Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Führungswechsel bei Chorvereinigung

Ein Fall von Sanierungsstau: das Heim der Chorvereinigung in der Mörscher Straße.
Ein Fall von Sanierungsstau: das Heim der Chorvereinigung in der Mörscher Straße.

Erstmals in der 180-jährigen Geschichte der Chorvereinigung Bobenheim-Roxheim besteht deren Vorstand komplett aus Frauen. Diese haben mit der Sanierung des Sängerheims viel Arbeit vor sich.

Bei der Jahreshauptversammlung der Chorvereinigung wählten die 45 anwesenden Mitglieder Heidelore Bigott zur Vorsitzenden. Sie tritt die Nachfolge von Gerdi Schäfer an, die nicht mehr für den Vorsitz kandidierte, sondern einen Generationswechsel einläuten wollte. Zur neuen Führungsriege gehören die stellvertretende Vorsitzende Annegreth Steffen, Schatzmeisterin Leni Müller und Schriftführerin Daniela Reffert. Alle Wahlgänge erfolgten einstimmig.

Zuvor hatten die Mitglieder die scheidende Vorsitzende Gerdi Schäfer mit Applaus im Stehen verabschiedet. Sie zeigte sich erleichtert, dass sich nach anfänglichen Schwierigkeiten ein qualifiziertes und motiviertes Leitungsteam gefunden habe. So könne man wieder vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Schäfer war viele Jahre auch Vorstandsmitglied im Landeschorverband und Vorsitzende des Sängerkreises Bad Dürkheim.

Die Chorvereinigung hat derzeit 170 Mitglieder, von denen 69 aktiv sind, also singen. Der Verein ist laut Vorstand schuldenfrei und hat Rücklagen. Die Kassenlage des Vereins, der 2017 aus dem Zusammenschluss des Volkschors 1900 Roxheim und der Chorgemeinschaft 1844 Roxheim hervorging, sei stabil, sagte die bisherige Schatzmeisterin und neue Vorsitzende Heidelore Bigott und wies auf den Überschuss von 6331 Euro im Jahr 2022 hin. Als erfreulich wertete sie, dass viele Mitglieder ihren Beitrag freiwillig erhöht hätten. Dies verschaffe dem Verein etwas mehr Spielraum.

Neue Heizung notwendig

Doch man könne nicht alle anstehenden baulichen Maßnahmen auf einmal stemmen. Denn Sorgen bereitet dem Vorstand der Sanierungsstau im Sängerheim. Bereits beschlossen ist der Einbau einer neuen Heizung, der Auftrag werde jetzt vergeben, hieß es in der Versammlung. Weitere Investitionen fließen in den Sanitärbereich und den barrierefreien Ausbau des Sängerheims. Auch der Eingang und ein Teil der Fenster sollen erneuert werden. Um Kosten zu sparen, sollen unter der Leitung von Sieghart Schollmeier Arbeitseinsätze der Mitglieder stattfinden. Bigott kündigte einen sparsamen Kurs an. Für die Fenster werde man zunächst einmal Kostenvoranschläge einholen.

Der Verein hat noch zwei aktive Singgruppen: den Gospelchor voices@heaven und den Shantychor Die Landratten. Der Männerchor wurde nach der Corona-Krise wegen Sängermangels stillgelegt. Etwas mehr „Manpower“ wünscht sich auch der Gospelchor. Hier singen derzeit 28 Frauen, aber nur ein Mann.

Partnerschaft mit Fasnachtern vom Tisch

Thematisiert wurde in der Versammlung auch die geplante Zusammenarbeit mit dem Roxheimer Carnevalverein (RCV) Die Altrhoischnooke. Im September 2023 war bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit 42 von 44 Stimmen beschlossen worden, mit dem RCV über die gemeinsame Trägerschaft und Nutzung des Sängerheims zu verhandeln. Mittlerweile ist das Thema aber wieder vom Tisch. Gerdi Schäfer sagte: „Es gab viele Sitzungen, aber keine Lösung.“ Als Kernproblem habe sich die Regelung der Nutzungszeiten erwiesen. Man hätte die zahlreichen Gruppen des RCV und der Chorvereinigung bei der Saalbelegung nicht unter einen Hut bekommen. Außerdem werde das Sängerheim auch vom katholischen Kirchenchor, von einer Musikschule und einer Tanzgruppe genutzt. Man habe die Verhandlungen schließlich eingestellt, berichtete Schäfer.

Das bestätigt RCV-Vorsitzender Kay Stofleth auf RHEINPFALZ-Anfrage. „Auch für den RCV ist das im Moment kein Thema mehr.“ Die gute Zusammenarbeit mit der Chorvereinigung bleibe davon unberührt. „Wir veranstalten seit vielen Jahren unsere Schnookewoog und die Fasnachtsparty im Saal der Chorvereinigung“, so Stofleth. Sollte das Thema einer gemeinsamen Trägerschaft für das Sängerheim nochmals aufkommen, werde sich der RCV Gesprächen nicht verschließen.

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