FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Kurioses Ding als Schlüsselszene: 0:2 des FK Pirmasens gegen Kickers Offenbach

Spielte erstmals von Beginn an für den FKP: Stürmer Tom Schmitt (in Blau), hier verfolgt vom Offenbacher Luigi Campagna.
Spielte erstmals von Beginn an für den FKP: Stürmer Tom Schmitt (in Blau), hier verfolgt vom Offenbacher Luigi Campagna.

Im dritten Regionalliga-Saisonspiel leitet der erste Gegentreffer die erste Niederlage des FK Pirmasens ein. Doch hat „die Klub“ beim 0:2 (0:0) am Dienstagabend den Offenbacher Kickers das Siegen schwer gemacht. Bitter das kuriose erste Gegentor – bitter aber auch, dass der FKP danach keine Mittel fand, um dies noch auszubügeln.

237 Minuten lang war der FK Pirmasens in der neuen Regionalliga-Spielzeit ohne Gegentor geblieben. Und dann am Dienstagabend dieses kuriose Ding: Aus gut und gerne 55 Metern schaufelte Tunay Deniz den Ball in hohem Bogen Richtung Pirmasenser Tor. Der zurückeilende Keeper Benjamin Reitz parierte noch klasse, lenkte den Ball an den Pfosten. Dummerweise genau dorthin: Denn die Kugel prallte ins Feld zurück. Gegen den Nachschuss von Mathias Fetsch war kein Kraut gewachsen.

Schon wieder Deniz

Kurz danach knallte erneut Alu – Lattenunterkante. Drin? Wieder war Deniz der Absender. Dumm gelaufen für die Hausherren, dass der agile Mittelfeldmann zunehmend Gefahr entwickelt und vor 582 Augenzeugen im richtigen Moment auch was Außergewöhnliches gewagt hatte. Denn bis dahin hatte die Elf des FK Pirmasens den hochambitionierten Kickers eine Partie auf Augenhöhe geboten.

Harmlose Schlussoffensive

Dass fast mit dem Schlusspfiff Deniz dann doch noch sein Tor gelang - ein wunderschönes per Drehschuss obendrein – sei's drum. Das spielte keine große Rolle mehr. Zu harmlos war die Elf von Trainer Patrick Fischer während der Schlussoffensive geblieben. Bis zur 50. Minute hatten sich die Pirmasenser ein klares Chancenplus erarbeitet. Sieben Minuten vor dem 0:1 hatte beispielsweise Sturmspitze Tom Schmitt nicht genug „Schmackes“ hinter seinen Kopfball gekriegt. Luka Dimitrijevic hatte die Vorarbeit geliefert. Viel Zwingendes aber folgte danach nicht mehr.

Bürger sorgt für Schwung

Auf drei Positionen hatte Fischer die Startelf umgekrempelt: Schmitt war für Dennis Krob von Anfang an dabei, Iosif Maroudis hatte den angeschlagenen Dennis Chessa ersetzt. Und Felix Bürger startete auf links anstelle von Benno Mohr. Bürger hatte seine Aktie am Schwung, den die Pirmasenser vor allem in einer Drangphase vor der Pause gezeigt hatten. „Die Klub“ hatte es dabei aber versäumt, einen Treffer vorzulegen, wobei die Führung durchaus auch gerne aus einem Strafstoß hätte resultieren können. Doch den gab’s nicht in der 37. Minute. „Muss man aber auch nicht unbedingt pfeifen“: So kommentierte Peter Tretter eine strittige Szene vor dem Durchgang. Handspiel im Strafraum? „In der Bundesliga wär’s ein Fall für den Video-Schiri gewesen“, meinte Jonas Jung.

Ganz und gar einig waren sich der Ex-Coach und Mittelfeld-Mann Jung, der am Dienstagabend auf der Tribüne Platz nahm, in der Beurteilung der Partie bis zur Halbzeitpause: „Wir machen das richtig gut“, sagte Jung. „Jetzt die Offenbacher vielleicht noch mehr unter Druck setzen“, sah Tretter ein Mittel zum Erfolg.

Zunächst auf gutem Weg

Der FKP war auf gutem Weg - das 0:1 aber durchkreuzte die Pläne. Deren Umsetzung war vor der Pause besser gelungen. Der Druck auf die Kickers-Defensive hatte nach einer guten halben Stunde zugenommen. War die Partie zuvor dahingeplätschert, so präsentierten sich die Gastgeber immer munterer und wagemutiger.

Die erste echte Chance gab’s in Minute 36 zu notieren. Sascha Hammann führte einen Freistoß von links aus. Den schaufelte ein Abwehrbein zurück – direkt vor die Füße von Maroudis, der mit einem ansatzlosen Flachschuss Offenbachs Keeper Stephan Flauder in leichte Verlegenheit brachte. Keine Minute später schaute Schiedsrichter Tobias Fritsch einfach darüber hinweg, als ein Offenbacher im Strafraum die Hand an den Ball bekam. Für Ärger war wenig Zeit. Denn „die Klub“ drängte weiter. Wiederum keine Minute später rauschte Yannick Grieß knapp vor der Torlinie an einer scharfen Hereingabe Dimitrijevics vorbei. Zum Haareraufen.

Chessas Andenken

Bis zur Pause blieb die Elf von Patrick Fischer am Drücker. Grünnagel versuchte sich im Strafraum umständlich den Ball auf rechts zu legen – Chance vertan, nachdem zuvor auch Dimitrijevic gezaudert hatte. „Ziel ist es, am Samstag in Kassel wieder zu spielen“, meinte zur Pause Chessa, der nach leichter Gehirnerschütterung – Andenken aus Stadtallendorf - zuschauen musste, seine Kameraden aber bis zum Gegentreffer gut im Spiel gesehen hatte.

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