Handball
FSG Hauenstein/Rodalben gewinnt Derby gegen TV Thaleischweiler
Als Paula Hack nach dem Pausensignal noch einen Freiwurf direkt zum 13:8 für die FSG verwandelte, roch es nicht mehr nach einem Auswärtssieg. Kurz nachdem die Teams wieder aufs Spielfeld zurückgekehrt waren, hatte es der TVT aber in der Hand, zumindest noch einmal für reichlich Spannung zu sorgen. Die Gastgeberinnen schienen völlig von der Rolle, verloren im Spielaufbau gleich mehrere Bälle oder schlossen schwach ab.
Seibels Paraden-Serie
Doch die Gäste taten es ihnen gleich und scheiterten zunächst reihenweise an FSG-Schlussfrau Luisa Seibel, die von der 30. bis zur 40. Minute mehr Paraden zeigte (6) als in der gesamten ersten Hälfte (5), und mit zunehmender Spieldauer an der Ungenauigkeit im eigenen Passspiel. So setzte sich die FSG am Ende doch souverän durch, obwohl Stoll später vom mit Abstand schlechtesten Spiel seiner Mannschaft in der laufenden Runde sprach und sichtbar enttäuscht über den Auftritt war. „Darüber werden wir zu reden haben“, kündigte er ernste Gespräche zu Beginn der neuen Trainingswoche an, „um zu ergründen, woran es gelegen hat“.
Wenn die beiden Torfrauen die mit Abstand beste Leistung aller Spielerinnen bieten, sagt das schon viel über den Spielverlauf aus. Nach den ersten vertanen Möglichkeiten war es der TVT, der sich zunächst eine kleine Führung herauswarf. In der elften Minute glich Susie Dausch zum 4:4 aus, nachdem sie sich stark in einer Eins-gegen-eins-Situation durchgesetzt hatte. Dann legte Paula Hack mit einem Konter nach. Das 5:5, das die zu oft abschlussschwache Jana Rohr diesmal klasse über außen erzielte, war der letztmalige Gleichstand in der Partie.
„Richtiger Ehrgeiz fehlt“
„Ich habe eben nicht die breit besetzte Bank. Deshalb kommt dann irgendwann die Müdigkeit und dadurch entstehen auch die Fehler“, bedauerte TVT-Coach Jochen Huber. Vor allem zu Rohr habe er eben kein gleichwertiges Pendant auf der Position im linken Rückraum. „Mir haben auch irgendwie der richtige Ehrgeiz und die Power bei meiner Mannschaft gefehlt“, bedauerte er weiter und sprach von einer Niederlage, die in Ordnung gehe, aber knapper hätte ausfallen können, „wenn man besser abschließt“.
Dass er so manche Schiedsrichterentscheidung anzweifelte und ein Ungleichgewicht in der Regelauslegung bei Kreiseintritten und Schrittfehlern zu Ungunsten seiner Sieben bemerkt hatte, sei zwar ärgerlich, aber letztlich nicht ausschlaggebend gewesen, so der TVT-Trainer.
„Atmosphäre komisch“
Die Zuschauertribüne in der Wasgauhalle war zwar ganz gut gefüllt, doch Stimmung kam nicht so recht auf. Nur ganz selten wurde mal zaghaft geklatscht – was vor allem Stoll wunderte: „Wir haben das in der Kabine auch kurz thematisiert. Die Atmosphäre war irgendwie komisch für ein Derby. Aber: Wenn wir so auftreten, können wir nicht erwarten, dass das Feuer vom Publikum kommt und dies uns trägt. Da sind auch wir mehr gefordert.“
Nach dem 16:13 fing sich die Stoll-Sieben langsam etwas und zog dank der vielen TVT-Fehler recht bald uneinholbar davon, allerdings ohne zu glänzen.
SO SPIELTEN SIE
FSG Hauenstein/Rodalben: Luisa Seibel - Müller, Dausch (2), Hack (7/3) - Ferkah, Annalena Seibel (5) - Stretz (3); Heisel (1), Beneke (5), Fuchs (2), Bärmann (1), Ehrlich (1)
TV Thaleischweiler: Koßmann - Pfeffer (5), Schick, Rohr (4) - Clemens (3), Winkelhoff (4) - Hasenstab (2/2); Hannich (1), Fremgen, Winnwa (1), Gries
Spielfilm: 1:3 (7.), 5:4 (13.), 12:6 (26.), 13:8 (Halbzeit), 14:12 (35.), 18:13 (44.), 24:16 (52.), 27:20 (Ende) - Siebenmeter: 3/3 - 3/2 - Zeitstrafen: 1 - 1 - Beste Spielerinnen: Luisa Seibel, Beneke - Koßmann, Pfeffer - Zuschauer: 110 - Schiedsrichter: Hilzendegen (HSG Landau/Land).