Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Darius Zander über seine Kreuzfahrt mit PUR und das Konzert in Pirmasens am 26. Mai

Darius Zander hat Pirmasens vor seinem Konzert schon mal einen Besuch abgestattet.
Darius Zander hat Pirmasens vor seinem Konzert schon mal einen Besuch abgestattet.

DARI nennt sich der Kölner Musiker, Songwriter und Lebenskünstler mit dem bürgerlichen Namen Darius Zander. Er hat die WM-Single „Flutlicht“ von Adel Tawil komponiert, 2016 hat er an der TV-Show „The Voice of Germany“ teilgenommen. Am 26. Mai tritt er in Pirmasens auf. Peter Schneider traf den Sänger vergangene Woche in der Horebstadt zum Gespräch.

DARI, Sie sind heute extra aus Köln nach Pirmasens gekommen, um Ihr anstehendes Konzert im Livemusik-Club Z1 zu promoten. Das ist eine außergewöhnliche Herangehensweise. Was reizt Sie daran, in diesem relativ kleinen Club zu spielen?
Ich freue mich drauf, weil ich möglichst viele Menschen mit meiner Musik erreichen möchte. Ich möchte, dass die Leute mich hören; ich liebe es, Musik zu machen. In Hamburg, Berlin, Köln oder Frankfurt spielen alle großen Bands. Das ist cool und angesagt, aber ich sage: „Hey, ich gehe mal dahin, wo vielleicht nicht jeden Tag Andreas Bourani, Tim Bendzko oder Justin Bieber spielen.“ Warum soll man nicht mal in die kleineren Ortschaften gehen?

Man hat bei Spotify immer solche Zahlen: Ich habe um die 70.000 monatlichen Hörer. Mein letzter Song „Because Of You“ hat inzwischen die Millionenmarke geknackt. Aber das klingt meist größer, als es ist. Das heißt, man muss auch der Realität ins Auge sehen: Es als Künstler nach einer so langen Pandemie zu schaffen, dass das Z1 voll ist, ist eine Herausforderung. Das ist kein Selbstläufer, und ich möchte etwas dafür tun und die Leute dafür begeistern. Deswegen bin ich heute hier, mache nachher noch einige Aktionen auf der Straße, damit die Leute am 26. Mai ins Z1 kommen. Ich finde die Atmosphäre in solch kleinen Clubs toll. Es macht viel mehr Spaß zu spielen, wenn 200 Leute schwitzen und richtig Bock haben als in einer 2000-Mann-Halle.

Ihr Debütalbum „VLI“ stammt noch aus dem Jahr 2019. Was hat es mit dieser römischen Zahl auf sich?
Die Zahl ist das Symbol meiner Heimat. Das ist die alte Postleitzahl von Köln, das sind meine Wurzeln.

Ist die am 7. April veröffentlichte Single „Serial Killer“ als Vorbote eines neuen Studioalbums anzusehen? Steht ein Wechsel zu Songs in englischer Sprache bevor?
Voriges Jahr hatte ich die große Ehre, von der Initiative Musik der Bundesregierung eine finanzielle Förderung zu erhalten, weil ich mich dazu entschied, von nun an in englischer Sprache Musik zu machen. Ich mache immer das, was ich fühle – und seit ich in Englisch singe, laufe ich deutschlandweit im Radio, habe auch Festival-Anfragen bekommen. Es haben sich viele Türen geöffnet, bei denen ich dachte: Oh, es scheint sich mehr zu bewegen. „Serial Killer“ ist jetzt die vierte Single in Englisch, das ist einfach Dari 2.0, und ab jetzt geht’s in Englisch weiter. Es wird auch kein Zurück geben. Das macht mich auch im Songwriting freier. Wenn du auf Deutsch komponierst, bist du ganz schnell in der Schlagerecke.

Sie spielten bereits im Vorprogramm von populären Künstlern wie PUR, Max Giesinger, Vanessa Mai und Glasperlenspiel. Was nimmt man aus solchen Konzerten vor großem Publikum für den weiteren Werdegang mit?
Ich habe mit PUR mehrere Open Airs gemacht und die Band auch auf einer kleinen Tour begleitet. Zu solch großen Konzerten kann ich sagen: Je größer die Halle ist, umso einfacher wird das Konzert. Es ist dann zwar ein großer Adrenalinausstoß, aber ich bin jetzt vor dem Z1-Auftritt viel aufgeregter, als ich es bei PUR in Bocholt vor 15.000 Besuchern war. Denn da sagst du auf der Bühne: „Hey Bocholt, wie geht’s Dir?“ Und dann schreien halt 3000 Leute: „Ey!“. Dieses Team um PUR und die ganzen Leute, die dabei waren: Alle waren entspannt und nett. Ich habe bis heute Kontakt zu PUR. Ich war danach mit der Band auch noch auf Kreuzfahrttournee durch Skandinavien.

Vor einem der letzten Konzerte mit PUR kannten mich schon einige Zuschauer und riefen meinen Namen. Hartmut Engler stand hinter der Bühne, um sich mein Konzert anzuschauen. Er sagte: „Hör mal, du kriegst ja genau so viel Applaus wie wir!“ Und dann hat er mit mir abgeklatscht. Egal wie erfolgreich ich vielleicht noch werde, meine Intention ist, diese Entspanntheit und die Eigenschaft, mit sich im Reinen zu sein, zu übernehmen. Auch Max Giesinger, bei dem ich im Vorprogramm spielte, ist ein ganz entspannter und lustiger Kerl.

Wie kamen Sie einst zur Musik? Können sie davon Ihren Lebensunterhalt bestreiten?
Mein Vater ist Musiker, er hat Saxofon in einer Soul-Band gespielt. Meine Mutter ist Künstlerin, also Malerin, und durch das kreative Elternhaus habe ich das quasi in die Wiege gelegt bekommen. Ich war auf einem Musik-Gymnasium, habe schon mit sechs Jahren Schlagzeug gelernt, mit zwölf dann Klavier. Ich habe schon immer Musik gemacht, das ist die Basis meines Lebens. Den Lebensunterhalt bestreiten, das ist immer so eine Frage. Ich drehe halt ein kleines Rad. Ich besitze keine krassen Luxusgüter, habe kein Haus, das ich abbezahlen muss und brauche nicht viel Geld zum Leben. Ich möchte Musik machen. Es ist sicher noch Luft nach oben, aber ja, ich kann meinen Lebensunterhalt davon bestreiten.

In ihrer Kurzbiografie steht, dass Sie einst Fußballprofi waren ...
Ich habe meine ganze Jugend bei Fortuna Köln verbracht und mich dort bis in die erste Mannschaft hochgespielt. Ich war dann auch im Drittliga-Kader und hatte in der vierten Liga fünf Einsätze. Ich hatte damals, so um 2004/2005, schon einen Profivertrag, da Fortuna damals noch unter Profibedingungen gearbeitet hat. Meine Position war das zentrale defensive Mittelfeld. Ich habe bei einem Testspiel gegen die U-19-Nationalmannschaft mal gegen Kevin Prince Boateng gespielt; gegen Lukas Podolski habe ich auch schon gekickt. Ich war zweikampf- und laufstark, aber nicht der Schnellste, und das kann man sich kaum antrainieren und dann fehlt es halt für ganz nach oben. Ich habe damals unfassbar viel über die Einstellung zum Leben gelernt: an einer Sache dranbleiben, hinfallen, aber auch wieder aufstehen.

Im Jahr 2018 komponierten Sie die WM-Single „Flutlicht“ für Adel Tawil. Ist das mit Ihrer Leidenschaft für Fußball zu erklären?
Ja. Wir waren damals am Songschreiben für mein erstes Album, unter anderem mit dem Neffen von Oliver Bierhoff, und haben das Ganze mal der Plattenfirma zugeschickt. Die Leute dort meinten, ich würde in dem Song „Flutlicht“ klingen wie Adel Tawil und haben ihm den Song dann mal vorgespielt. Dann hat er das Lied mal gesungen, fand es super und hat es genommen. Dann wurde das der WM-Song der Plattenfirma. Die nahmen viel Geld dafür in die Hand – und dann schied Deutschland in der Vorrunde aus …

Seit 2018 sind Sie Botschafter der deutschen Sprache und Kultur in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt. Wie muss man sich diese Tätigkeit vorstellen?
Das ist bei der erwähnten Musik-Kreuzfahrt mit PUR entstanden. Ich stand jeden Morgen auf und verteilte meine Demo-CD an Leute, die an Land gingen. Da war eine Frau dabei, die Kontakt zu einer Botschafterin in Reykjavik hatte. Dann bekam ich von dort eine Anfrage. Ob ich mir vorstellen könnte, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Erst dachte ich, es sei ein Fake, aber es stellte sich dann heraus, dass Künstler gesucht werden, die mit der deutschen Sprache umgehen können und die Kindern im Ausland, die Deutsch lernen wollen, unsere Sprache in cooler und lockerer Form präsentieren. Seitdem war ich beispielsweise in Island, fünfmal in Russland, zehnmal in Italien. Ich mache Workshops an Schulen mit Deutsch als Fremdsprache. Ich darf dann jeweils ein kleines Konzert spielen und mit den Kids einen Song schreiben. Die Kinder blühen jedes Mal auf in den zwei Stunden.

Ich bin dadurch ganz viel in der Welt herumgekommen. Ich hätte auch nie gedacht, dass ich mal in Island ein Weihnachtskonzert vor zwölf Botschaftern und 500 geladenen Gästen spiele.

Was können Besucher von Ihrem Pirmasens-Konzertdebüt erwarten?
Wir werden eine Menge Spaß haben, es wird ein bisschen rockiger und ein schöner Abschluss der Z1-Konzerte vor der Sommerpause. Ich habe total Lust darauf und werden eine Menge geiler Songs mitbringen, die die Leute im Ohr behalten werden!

Info

Das Konzert von DARI & Band findet am 26. Mai im Pirmasenser Livemusik-Club Z1, Landauer Straße 21 statt. Einlass ist um 19 Uhr, Beginn um 20:30 Uhr. Tickets gibt es unter z1-musikclub.de. Mehr Infos zu DARI gibt es auf seiner Homepage.

Zur Person: Darius Zander

Der Kölner Popmusiker Darius Zander wurde im Januar 1984 geboren. Man kennt ihn als DARI – und für die emotionalen und authentischen Texte, die er selbst schreibt. Nach seinen Radio-Singles „Because Of You“ und „Magic“ beweist DARI mit seiner aktuellen Single „Serial Killer“ wieder einmal, dass er zu den spannendsten Popmusikern Deutschlands gehört. Er ist Musiker, Songwriter, Lebenskünstler und Teil des Teams um Produzent Fabian Zimmermann in den Andernacher Hafen Studios. 2019 gewann DARI mit seinem Debütalbum „VLI“ den Deutschen Rock & Pop Preis. Er spielte bereits im Vorprogramm von PUR, Max Giesinger, Vanessa Mai und Glasperlenspiel. „Because Of You“ wurde auf Spotify schon 1,15 Millionen Mal gestreamt.

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