Pirmasenser Brunnen RHEINPFALZ Plus Artikel Der steinerne Sozialapostel hat trockene Füße

Die Stadt hatte vor 25 Jahren eine Plastik in Auftrag gegeben, die „in Verbindung mit dem Brunnenwasser gestaltet wird“.
Die Stadt hatte vor 25 Jahren eine Plastik in Auftrag gegeben, die »in Verbindung mit dem Brunnenwasser gestaltet wird«.

Der Nardini-Brunnen ist in diesem Jahr 25 Jahre alt geworden. Er steht in der Fußgängerzone am Übergang zum Parkhaus und ist wohl der trockenste Brunnen der Stadt.

Er nannte die Skulptur „Kämpferischer Engel“. Er, das war Georg Ahrens, ein in Koblenz geborener und später in Köln wohnender vielfach ausgezeichneter Bildhauer und Lehrbeauftragter an Kunsthochschulen in Aachen, Mainz, Köln und den chinesischen Tianjin und Lin Fen. Ahrens war einer von sieben Künstlern, die im Frühjahr 1998 von der Stadt Pirmasens aufgefordert worden waren, am Wettbewerb zur Gestaltung eines Brunnens unter Einbeziehung des ehemaligen Pirmasenser Pfarrers Paul Josef Nardini, dem in Pirmasens ein Denkmal gesetzt werden sollte, teilzunehmen. „Gefordert wird eine Plastik aus Stein oder Metall, die in Verbindung mit dem Brunnenwasser gestaltet wird“, hieß es anno 1998 in der Ausschreibung.

Die Vorarbeiten waren bereits erbracht. Die Leitungen lagen bereits im Boden. Und zwar an einer Treppe, die von der Fußgängerzone in Richtung des Parkhauses führt. Wer heute im Kik einkaufen geht, wird von Nardini beobachtet. In der damaligen Ausschreibung hieß es: Die Gesamtkosten dürfen 105.000 Mark nicht überschreiten. Und: „Die Realisierung des Projekts erfolgt nach Sicherstellung der Finanzierung durch die Grundstücksgemeinschaft Hauptstraße 38.“ Als Fachpreisrichter fungierte damals unter anderem der Kunsterzieher Matthias Strugalla und als Sachpreisrichter waren der damalige Oberbürgermeister Robert Schelp, der Kulturdezernent Peter Schiel und Andrea Kling vom Nardini-Förderverein eingesetzt. Und noch eine Bedingung musste die Skulptur erfüllen: „Sandstein ist nicht erwünscht.“

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Paul Josef Nardini

Am 13. Juli wurde dann bekanntgegeben: „Der Auftrag geht an Professor Georg Ahrens.“ Ein knappes halbes Jahr später wurde der Nardini-Brunnen auf dem „Paul-Josef-Nardini-Platz“ seiner Bestimmung übergeben. In sich gekehrt steht Nardini wie ein „Kämpferischer Engel“, so sah es Ahrens, mit geschlossenen Augen, bekleidet mit einer langen Kutte, ein Kreuz in seiner linken Hand, etwas abseits vom Trubel der Fußgängerzone und erinnert an sein großes Lebenswerk. Und eigentlich sollte es ja ein Nardini-Brunnen sein. Doch Wasser fließt in dem Becken direkt vor den Schaufenstern schon lange nicht mehr.

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