Leichtathletik
Spannendes Wasgaucup-Finale bei Martinslauf in Hinterweidenthal
Bei strömendem Regen und kühlen sechs Grad siegte überraschend Alexander Köhler deutlich auf der mit 196 Höhenmetern gespickten 10,6-Kilometer-Distanz in 38:57 Minuten vor seinen beiden Vereinskollegen Nils Raab (39:37) und Jens Becker (40:00). Die beiden haushohen Favoriten, der für den TuS Heltersberg startende Waldfischbacher Mark Weidler (40:10), und Lars Holder vom TuS Schleiden (40:12) lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz vier.
Holder knapp vor Becker
Spannend wie nie zuvor war’s auch in der Wasgaucup-Gesamtwertung der Männer: Holder (Sieger in Dahn und Birkweiler, Zweiter in Wilgartswiesen und Dritter in Spirkelbach) liegt hier letztlich mit 1186 Punkten knapp vor Becker (1180) und Weidler (1177), dem Wasgaucup-Gewinner von 2018 und 2019. Von jedem Teilnehmer wurden die besten vier Laufergebnisse gewertet; 300 Punkte gab es pro Rennen für den Sieger.
„Ich habe vor dem Pfälzerwaldmarathon wöchentlich bis zu 90 Kilometer abgespult. In den vergangenen Wochen habe ich mein Trainingspensum bis auf höchstens 15 Kilometer heruntergeschraubt. Von daher bin ich mit meiner Leistung heute sehr zufrieden“, resümierte Weidler im Ziel. Der Gewinner des Pfälzerwaldmarathons fügte hinzu: „Ich wusste, dass meine Form derzeit nicht mit der Form im Sommer vergleichbar ist.“
Köhler zieht gleich weg
Martinslauf-Sieger Alexander Köhler gab sich nach seinem Coup betont zurückhaltend. „Ich konnte gleich zu Beginn zu meiner Überraschung einen Vorsprung am Berg herauslaufen und hielt den bis ins Ziel“, erzählte der 24-Jährige. Auch der zweite Platz von Nils Raab war nicht zu erwarten. Er forcierte drei Kilometer vorm Ziel noch mal das Tempo und überholte Weidler und Holder. „Alex war aber deutlich stärker. Ich hab’ ihn nur zu Beginn noch sehen können, dann war er weg“, zollte der 20-jährige Contwiger der Leistung seines Trainers Respekt. Der amtierende Marathon-Pfalzmeister Jens Becker machte den Dreifach-Erfolg des TV Lemberg perfekt. „Ich habe heute gut Luft bekommen und konnte nach acht Kilometern auch noch Mark Weidler überholen. Ich bin zufrieden“, sagte der 41-jährige Zahnarzt.
Während viele Teilnehmer mit dem Regen haderten, stand Tobias Trapp die Freude schon vor dem Start ins Gesicht geschrieben. „Fritz-Walter-Wetter – mein Wetter“, stellte der Bundenthaler fest. Der 51-Jährige gesellte sich in einen der letzten Startblöcke, obwohl er in 49:54 Minuten auf Platz 39 der Männerwertung lief. „Ich bin extra von weiter hinten gestartet, damit ich auch mal einige Läufer passieren kann. Sonst starte ich immer weit vorn und werde überholt“, merkte er augenzwinkernd an.
Irritierendes Band
Ärgerlich, dass ein Unbekannter ein rot-weißes-Absperrband auf dem letzten Teilstück spannte, weshalb einige Läufer nicht mehr wussten, wohin es geht.
Die eindeutig schnellste Frau beim Martinslauf war die Dahnerin Anne Meier. Die 20-Jährige siegte in 46:13 Minuten vor Natascha Hartl (TuS Heltersberg/47:41) und Pia Winkelblech (TSV Kandel/48:04). „Es war recht rutschig, aber ich habe mich gefreut, viele Lauffreundinnen und Lauffreunde wieder zu sehen“, befand Meier im Ziel. Auch wenn sie schon vor dem Martinslauf den Wasgaucup-Gewinn in der Tasche hatte, gab Hartl Vollgas. „Das Absperrband hat mich schon verwirrt, aber für mich ist der Martinslauf der schönste Lauf der Wertung, weil er nicht zu technisch ist und recht flach – das liebe ich“, erläuterte die 33-Jährige aus Kaiserslautern. Winkelblech (46), die nächstes Jahr bei der deutschen Meisterschaft im 100-Kilometer-Lauf starten will, zeigte sich mit ihrem dritten Platz beim Martinslauf und Rang zwei in der Wasgaucup-Gesamtwertung zufrieden. Wasgaucup-Dritte hinter Hartl (1004 Punkte) und Winkelblech (935) wurde die Marathon-Pfalzmeisterin aus Lemberg, Verena Becker (905).
DIE ERGEBNISSE
10 km Männer (110 Starter): 1. Alexander Köhler 38:57 min; 2. Nils Raab 39:37; 3. Jens Becker (alle TV Lemberg) 40:00; 4. Mark Weidler (TuS Heltersberg) 40:10; 5. Lars Holder (TuS Schleiden) 40:12; 6. Marko Martin (Eiscafé-Winter-Team Hauenstein) 41:42; 7. Lauric Schwitzgebel (TV Hinterweidenthal) 42:17; 8. Tobias Dreyer (Eiscafé-Winter-Team Hauenstein) 42.46; 9. Martin Schedler (Ottweiler/Salomon Trail Running Team) 42:51; 10. Philipp Ullrich (Bad Bergzabern) 43:10; 11. Matthias Wagner (TV Hinterweidenthal) 43:15; ... 16. Jeremy Wang 45:30; 19. Philipp Lebhardt (beide FKP Endurance Team) 46:06; ... 23. Holger Gravius (Rodalben) 46:28; 24. Klaus Hirschinger (TuS Erfweiler) 46:57/1. M60
10 km Frauen (38): 1. Anne Meier (Dahn) 46.13; 2. Natascha Hartl (TuS Heltersberg) 47:41; 3. Pia Winkelblech (TSV Kandel) 48:04; 4. Bianca Weber (Landau Running Company) 49:16; 5. Caroline Schulz 49:48; 6. Verena Becker (TV Lemberg) 49:56; 7. Marion Raab (VT Contwig) 51:05; 8. Daniela Wagner (TuS Heltersberg) 51:56; 9. Martina Schuster (Eppenbrunn) 52:32; 10. Katherina Neblung (LLG Landstuhl) 53:30, 11. Jutta Bendel (TuS Heltersberg) 54:27
5 km Männer (16): 1. Nico Gallucci (TV Hinterweidenthal) 17:21; 2. Markus Ertel (TV Herxheim) 17:22; 3. Elias Pust (TV Wilgartswiesen) 21:25; 4. Alexander Hoffmann (TV Hinterweidenthal) 24:03
5 km Frauen (9): 1. Kristin Schwitzgebel 22:39; 2. Jule Hoffmann (beide TV Hinterweidenthal) 24:02; 3. Amelie Hahn (TV Wilgartswiesen) 27:08
2000 m Schüler (13): 1. Marwin Schäfer 7:41 Minuten; 2. Ole Schöndorf 7:48; 3. Felix Geschwind 8:10; 4. David Bauer 8:29; 5. Finn Dillenkofer (alle TV Lemberg) 8:38
2000 m Schülerinnen (9): 1. Emilia Becker 8:20; 2. Nara Viola Kobert 8:59; 3. Mia Leiser 9:00; 4. Stella Lauren Kobert (alle TV Lemberg) 9:19; 5. Selina Pust (TV Wilgartswiesen) 10:06.