Pirmasens
Taylor Swift: Pirmasenser Tonstudio hat Anteil an Welterfolg
In einer Woche im Frühjahr 2022 hatte Rivinius zusammen mit seinem New Yorker Mentor Ken Lewis die kleineren Drumparts für das „Midnights“-Album von Taylor Swift erarbeitet. Alles in seinem Winzler Studio in einer früheren Chemiefabrik und per Internet immer in Kontakt mit Ken Lewis. Da wurde Tag und Nacht im „Neon Wave Studio“ wegen der Zeitverschiebung gearbeitet. „Das wird so lange gemacht, bis es fertig ist.“
Das Studio hatte sich Rivinius noch rechtzeitig vor der Corona-Pandemie eingerichtet und sich dann während der Corona-Maßnahmen dort abgeschottet. Eine ideale Zeit zum ungestörten Arbeiten und viel zu tun hatte er. Taylor Swift ist schließlich nicht die einzige Musikerin von Weltrang, die auf seine Dienste zurückgreift. Für Eminem oder Alicia Keys hat er auch schon gearbeitet.
Die Platinplatte habe er vor ein paar Tagen bekommen, erzählt er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Neben „Lavender Haze“ hatte er für die Titel „Question…?“ und „Vigilante Shit“ die Drumparts beigesteuert. Etwa 25 Personen hätten insgesamt an dem Studioalbum der US-Amerikanerin gearbeitet. Für „Lavender Haze“ waren es 18 Musiker und Toningenieure. Rivinius spielte hier die „Snare Drum“, eine kleine Marschtrommel. Früher mussten alle in ein Studio kommen. Heute geht das online mit vielen Studios weltweit. Eines davon fand sich in Winzeln, wo Rivinius inzwischen aber nicht mehr zu finden ist.
Umzug nach Hamburg
Vor einem Jahr ist der aus Saarlouis stammende Musiker nach Hamburg weitergezogen. Alle paar Jahre brauche er einen Tapetenwechsel und Hamburg sei als Stadt ein absoluter Traum. Erst recht für einen Musiker, da dort die richtigen Leute unterwegs seien. Und die sind wichtig für Aufträge wie den an „Midnights“. Ken Lewis traf er bei einem Workshop in Berlin und seitdem arbeiten sie immer mal zusammen oder Lewis schickt ihm Aufträge für Musikgrößen. „Da läuft nix mit Ausbildung oder Studium“, erzählt er. Es zähle allein, was jemand schon gemacht hat und wer davon weiß, um es eben Leuten zu erzählen, die von Taylor Swift wegen ein paar Drumparts angefragt werden.
Ob es die Drumparts aus Winzeln waren, die für den in der Musikbranche gefeierten Erfolg des Albums verantwortlich sind, will der 33-Jährige nicht spekulieren. Fakt ist, dass nach dem Erscheinen des Albums am 21. Oktober der Streamingdienst Spotify zusammengebrochen ist, weil zu viele Nutzer gleichzeitig das Album hören wollten.
Rivinius reist zur Grammy-Verleihung
Die Musikerin habe er im übrigen noch nie persönlich getroffen. Das wird sich im Februar ändern, wenn die Grammys in Los Angeles verliehen werden. „Dann werden wir uns sehen“, freut sich Rivinius schon.
Nach Pirmasens wird er nicht so schnell wiederkommen. Er hat nichts gegen die Stadt. Die meiste Zeit verbrachte er hier in seinem Studio. Früher spielte er in der Band „Studna“ zusammen mit hiesigen Musikern als Schlagzeuger. „In Pirmasens habe ich nur noch ein paar Freunde, da bin ich jetzt raus.“
