Frankenthaler Umland
Projekttage an Grundschulen: Raus aus der Bank zum Forschen und Entdecken
Gesunde Ernährung und Bewegung ist das Thema der Projekttage der Rheinschule inRoxheim. Die Klassen sind aufgelöst, die Kinder wandern zwischen den Angeboten der Lehrkräfte. „Eigentlich müssten wir das öfter im Schuljahr machen“, sagt Schulleiter Andreas Mock. Es sei ein ganz anders Miteinander, auch ein anderes Gemeinschaftsgefühl, wenn solche Aktionen klassenübergreifend stattfinden würden.
Die Idee zu den Projekttagen wurde im Lehrerkollegium geboren. „Weil sich Kinder heute nicht mehr so viel bewegen“, sagt Mock. Mit im Angebot sind auch für Kinder auf den ersten Blick so außergewöhnliche Angebote wie Yoga, was aber laut Mock sehr gut angenommen wird. Beim Action Painting seien sehr schöne Kunstwerke entstanden. Auch nützliche und brauchbare Alltagskompetenzen fließen mit in die Projekttage ein. So gehen Kinder einkaufen und bereiten ein gesundes Frühstück zu, auf einem Fahrradparcours ist Geschicklichkeit gefragt. Dass auch Spazierengehen im Naherholungsgebiet am Altrhein Spaß machen kann, sollen die Kinder bei einer Fotosafari um den Altrhein kennenlernen. Aber auch getanzt wird eifrig, oder in einem DFB-Schnupperkurs an der Fußballtechnik gefeilt.
Als Kooperationspartner hat die Rheinschule den Kartoffelhof Haas gewinnen können. Hier sollen die Schüler erfahren, dass die Feldfrucht vielfältig ist, mehr als Chips und Pommes daraus gezaubert werden kann. Beim Schulfest wurde dann alles den Eltern präsentiert. Jeder brachte etwas zum Essen mit – Fingerfood, erzählt der Schulleiter. Möglichst gesund natürlich.
Keine Projekttage am Schuljahresende finden in diesem Jahr in der Pestalozzischule in Bobenheim-Roxheim statt. Schulleiterin Claudia Hieronimus sagt, dass man in der Schule über das Schuljahr verteilt einige Projekte organisiert habe, beispielsweise eine Spendenaktion zugunsten des Kinderhilfswerks Unicef oder das Fußballturnier für kleine Grundschulen sowie ein Völkerballturnier. Sie selbst sei erst während des Schuljahrs ins Amt gekommen und die Vorbereitung solcher Projekttage immer mit viel Aufwand verbunden. Doch geplant wird schon an einem größeren Projekt für die Schüler, das im April 2024 stattfinden soll. Mehr verrät sie dazu erst einmal nicht.
Ebenfalls keine Projekttage finden an der Grundschule Albrecht Dürer Beindersheim statt. Laut Auskunft der Schule werden immer abwechselnd ein Schulfest und eben Projekttage angeboten. In diesem Schuljahr fand ein Schulfest statt. Ebenfalls nicht jährlich werden die Projekttage in der Grundschule Heßheim laut Schulleiterin Birgit Scott durchgeführt. „Wir sind aber schon an der Planung für die Projekttage im kommenden Schuljahr.“
Kleine Forscher
An der Grundschule Dirmstein hat es vom 10. bis 14. Juli eine ganze Projektwoche unter dem Motto „Kleine Forscher ganz groß“ gegeben, an der sämtliche 141 Schüler der Klassen eins bis vier beteiligt gewesen waren. Schulleiterin Sandra Ohler zufolge geht es darum, Themen aus dem Unterricht in Form von Versuchen und Projekten wieder aufzugreifen. „Im Schulalltag hat man nicht immer die Zeit, große Versuche aufzubauen oder ein Projekt auch mal länger stehen zu lassen“, begründet Ohler die Themenwahl der von den Lehrkräften organisierten Projektwoche. Es gehe um Themen wie optische Täuschungen, Kohlenstoffdioxid oder auch um Farben. Zum Einsatz gekommen waren dafür auch Forscherkisten, die man von der BASF erhalten habe und die auch für AG-Projekte immer wieder verwendet würden. „DIe Kinder haben ihr Basiswissen und Kompetenzen aus dem Unterricht und können das damit in der Praxis umsetzen“, sagt Ohler. Als Höhepunkt war ein Besuch im Pirmasenser Dynamikum eingeplant.
Die Projekttage der Grundschule Laumersheim/Gerolsheim liegen bereits etwas länger zurück: Diese gingen direkt im Anschluss an die Osterferien über die Bühne – und in diesem Fall auch auf die Bühne. Wie Schulleiterin Christine Pfeufer erzählt, gab es in Kooperation mit einer Laumersheimer Kita drei Tage lang Trommelprojekte mit Instrumenten wie Cajons und Boomwhackern. Der Schwerpunkt der Schulentwicklung sei vor einigen Jahren auf den musischen Bereich gelegt worden, erklärt Pfeufer die Wahl des Themas. Der ausgebildete Musikpädagoge Uwe Pfauch aus dem Kreis Karlsruhe hatte mit allen Kindern, auch den Schulanfängern aus der Kita, am Ende des Projekts eine einstündige Trommel-Aufführung auf die Beine gestellt. Grund für den frühen Termin der Projekttage sei Pfeufer zufolge die zeitliche Überschneidung mit dem Sportfest und weiteren Ausflügen zum Schuljahresende.
Alle haben gestrahlt
„Rund ums Buch“ drehte sich das Programm vom 7. bis 9. Juli an der Karl-Wendel-Schule Lambsheim. „Weil unser Qualitätsprogramm Lesen als einen Schwerpunkt ausweist und wir die Ortsbücherei im Haus haben, sind wir auf die Idee gekommen“, sagt Schulleiter Peter Bisson. Die Schule kooperiere mit der Bücherei außerdem auch für den Lesesommer. „Wir sind hochzufrieden, die Eltern haben gestrahlt, die Kinder haben gestrahlt, die Lehrer haben gestrahlt“, fasst er die drei Tage zusammen. Es sei viel gelesen worden, aber auch darüber hinaus haben sich die Lehrkräfte einiges einfallen lassen: Eine zweite Klasse hat – angelehnt an das Buch „Irma hat so große Füße“ demnach Schuhe der Eltern mitgebracht und bunt bemalt.
Eine andere Klasse habe ihr eigenes Spielbuch entwickelt, mit Entscheidungspunkten, an denen man wählen muss, wie es weitergeht. Dadurch sei ein Labyrinth auf dem Klassenzimmerboden entstanden und ein eigenes Abenteuer erschaffen worden. Ein anderer Lehrer habe mit Verwendung von Bildern der Kinderbuch-Reihe „Gregs Tagebuch“ einen Stop-Motion-Film mit den Schülern gestaltet – aus 600 Einzelbildern. Das gelang mit Hilfe von Tablets, die auch bei einem Projekt eingesetzt wurden, bei dem abfotografierte Comic-Szenen von den Kindern vertont wurden.