfalz-Kreis
Vertreter von Glaubensgemeinschaft spricht über „schwierige Situation“
Die kommunale Kindertagesstätte „Sonnenstrahl“ in Schwegenheim bleibt auch die ganze nächste Woche geschlossen. Grund ist, dass ein infiziertes Kind die örtliche Grundschule besucht habe. Das hätten neue Ermittlungserkenntnisse ergeben, hieß es von der Kreisverwaltung. Das Kind kommt nach RHEINPFALZ-Informationen aus einer der Schwegenheimer Großfamilien, die mit dem Virus infiziert sind und die eine Verbindung zur Glaubensgemeinschaft haben. Als „Vorsichtsmaßnahme“ wurden am Freitag alle zehn Lehrer der Grundschule sowie rund 40 Schüler auf das neuartige Virus getestet, hieß es von der Kreisverwaltung. Da Kinder, die die Kita besuchen, Geschwister hätten, die zuletzt noch in der Grundschule waren, sei ihm das Risiko zu hoch, begründete Schwegenheims Ortsbürgermeister Bodo Lutzke (FWG) die Entscheidung, die kommunale Kita noch nicht zu öffnen.
Die Grundschule war am Dienstag – wie die Grundschule und die Realschule plus in Lingenfeld sowie die Richard-von-Weizsäcker-Realschule plus in Germersheim – vorsorglich geschlossen worden, nachdem Kinder aus Familien mit Infizierten die Einrichtungen besucht hatten. Die Test-Ergebnisse der Kinder lagen damals noch nicht vor.
Lutzke wehrte sich im RHEINPFALZ-Gespräch gegen Vorwürfe von Eltern, die kritisierten, dass die Kita weiter geschlossen bleibt. Am Freitagmittag habe er über das weitere Vorgehen entscheiden müssen, damit die Kita-Mitarbeiter die Eltern informieren und diese ihren Arbeitgebern Bescheid sagen konnten. Zu diesem Zeitpunkt hätten noch nicht alle Test-Ergebnisse von Kita-Kindern vorgelegen. „Wir wollen kein Risiko eingehen“, sagte der Ortsbürgermeister. Er erzählte auch, dass die Kita-Mitarbeiter erleichtert seien, dass die Einrichtung wegen der „Querverbindung durch Geschwisterkinder zur Grundschule“ geschlossen bleibe. Mitarbeiter in einer Kita seien derzeit besonders gefährdet, da sie zu den Kindern keinen Abstand halten können, verdeutlichte Lutzke.
Derweil hat auch die Verbandsgemeinde Lingenfeld am Freitag vorsorglich die Ferienfreizeit der VG-Jugendpflege und des Fördervereins Lustadt abgesagt. Diese war vom kommenden Montag bis 16. Juli geplant. Die Sommerschule in der Verbandsgemeinde Lingenfeld sowie die terminierten Ferienfreizeiten vom 3. bis 14. August sollen vorerst stattfinden. Kurzfristige Änderungen seien aufgrund der „dynamischen Situation“ jedoch möglich, heißt es von der Verwaltung. Eltern werden gebeten, sich über die Internetseite der Verbandsgemeinde zu informieren.
19 Personen in Quarantäne
Dem Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises waren am Freitag, Stand 11 Uhr, 19 Bürger in seinem Zuständigkeitsbereich bekannt, die wegen des Corona-Ausbruchs in Schwegenheim in Quarantäne sind. Die dazugehörigen Testergebnisse seien bisher alle negativ, heißt es von der Kreisverwaltung.
Wie Pressesprecher Tilo Meinke auf RHEINPFALZ-Anfrage sagte, kämen vier Personen aus Speyer und die restlichen 15 aus dem Rhein-Pfalz-Kreis. Die aktuellen Neuinfektionen haben nach seinen Angaben keinen Bezug zur Freien Evangeliumschristen-Gemeinde. Am Freitag, Stand 12 Uhr, wurde dem Gesundheitsamt in seinem Bezirk lediglich eine Neuinfektion in Speyer bekannt. Zum Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamts gehören die Städte Speyer, Ludwigshafen und Frankenthal sowie der Rhein-Pfalz-Kreis.
Ein Vertreter aus der Gemeindeleitung der Freien Evangeliumschristen-Gemeinde sagte am Freitag auf RHEINPFALZ-Anfrage, dass die Situation für die Gläubigen schwierig sei: „Es prasseln so viele Ereignisse auf uns ein. Wir müssen schauen, wie wir mit der Gesamtsituation umgehen“, machte der Mann deutlich. Seinen Namen will er nicht in der Zeitung lesen. Er wüsste nicht, dass Infizierte der Glaubensgemeinschaft einen schweren Krankheitsverlauf oder sogar ins Krankenhaus gemusst hätten, sagte der Gemeindevertreter. Nach seinen Angaben hat sich „ein Großteil“ der Mitglieder testen lassen. Es sei wichtig, dass alle gesund werden, sagte der Mann und betonte, dass die Glaubensgemeinschaft weiterhin eng mit dem Gesundheitsamt zusammenarbeite.