Pirmasens
Ehemalige Bank wird Medizin-Zentrum
Wie die Sprecherin des MVZ, Barbara Schwehm, ausführt, bieten die ehemaligen Schalterräume der Commerzbank in der Schloßstraße eine großzügige Fläche von 297 Quadratmetern. Am jetzigen Standort in der Alleestraße ist das Medizinische Versorgungszentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe auf gerade mal 180 Quadratmeter untergebracht. In der ehemaligen Schalterhalle der Commerzbank sei eine optimale Aufteilung geschaffen worden. Der Trockenbau wird derzeit entsprechend den Planungen und Wünschen der Praxis umgesetzt, wodurch eine funktionale und effiziente Nutzung der Räumlichkeiten gewährleistet sei. Die gesamte Fläche wird unterteilt in 13 Räume.
Einen weiteren Pluspunkt sieht Barbara Schwehm im ebenerdigen Zugang zur Praxis. „Momentan sind wir in der Alleestraße im zweiten Obergeschoss untergebracht. Es gibt zwar einen Aufzug im Haus, der allerdings relativ eng und schmal ist.“ Für einen Krankentransport sei dies eine große Herausforderung. So müssten bei Liegend-Transporten die Patienten vom Sanitätspersonal die Treppen heruntergetragen werden, „was immer wieder mal vorkommt wenn es Komplikationen bei schwangeren Frauen gibt“. In der Schloßstraße ist ebenerdig und barrierefrei Trumpf. Der Eingang zur ehemaligen Commerzbank bleibe in der jetzigen Form erhalten, lediglich ein Windfang werde noch eingezogen. In den Kellerräumen befinden sich unter anderem die Personaltoiletten, ein Putzmittelraum und die Tresore der Commerzbank. „Sie konnten nicht herausgerissen werden“, nennt Schwehm den simplen Grund.
Erweiterung des Leistungsspektrums
Mit dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten geht auch eine Erweiterung des Leistungsspektrums einher. Barbara Schwehm: „Wir haben im Vorfeld schon hier aufgestockt. Angeschafft wurde ein zweites Ultraschallgerät und ein zweiter Gyn-Stuhl. Die Kollegin Lisa Demmere ist dabei, sich auf die sogenannte Kolposkopie zu spezialisieren. Dazu haben wir ein Kolposkop gekauft.“ (Das Gerät dient zur Erkennung von Erkrankungen des Gebärmutterhalses und zur Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses). „Seit 2022 haben wir eine Hebamme dabei, die seit diesem Jahr komplett nur noch bei uns mitarbeitet.“ Auch für sie gibt es am neuen Standort zusätzliche Räumlichkeiten. Erweitert wurde deshalb auch die Hebammensprechstunde. Angeboten werde künftig auch eine Mädchen-Sprechstunde. „Zudem sind wir am neuen Standort problemlos in der Lage, parallel mit zwei Ärzten zu arbeiten. Das gestaltet sich in den aktuellen Räumlichkeiten relativ schwierig“, sagt Ärztin Sarah Lehmann. Ein enormer Vorteil ergebe sich beim Lenken der Patientenströme durch die Trennung der Wartezimmer, sodass auch separate Wartebereiche gebildet werden können. Auch vom EDV-technischen (Glasfaser inklusive) her werde die Praxis auf den neuesten Stand gebracht. Inzwischen seien durch die Elektrofirma Hög bereits mehrere Kilometer Stromkabel verlegt worden.
Das ärztliche Team besteht aus fünf Personen, samt und sonders Fachärztinnen beziehungsweise Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe: Ehepaar Barbara und Peter Schwehm, Sarah Lehmann, Lisa Demmere und Hamid Huschmand Nia. Hinzu kommen elf medizinische Fachkräfte und die Hebamme. Weshalb so viel Personal? Ganz einfach, es werden zwei Standorte bedient. Denn in Dahn liegen die Wurzeln der heutigen Ärztegemeinschaft. Das Ehepaar Schwehm hat 1995 in Dahn eine Praxis eröffnet und übernahm 2018 in Pirmasens zusammen mit Sara Lehmann die Praxis des Gynäkologen Hamid Huschmand Nia; zuerst teilweise, später dann die komplette Praxis. „Dahn ist unser Stammhaus und daran soll auch nicht gerüttelt werden“, bekräftig Peter Schwehm. Das heißt, dass die MVZ Felsenland auch weiterhin Patienten in Dahn versorgt. „Wir arbeiten alle an beiden Standorten im Wechsel“, erläutert Barbara Schwehm. „Das ist alles genau durchgeplant. Im Moment haben mein Mann und ich noch den größten Part in Dahn, was wir allerdings im späteren Jahr ein bisschen reduzieren wollen.“
Der Patientenstamm sei relativ groß. „Wir haben sogar Zuzug aus Kaiserslautern und aus Zweibrücken“, sagt Barbara Schwehm. „In Kaiserlauten haben mittlerweile drei oder vier Gynäkologen relativ kurzfristig aufgehört und da besteht natürlich eine Unterversorgung. Das gleiche blüht uns in naher Zukunft auch im Dahner Tal. Wir sind deshalb sehr glücklich, dass wir in Frau Demmere und Frau Lehmann zwei junge, gute Ärztinnen in den vergangenen Jahren gewinnen konnten. Das ist nicht selbstverständlich, weil es viele Arztpraxen gibt, die absperren müssen, weil sie einfach niemanden mehr finden. Wir sind im Moment die einzigen, die noch Patienten annehmen. Das wollten wir schon immer aufrecht erhalten, weil ich die aktuelle Situation schlimm finde.“
