Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Keine Parallelwelten mehr: Stadt stellt Marketing neu auf

Auch fürs Weinlesefest muss ein neues Konzept entwickelt werden.
Auch fürs Weinlesefest muss ein neues Konzept entwickelt werden.

In Neustadt sollen die Aufgaben und Kompetenzen in Sachen Stadtmarketing und Veranstaltungsmanagement gebündelt werden. Möglich werden soll dies durch die Verschmelzung der Tourist, Kongress und Saalbau GmbH (TKS) und der Abteilung Stadtmarketing der Verwaltung unter dem TKS-Dach.

Aktuelle gebe es zwischen den Bereichen „starke Parallelwelten sowie geringe Kooperationen“, fasste TKS-Geschäftsführer Martin Franck die Herausforderung zusammen. Er stellte am Dienstagabend im Stadtrat das neue Konzept vor. Aktuell sei in einigen Bereichen speziell für Außenstehende nicht klar, ob sich die TKS oder die Verwaltung um eine Veranstaltung oder ein Thema kümmere. Das solle künftig besser werden. Daher gebe es seit März mit Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) auch nur noch einen zuständigen Dezernenten. Ziel des Konzepts sei die Schaffung einer zentralen Anlaufstelle für Marketing und Veranstaltungen.

Man könne die jetzige Situation gut für eine Neuausrichtung nutzen, da wegen der Corona-Krise ohnehin keine Veranstaltungen möglich seien. Die Mitarbeiter von TKS und Verwaltung seien im Dezember über die Pläne informiert worden. Franck betonte, dass es keinen Personalabbau geben soll. Da es aktuell aber fünf offene Stellen gebe, „haben wir die Chance zur Neuausrichtung“. Geplant ist dabei eine Doppelspitze mit TKS-Geschäftsführer Martin Franck sowie Andrea Doll, der bisherigen Abteilungsleiterin Stadtmarketing.

„Lange überfällig“

Die neue Organisationseinheit solle „aus einem Guss“ die Themen Marketing und Veranstaltungen in Neustadt betreuen. „Wir wollen Parallelstrukturen abbauen“, so Franck. Als erste Aufgaben nannte er die Tourismuskonzeption 2022, die Neukonzeption des Deutschen Weinlesefests, die wegen der geplanten Arbeiten am Bahnhofsvorplatz nötig sei, und die Planung eines wiederkehrendes Demokratiefests, das ab 2022 angeboten werden soll. In der neuen Organisationseinheit solle sich ein Team schwerpunktmäßig um Veranstaltungen und eines vor allem um Marketing kümmern, sagte Franck. „Wir wollen dabei auch eine Stadtmarke erarbeiten und platzieren.“ Im Kulturbereich sei beispielsweise ein zentraler Ticketverkauf denkbar, meinte Frank.

TKS-Aufsichtsratsvorsitzender Markus Penn begrüßte das neue Konzept. Es helfe, um sich „besser aufzustellen“. Auch von den Fraktionen gab es Zustimmung. Claudia Albrecht (CDU) meinte: „Wir versprechen uns davon Verbesserungen bei Prozessentwicklung und Marketing.“ Pascal Bender (SPD) sieht in dem Papier die Grundlage „für eine neue Struktur“. Er warnte aber davor, den Kulturbereich in der Umorganisation zu vernachlässigen. Für die Grünen betonte Rainer Grun-Marquardt: „Die Neuorganisation ist dringend notwendig, man könnte sogar noch weitergehen.“ So vermisse er Ideen für eine „nachhaltige oder ökologische Ausrichtung“ von Neustadt. Christoph Bachtler (FWG) sprach von einem „lange überfälligen Schritt“. In der neuen Organisationsform sei ein „zielgerichteteres Arbeiten“ möglich. Matthias Frey (FDP) lobte den Ansatz ebenfalls, forderte zudem aber auch „den Mut, dass wir nachjustieren, wenn etwas nicht wie gewünscht funktioniert“. Die Neuausrichtung sei aber wichtig, „da Tourismus eines der wichtigsten Themen in der Stadt ist“.

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