Wasserball
Neustadter Trainer treibt U18 zum klaren Heimerfolg
Mit 15:5 (5:0, 3:1, 6:2, 1:2) gewann das U18-Team des SC Neustadt in der Wasserball-Bundesliga-B-Gruppe gegen den Hamburger TB. Die Gäste von der Waterkant erreichten das Stadionbad erst gegen 16.30 Uhr. Beide Teams gingen danach ins Wasser zum Einspielen. Doch bekanntlich beträgt die Wassertemperatur im Moby Dick in der Energiekrise nur 23 Grad.
Der Server streikt
Pünktlich wurden die Spieler am Beckenrand von Hallensprecher Helmut Rheude vorgestellt, um sich danach im Wasser in die Startposition zu begeben. Doch nichts geschah. Der Server des Deutschen Schwimmverbandes, auf dem die Spielerdaten von Lan Giese am Protokolltisch eingegeben werden sollten, lahmte und streikte. Also musste Giese, Mutter von Spieler Moritz Giese, die Daten handschriftlich auf dem Protokollbogen notieren. Daher startete die Partie mit zehn Minuten Verspätung.
Ein lauter Trainer
Der SC Neustadt ging gleich zur Sache. Von Trainer Peter Jacqué wurde das Team immer wieder in die Konter getrieben. „Ab, ab“, tönte es quer durch das Bad. „Zurück, zurück“, aber auch kritische Fragen wie „Wo bist du?“ erklangen vom Trainer im ersten Viertel. Dabei ließ sich das Team nie in Bedrängnis bringen und führte nach acht Minuten mit 5:0. Doch Jacqué blieb weiterhin laut und engagiert. „Warum schießt er nicht?“, wandte er sich kopfschüttelnd an seine Spieler auf der Ersatzbank. SCN-Betreuer Lars Ananias wusste die Erklärung für das lautstarke Coachen. „Irgendwie kommt es vielleicht am Saisonende auch auf das Torverhältnis an“, erklärte er. Nach der deutlichen 8:1-Führung zum Seitenwechsel wurde Jacqué etwas ruhiger. „Ich bin heute ausgeruht, ich habe gut geschlafen“, begründete er indes schmunzelnd seine temperamentvollen Ausflüge an den Beckenrand.
Derweil wechselte er fleißig durch und gab auch der zweiten SCN-Garde Einsatzzeit im Wasser. Selbst beim Wechseln schaute Jacqué genau hin. „Der hebt die Leine hoch – ich werde noch wahnsinnig“, kritisierte er, als sein Spieler statt unter der Absperrung hindurchzutauchen, die Leine anhob. Aber vielleicht war es auch einfach zu kalt, um den Kopf unter Wasser zu tauchen.
Ein Spieler friert
Ein Spieler, der noch relativ wenig Speck auf den Rippen hat, schlotterte nach seiner langen Zeit im kalten Wasser nach seiner Auswechslung sichtbar auf der Bank. Obwohl er den Frotteemantel um sich gelegt hatte, zitterten die Beine. Zwei SCN-Spieler ließen sich mit Wadenkrämpfen auswechseln. Doch für Jacqué war wichtig, dass auch die Ersatzspieler Spielpraxis sammeln. „Am nächsten Samstag spielen wir erneut zu Hause, dann gegen Rostock. Aber ein Teil der Spieler fährt mit dem Herrenteam am Sonntag nach München, ein weiterer Teil mit der U16-Mannschaft nach Düsseldorf zu einem Einladungsturnier.“ Daher fehlen gegen Rostock neben Matteo Ananias, der noch zur U16 gehört, ebenfalls Spieler, die das Männerteam in der Zweiten Bundesliga je nach Personalsituation verstärken müssen.
Peter Jacqués Erkenntnis nach dem Spiel gegen Hamburg: „Ich habe mit einem Sieg gerechnet, aber der zweite Anzug sitzt noch nicht richtig.“
SCN-Männer nach München
Thorsten Preuß, Trainer des Neustadter Männerteams, bereitet sich derweil schon auf das Auswärtsspiel am Sonntag um 12 Uhr bei der SG Stadtwerke München in der Zweiten Liga vor. „Wir werden schon am Samstag anreisen. Wir wollen ausgeruht ins Spiel gehen“, erzählt er. Und die Jungs der U18-Mannschaft stehen am Samstag um 18 Uhr im Stadionbad mit dem „zweiten Anzug“ gegen Rostock in der Junioren-Bundesliga im Fokus ihres temperamentvollen Trainers.
So spielten sie
SC Neustadt: Meszaros – Chaloupka, Boeckmann, Giese (2 Tore), Reinig (1), Engin, Vlantoussis (2), Hess, Wolgin (4), Matteo Ananias (4), Welke, Ljubic (2), Schuler.