Handball
Wie die Frauen der TSG Haßloch ihr Spiel gegen Budenheim abhaken
Die Mannschaftsbesprechung nach dem Schlusspfiff ist schnell vorbei. Das Heimspiel gegen die SF Budenheim haben die Oberliga-Handballerinnen der TSG Haßloch fix abgehakt. Im wahrsten Sinne des Wortes. „Nach einem Sieg dürfen immer zwei Spielerinnen einen Haken an das Spiel machen“, erzählt Bruno Spieß, Torwarttrainer der TSG-Frauen. Nach dem letztlich ungefährdeten 34:28 (16:13)-Sieg gegen den Tabellennachbarn SF Budenheim haken Rückraumspielerin Katharina Scheid und Torfrau Selina Renner die Partie ab. Scheid erzählt, dass sie auf einem Plakat stufenförmig alle Partien aufgelistet hätten.
Mit jedem Tor mehr Selbstvertrauen
„Wir haben nicht eine Sekunde zurückgelegen“, stellt Katharina Scheid strahlend fest. Gegen den wurf- wie in der Abwehr starken Tabellennachbarn ist sie es vor allem in den zweiten 30 Minuten, die ihr Team auf die Siegerstraße führt: mit dynamischen wie kraftvollen Antritten aus dem Rückraum trifft sie in Hälfte zwei sechsmal. „Die Budenheimer haben so weit hinten gestanden – und Robin sagt immer, wir sollen werfen, wenn der Gegner defensiv steht“, erzählt Scheid. Robin, das ist Marc-Robin Eisel, der gemeinsam mit Benedikt Hettich die TSG-Frauen trainiert. Doch den toll herausgespielten Erfolg der Haßlocherinnen hat der Zweitligaspieler der Eulen Ludwigshafen nicht sehen können, da die Eulen nahezu zeitgleich in ihrem Heimspiel den VfL Lübeck-Schwartau mit 32:28 besiegt haben.
Die freie rechte Seite
Scheid verrät auch, dass ihr Plan gewesen sei, bei jedem Wurf eine andere Torecke zu wählen, „aber die rechte Seite war immer frei“. So trifft sie aus dem linken Rückraum zum 25:22 (46.), 26:22 (47.) und 28:23 (49.) sowie zum 28:23 (49) per Schlagwurf in die rechte Torecke der Budenheimerinnen nach einer kurzen Phase der mangelnden Konzentration auf TSG-Seite, als Mona Illy erst den Ball verliert und Lucie Krein kurz danach ein Fehlpass unterläuft. Davor waren Tore im Sekundentakt hüben wie drüben gefallen.
„Wir machen viel individuelles Training – man sieht die Ansätze“, weiß Hettich den Grund für Scheids souveränes Auftreten. Sie selbst betont, dass „man mit jedem Treffer, der reingeht, sich mehr traut, aufs Tor zu werfen“. Und mit dem steigenden Selbstvertrauen ist den Haßlocherinnen auch der immer größer werdende Spaß am Handball anzusehen. „Wir hatten noch eine Revanche offen vom Hinspiel“, beschreibt Katharina Scheid die Motivation ihrer Mannschaft. Hettich erinnert sich nur ungern an die 22:39-Niederlage Anfang November: „Bei denen hatte alles geklappt, bei uns gar nichts.“
Platz drei erobert
Was Scheid jetzt im Rückspiel gut gefallen hat: „Jede hat für jede gekämpft.“ Auch nach Ballverlusten: Als Lucie Krein zu Spielbeginn ein Fehlpass unterläuft, erkämpft sie sich den Ball zurück, wirft bei drohendem Zeitspiel aufs Budenheimer Tor, trifft allerdings nur den Pfosten (11.). Aber auch Krein trifft insgesamt sechsmal wie Scheid und auch Ina Bühl, die ihre Tore in den ersten 30 Minuten macht.
Und noch etwas hat die Haßlocherinnen extrem motiviert ins Spiel gehen lassen. „Budenheim ist eine echt gute Mannschaft“, sagt Benedikt Hettich. „Uns war es extrem wichtig, dass wir es selbst schaffen, den dritten Platz zu erobern.“ Mit ihrem Sieg hat die TSG die SF Budenheim nun auf Platz vier verdrängt.
So ist die Freude auf Haßlocher Seite nach dem Schlusspfiff groß. „Oh, wie ist es schön ...“ Am Ende singen die Haßlocherinnen so begeistert, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen. Wie aber haken sie eigentlich eine verlorene Partie wie das Hinspiel in Budenheim ab? „Dann machen die Trainer nach dem Spiel nur zwei Kreuze“, verrät Hettich.