Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Partyservice Hill: Die Familie, die seit fast 50 Jahren für die Pirmasenser kocht

Philipp und Peter Hill (von links) arbeiten zusammen in der Küche des Partyservices. Beide haben eine Ausbildung als Koch hinter
Philipp und Peter Hill (von links) arbeiten zusammen in der Küche des Partyservices. Beide haben eine Ausbildung als Koch hinter sich.

Es begann in den 70er Jahren als Hobby im Keller: Elisabeth Hill richtete in ihrem Haus in der Beckenhofer Straße kalte Platten für Familienfeiern bei Freunden und Bekannten an. Die Tochter einer Metzgerfamilie wurde immer häufiger angefragt, und so wurde aus der Nebenbeschäftigung der Hauptberuf: 1980 gründeten sie und ihr Mann Friedrich, ein gelernter Metzger, den Partyservice Hill.

Seit den 80er Jahren versorgt die Pirmasenser Firma Privatleute und Unternehmen in der Region und darüber hinaus. Peter Hill führt den Familienbetrieb zusammen mit seiner Frau Christine seit 2015. Beide sind ausgebildete Köche. Die nächste Generation ist ebenfalls bereits am Start: Philipp Hill und seine Lebensgefährtin Vanessa Lenz arbeiten seit einem halben Jahr im Betrieb mit. Hill Junior hat während seiner Ausbildung zum Koch mehrere Jahre im Schwarzwald verbracht, unter anderem bei Sternekoch Jörg Sackmann. Vanessa Lenz ist gelernte Hotelfachfrau und studiert zurzeit Betriebswirtschaft.

Der Partyservice Hill beschäftigt 13 fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Küche sowie rund 30 Aushilfen als Servicepersonal; sie rekrutieren sich aus einem festen Stamm. Angeboten wird eine Vielzahl von Gerichten: Die klassischen kalten Platten gibt es immer noch, zusätzlich umfasst das Angebot vieles – vom Schinkenteller bis zum Ochsen am Spieß. „Es gibt nicht viel, was wir noch nicht zubereitet haben“, sagt Philipp Hill. Die Grundprodukte für die Gerichte kommen aus der Region, den Fisch liefert eine darauf spezialisierte Firma aus Hamburg.

Hill versorgt den Pirmasenser Neujahrsempfang

Die Kunden können vom klassischen Büffet über ein tellerfertiges Menü bis zum Flying Dinner (serviert in kleinen Portionen, die man im Stehen isst) auswählen, was sie wollen, wo sie es wollen und wie es präsentiert werden soll. Beliefert werden private Feiern, Firmenveranstaltungen und Kantinen. Der Kundenkreis reicht bis ins Saarland und die Vorderpfalz.

Die Festhalle Pirmasens wird bei Veranstaltungen ebenfalls versorgt. Weil es dort keine Küche gibt, muss alles angeliefert werden. Außerdem ist der Service für mehrere Hundert Gäste eine Herausforderung. „Beim Neujahrsempfang zum Beispiel müssen wir rund 600 Gäste in kürzester Zeit mit Getränken versorgen“, berichtet Peter Hill.

Kühlhaus wird eng

Die Küche am Firmensitz in der Beckenhofer Straße wurde Anfang der 90er Jahre gebaut. Damals war das Kühlhaus großzügig geplant, heute ist es zu Stoßzeiten schon ziemlich eng. Groß ist das Lager, wo alles untergebracht ist, was für eine Veranstaltung gebraucht wird: vom Grill über Dekorationselemente, Tischdecken und Servietten bis hin zu Besteck und Geschirr. Über 2000 Teller und etwa 3000 Gläser liegen in den Regalen.

Wichtig sind auch Organisation und Logistik: „Wir können je nach Bestellung die gesamte Ausstattung für den jeweiligen Anlass liefern“, erklärt Peter Hill. „In der Vorderpfalz haben wir auch schon im Weinberg gegrillt.“ Für den Transport sorgen vier Kleinlaster mit Kühlung.

Vegan und vegetarisch werden beliebter

Was hat sich bei den Kundenwünschen über die Jahre geändert? „Elemente des Show Cookings werden immer mehr nachgefragt“, sagt Philipp Hill. Ein Beispiel ist der Feuergrill, bei dem in der Mitte einer Schale die Flammen lodern und auf dem flachen Rand gegrillt wird. Im Trend ist auch Pasta aus dem Parmesanlaib oder Stationen, an denen Fleisch vor Ort portionsgerecht aufgeschnitten wird. Street Food mit Burgern und Pommes wird beliebter.

Vegetarische und vegane Gerichte werden immer häufiger bestellt. „Kürzlich haben wir für die Universität Kaiserslautern ein veganes Büffet für 100 Personen geliefert“, nennt Philipp Hill ein Beispiel.

Die Corona-Zeit war für den Partyservice schwer, erinnert sich Peter Hill. „Die staatlichen Hilfen haben bei Weitem nicht ausgereicht, unsere festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren in Kurzarbeit. In dieser Zeit haben wir von den Reserven gelebt.“

Neues Personal nach Corona

Nach der Pandemie war jedoch der Nachholbedarf umso größer, und 2023 lief das Geschäft wieder sehr gut. Viele Aushilfen hatten sich allerdings während der Pandemie einen neuen Job gesucht, und der Personalstamm musste wieder aufgebaut werden.

„Wir legen großen Wert auf die persönliche Beratung“, erklärt Peter Hill das Geschäftsprinzip. „Das ist unsere Stärke als Familienbetrieb. Deshalb lehne man hin und wieder Aufträge ab, wenn die Kapazitätsgrenze erreicht ist. „Wir wollen die individuellen Wünsche jedes Kunden erfüllen und seine oder ihre Ideen so gut wie möglich umsetzen.“ Bei jeder Veranstaltung werde über das Essen geredet, sagt Hill. „Und wenn dann jemand weitererzählt, wie schön es präsentiert war und wie gut es geschmeckt hat, ist das die beste Werbung für uns. So gewinnen wir die meisten neuen Kunden.“

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