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Montag, 31. Dezember 2018 Drucken

Pirmasens: Lokalsport

Drei fitte Frauen stellen Papa in den Schatten

Leute aus der Nähe: Kegeln im Hause Neu Familiensport

Von Herbert Striehl

Familienbande an den Bahnen: Ann-Katrin, Almut und Luisa-Marie Neu (von links) haben sich dem Kegeln verschrieben und beim ESV Pirmasens ihre sportliche Heimat gefunden.

Familienbande an den Bahnen: Ann-Katrin, Almut und Luisa-Marie Neu (von links) haben sich dem Kegeln verschrieben und beim ESV Pirmasens ihre sportliche Heimat gefunden. ( Foto: Striehl)

Wer an Sportarten denkt, die die ganze Familie zusammen ausüben kann, dem fallen meistens Wandern oder Radfahren ein. Doch es gibt darüber hinaus Sportarten, die zur gemeinschaftlichen Familienaktion werden können. So bei der Pirmasenser Familie Neu, bei der Vater Andreas (51), Mutter Almut (46) und die Töchter Ann-Katrin (23) und Luisa-Marie (19) vom Kegel-Bazillus angesteckt sind.

Während nun Andreas Neu bei Rapid Pirmasens II eine ruhige Kugel schiebt, sind seine Frau und die Töchter wertvolle Spielerinnen in den beiden Bundesligateams des ESV Pirmasens. Neu sagt dazu: „Ich muss unter der Form meiner drei Frauen leiden, da sie alle besser sind als ich. Über die Jahre habe ich mich damit abgefunden.“ Kurios dabei: Nur achtmal in vier Jahren schafften es die drei Frauen, gemeinsam in einem Team an den Start zu gehen – zuletzt am 2. Dezember in der Zweitliga-Partie gegen Hölzlebruck. Ein seltener Fall, spielte doch Luisa-Marie schon als 15-Jährige im Erstligateam, während Mutter und Schwester überwiegend in der Zweiten an die Kugeln gingen.

Beim Pirmasenser Traditionskegelverein scheinen sich Familien wohlzufühlen. Dort ist dies kein seltenes Phänomen; aktuell frönen neben den Neus Mitglieder der Familien Weinkauff, Bimber und Scherer dem Kegelsport. „Das Kegeln bestimmt schon einen großen Teil des Familienleben, zumal uns unser Papa unterstützt und, soweit er kann, bei den Spielen dabei ist“, unterstreicht Ann-Katrin Neu die Liebe zu ihrem Sport, obwohl sie wegen gesundheitlicher Probleme längere Zeit ausfiel.

Bei den Neus hat die Mama zuerst gekegelt. Als 15-Jährige hat Almut Neu angefangen, kam über die Stationen Stadtwerke Pirmasens (1986 bis 1995) und Phönix Thaleischweiler (1995 bis 2004) zum ESV. Da sie über den Sport ihren Mann kennenlernte, stand Kegeln immer im Mittelpunkt der Freizeitaktivitäten. Sie entwickelte sich zu einer Stütze des inzwischen zum DKBC-Zweitligisten aufgestiegenen Klubs. Dabei besticht sie seit jeher durch ihre Ruhe.

Naheliegend war, dass auch ihre Töchter den Weg zum Kegeln finden. „Als kleine Mädels waren wir immer mit unserer Mama im Training. So kam schnell der Entschluss, dass meine Schwester und ich ebenfalls mal Sportkeglerinnen werden“, verdeutlicht Luisa-Marie Neu die frühen Ambitionen. Was lag näher, als sich beim ESV zu betätigen, bei dem viele Mädchen den Sport betrieben – in einer Zeit, da der Pirmasenser Sportkegelklub dabei war, eine schlagkräftige Jugendmannschaft unter der Regie von Marie-Luise Weinkauff und ihrer Tochter Nicole Winicker aufzubauen.

2008 war es soweit: Ann-Katrin als Zwölf- und Luisa Marie als Achtjährige waren sofort eifrig bei der Sache hatten mit vielen gleichaltrigen Mädels viel Spaß dabei. Durch gute Ausbildung entwickelten sie sich zu Bundesligaspielerinnen, nachdem sie in der ESV-Familie schon in der Jugend Erfolge feierten. Seit zwei Jahren gehört die jüngere Luisa-Marie Neu zum engen Erstligakader, in den sich die vier Jahre ältere Ann-Katrin Neu nun in dieser Saison integrierte.

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