FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Oeßwein will weiter Profifußballer sein, Verbleib beim FK Pirmasens daher ungewiss

Setzt noch auf die Karte Profifußball: FKP-Spieler Lars Oeßwein (links), hier mit Simon Skarlatidis vom FCK.
Setzt noch auf die Karte Profifußball: FKP-Spieler Lars Oeßwein (links), hier mit Simon Skarlatidis vom FCK.

Lars Oeßwein ist neben Dennis Chessa, Konstantinos Neofytos und Sven Sellentin einer von vier arbeitslosen Fußball-Profis im Kader des FK Pirmasens. Der Ex-Juniorennationalspieler setzt weiter auf eine Karriere als Berufssportler. Daher ist es fraglich, ob er über diese Saison hinaus bei den FKP-Feierabendkickern bleibt.

Glaubt er noch, den Sprung in die Bundesliga zu schaffen? „Wer als Fußballer nicht träumt, der macht etwas falsch“, antwortet Lars Oeßwein. Er hat mit seinen 22 Jahren schon reichlich Regionalliga-Erfahrung und bereits mit Bundesliga-Profis trainiert. Seit dem 26. August 2019 trägt Oeßwein, der wieder in seinem Elternhaus in Rheinzabern lebt, das Trikot des FK Pirmasens. Nach sechs Auftaktniederlagen sammelte der FKP just seit diesem Zeitpunkt wieder Regionalliga-Punkte.

Erst FCK, dann Mainz und Stuttgart

Für den Südpfälzer ist das Engagement in der Schuhstadt auf den ersten Blick ein kleiner Rückschritt, spielte er doch zuvor bei noch namhafteren Klubs. Bis Sommer war der FSV Mainz 05 Vertragspartner, davor eine Saison lang der VfB Stuttgart, weil er sich nach dem Abstieg des 1. FC Kaiserslautern II nicht mit der Oberliga begnügen wollte. Beim FCK spielte er den Großteil seiner Jugendlaufbahn. Bei Olympia Rheinzabern hatte er begonnen, über Viktoria Herxheim war er in die U12 der Lauterer gekommen. „Mein Ziel ist es, immer so hoch zu spielen, wie es irgendwie möglich ist“, stellt der gebürtige Kandeler klar.

Bei Korkut mittrainiert

Bei den Zweitvertretungen der großen Klubs konnte er als Regionalliga-Profi auflaufen und hatte immer wieder Kontakt zum Erstliga-Kader. Nervosität sei bei den Trainings mit den Profis unter Norbert Meier, Tayfun Korkut und Hannes Wolf anfangs schon dagewesen, aber die Profis hätten geholfen, diese „rauszubekommen“, erzählt Oeßwein: „Jeder von denen weiß, wie es bei ihm war, als er angefangen hatte.“ Privat habe es keinen Kontakt zu Topspielern gegeben.

Von Metz umgeschult

Geprägt habe ihn von seinen Trainern am meisten Gunther Metz: „Er hat mich beim FCK auch von der offensiven linken Außenbahn zum Linksverteidiger umgeschult, was mich am meisten vorangebracht hat.“ Hinten könne er seine Stärken, Schnelligkeit und Zweikampfverhalten, am besten einbringen, meint Oeßwein, der beim FKP auf beiden Positionen zum Einsatz kam.

Wieder im Elternhaus

Noch setzt der aktuell arbeitslose Fußballprofi – in Pirmasens gibt es nur Feierabendfußball – auf die Karriere als Sportler, eine berufliche Ausbildung hat er noch nicht begonnen: „Ich habe einen Berater, der die Lage im Auge behält. Zu gegebener Zeit schlagen wir vielleicht einen anderen Weg ein“, sagt Oeßwein. In Mainz und Stuttgart hatte er eine eigene Wohnung, seit Ende August pendelte er vom Elternhaus mit den FKP-Kollegen Sven Sellentin (Landau) und Christoph Batke (Frankenthal) als Fahrgemeinschaft in die Südwestpfalz. Die Mannschaft sei gut, er komme mit allen klar, und beim Verein passe auch alles. Dennoch sei sein Verbleib nach nun 14 Einsätzen in der Liga und zweien im Pokal, darunter das 2:4 nach Elfmeterschießen gegen die Profis des 1. FC Kaiserslautern, über den Sommer hinaus völlig offen.

Ein Länderspiel

Oeßwein stand auch schon in einem U19-Länderspiel gegen Dänemark (3:1) auf dem Feld. „Ein Höhepunkt meiner Laufbahn“, sagt er heute. Auch das Bundesliga-Aufstiegsspiel im Fritz-Walter-Stadion mit der U19 des FCK gegen den FSV Frankfurt (2:1 nach 5:0 im Hinspiel) sei ein ganz besonderes Erlebnis gewesen. Noch träumt er von Spielen in voll besetzten Bundesliga-Stadien. Und träumen darf man ja.

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