Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Seniorennachmittag: Zusammenrücken statt Abstandhalten

Zusammensein in geselliger Runde: Gioconda Karrocco (Zweite von links) und Hildegard Zerf (daneben) stoßen an.
Zusammensein in geselliger Runde: Gioconda Karrocco (Zweite von links) und Hildegard Zerf (daneben) stoßen an.

Im Januar war Hildegard Zerf ziemlich lange außer Gefecht gesetzt. Umso mehr genießt es die fröhliche Frau nun, am öffentlichen Leben teilnehmen zu können. Beim Seniorennachmittag der Gemeinde Dudenhofen hielt sie die Spitzenposition.

Zielsicher steuert Hildegard Zerf auf die 97 zu. Die stattliche Zahl an Lebensjahren brachte ihr die erste Position bei den ältesten Damen in trauter Runde in der Festhalle ein. „Heute bin ich zum ersten Mal wieder richtig raus“, erzählt Zerf der RHEINPFALZ. Die Erleichterung, wieder unter Menschen zu kommen, ist ihr anzumerken.

In Mannheim geboren, kam Zerf während der Kriegswirren nach Dudenhofen. Sie ist mit ihrem Leben im Spargeldorf zufrieden. „Bei uns ist immer was los. Es wird viel geboten“, betont die Seniorin. Einen kleinen Seitenhieb auf Stubenhocker verkneift sie sich nicht: „Man muss nur hingehen.“

110 Personen eingeladen

Zum Nachmittag für die ältere Generation im Ort, den die Gemeinde seit vielen Jahren anbietet, ist sie schon häufig eingeladen worden. Eingeladen sind die ab 65-Jährigen. „Die Veranstaltung ist wieder zu einer festen Institution geworden“, freut sich Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD). Das „wieder“ bezieht er auf die Corona-Zeit, in der die Zusammenkünfte auf Eis gelegt werden mussten.

Abstandhalten ist längst passé. Zusammenrücken ist stattdessen angesagt und fast schon sinnbildlich für den gemeinsamen Nachmittag der 110 eingeladenen Frauen und Männer. Dass dieser dabei helfen kann, neue Freundschaften zu schließen, zeigt das Beispiel von Hildegard Zerf.

Im vergangenen Jahr hat sie in der Festhalle Gioconda Karrocco (76) kennengelernt. „Ich war damals das erste Mal mit meinem Freund dabei“, berichtet sie. Während Karrocco süditalienische Wurzeln und das entsprechende Temperament hat, ist ihr Lebensgefährte Werner Beck (74) „än wascheschde Duddehofener“, wie er stolz anmerkt.

Dudenhofen hat viel zu bieten

Karrocco gefällt es gut in Dudenhofen. Vorher hat sie in Römerberg gewohnt. Mittlerweile weiß sie, wo sie was findet und ist auch in den Geschäften bekannt. Beck kann ebenso wenig klagen, was die Angebotsvielfalt im Ort angeht. „Es wird viel gemacht“, versichert er. Beispielhaft für eine seiner Leidenschaften nennt er das gemeinsame Singen für Jedermann, das regelmäßig im Bürgerhaus angeboten wird. „Ich mache auch selbst Musik“, liefert Beck einen Grund für seine Leidenschaft und die Verbindung zu den Akteuren auf der Bühne beim Seniorennachmittag.

Die Musikgruppe „Batschkappe“ aus Speyer ist nämlich zu Gast. Deren Leiter Ruth und Peter Blau kennt Beck schon lange. Kaum waren die ersten Töne erklungen, stieg die Stimmung bei den Senioren. „Die Geselligkeit war schon immer ein gutes Mittel, auch im Alter jung zu bleiben“, stellte Hook fest. Neben Zerf bewiesen das Georg Otto Fischer – mit 95 Jahren ältester Mann – sowie Irene Schreiner (92) und Helmut Satzer (92) als Zweitälteste der beiden Geschlechter.

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