Bobenheim-Roxheim
Klimaschutzmanagerin: Kommune soll Vorbild für Bürger sein
Frau Klinner, Sie sind seit März die Klimaschutzmanagerin der Gemeinde. Was haben Sie bislang im Rathaus gemacht?
Meine erste Aufgabe war und ist es, für die Gemeinde eine CO2-Bilanz zu erstellen. Dazu gehört, den Energieverbrauch der kommunalen Liegenschaften zu erfassen. Da hat der Betriebshof schon gute Vorarbeit geleistet. Andernorts müssen sich Klimaschutzmanager mühsam durch die Stromabrechnungen kämpfen. Ich verschaffe mir also gerade und noch bis etwa Ende September einen Überblick, wo die Gemeinde in Sachen Klimaschutz steht. Was ich jetzt schon sagen kann: Es gibt auf Bobenheim-Roxheimer Dächern, ob kommunal oder privat, viel Potenzial für Fotovoltaik.
Was folgt als Nächstes?
Der nächste Schritt ist die sogenannte Potenzialanalyse hinsichtlich Energieeffizienz, -ausbeute und -einsparungen und das Festlegen von Zielen und konkreten Maßnahmen, um sie erreichen zu können. Das Klimaschutzkonzept muss im Sommer 2023 fertig und eine Art Fahrplan sein. Das bundesweite Ziel lautet ja: Klimaneutralität bis 2045. Das gilt also auch für Bobenheim-Roxheim. Innerhalb des Maßnahmenkatalogs soll die Kommune eine Vorbildrolle einnehmen, aber es werden auch andere Akteure beteiligt, etwa Vereine, Unternehmen und Bürger. Die privaten Haushalte auf dem Weg mitzunehmen, ist ganz wichtig. Denn wie gesagt: Wegen der vielen Einfamilienhäuser im Ort werden die Schwerpunktmaßnahmen vermutlich lauten, mehr Solaranlagen auf die Dächer und mehr Wärmepumpen statt Gasheizungen in die Keller zu bekommen. Die Möglichkeiten für Freiflächenfotovoltaik und Windkraftanlagen dagegen sind in der Bobenheim-Roxheimer Gemarkung sehr begrenzt.
Man sagt immer, der Klimaschutz müsse in einer Kommunalverwaltung eine Querschnittsaufgabe sein. Was heißt das?
Das sieht man vielleicht gut am Aufbau des Klimaschutzkonzepts. Es müssen viele Handlungsfelder berücksichtigt werden: Liegenschaften, Flächenmanagement, private Haushalte, Beschaffungswesen, Ausbau erneuerbarer Energien, Abwasser/Abfall, Anpassung an den Klimawandel, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen, IT-Infrastruktur. Mir persönlich liegt auch die Klimaschutz- und Umweltbildung am Herzen. Deshalb würde ich mich gern in den Kindergärten und Schulen einbringen und habe mich in einigen schon vorgestellt.
Termin
In Zusammenarbeit mit dem Umweltverband BUND und weiteren Stellen wird Bobenheim-Roxheim am 14. September, 18.30 Uhr, bei der „Solaroffensive“ mitmachen. Geplant ist ein Online-Infoabend mit mehreren Fachvorträgen zum Thema Sonnenenergie. Nähere Informationen dazu werden laut Stefanie Klinner noch bekannt gegeben.
Zur Person
Stefanie Klinner stammt aus Wurzen in Sachsen und ist in der Pfalz aufgewachsen. Derzeit lebt sie in Eisenberg. Sie hat an der Uni Koblenz-Landau Umweltwissenschaften studiert und 2018 die Fortbildung „Kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement“ gemacht. Bevor sie Anfang März ihre zu 75 Prozent vom Bund bezahlte Stelle in Bobenheim-Roxheim antrat, war sie in der Unteren Naturschutzbehörde beim Rhein-Pfalz-Kreis beschäftigt, davor bei den Städten Groß-Gerau und Ludwigshafen.