HASSLOCH RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Haßlocher Tom Jansen im niederländischen Nationalteam

Der Linkshänder Tom Jansen (links, hier für den TV Großwallstadt gegen Dessau mit Oliver Seidler, Mitte, und Jörn Persson) hofft
Der Linkshänder Tom Jansen (links, hier für den TV Großwallstadt gegen Dessau mit Oliver Seidler, Mitte, und Jörn Persson) hofft darauf, wieder für Spiele der niederländischen Nationalmannschaft eingeladen zu werden.

Sportstypen: Angefangen hat er bei der TSG Haßloch. Jetzt spielt er beim traditionsreichen TV Großwallstadt. Tom Jansen sieht sich erst am Anfang seines Weges zum Profi-Handballer. In diesen Tagen feierte er eine kleine Premiere – er wurde erstmals in die A-Nationalmannschaft der Niederlande berufen. Aber Jansen will mehr.

Statt vor Wochenfrist nach Polen zum zweiten Qualifikationsspiel der Handball-Europameisterschaft zu reisen, nutzte Tom Jansen die Gelegenheit, seine Eltern im Großdorf zu besuchen. Er reiste aus Almere in den Niederlanden direkt in die Pfalz. Die Tage zuvor hatte er zum ersten Mal mit der A-Nationalmannschaft verbracht und im Kader der Oranjes im Spiel gegen die Türkei gestanden. Die Niederländer haben mit 27:26 gewonnen. Zum Einsatz kam Jansen diesmal (noch) nicht.

„Allein die Nominierung zeigt, dass man mich auch für die A-Nationalmannschaft im Blick hat und ich mir in Zukunft Chancen ausrechnen darf“, sagt Jansen. Er ist in Speyer geboren und in Haßloch aufgewachsen. Da seine Eltern aus Holland kommen, besitzt er auch die niederländische Staatsbürgerschaft. Der jüngste Heimatbesuch war der erste seit mehreren Wochen. Denn der 22 Jahre alte Linkshänder hat sich erst im Sommer vom Drittligisten HG Oftersheim-Schwetzingen verabschiedet und das Angebot am Untermain angenommen. Nach zweieinhalb Jahren in Schwetzingen und insgesamt drei Jahren in der Dritten Liga sah er die Zeit gekommen, den nächsten Schritt in Richtung Profi-Handball zu gehen.

Jansen ein Wunschkandidat

Der Blondschopf verließ früh die TSG Haßloch, durchlief die Jugend beim TV Hochdorf und bei der TSG Friesenheim. Erst in der A-Jugend-Bundesliga bei den Jungeulen begann sein Stern zu leuchten. „Ohne meinen damaligen Trainer Martin Röhrig wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin“, betont Jansen. Auch dem Großwallstadter Trainer Ralf Bader ist er in der A-Jugend-Bundesliga positiv aufgefallen. „Ich dachte mir damals, der hat was. Seitdem habe ich Tom immer wieder gesehen. Er hat sich sehr gut weiterentwickelt“, sagt Bader. Jansen war sein Wunschkandidat. Er bescheinigt ihm ein variables Wurfverhalten, gute Spielübersicht, Durchsetzungsstärke im Spiel Mann gegen Mann und die wichtige mentale Fähigkeit, eigene Fehler schnell wegzustecken.

Bei der HG Oftersheim-Schwetzingen entwickelte sich Jansen zu einem Toptorjäger. In der Spielzeit 2018/2019 erzielte er 135 Tore aus dem Feld heraus. In der vergangenen Saison, die wegen des Corona-bedingten Lockdowns abgebrochen worden war, traf der 22-Jährige in 20 Partien 88-mal. Kein Wunder, dass er regelmäßig in die Junioren- und U21-Nationalmannschaft der Niederlande nominiert worden ist. Bei der EM 2018 belegte er mit seinem Team Platz sieben.

Die Konstanz fehlt noch

Jansen hat seine beste Phase noch nicht erreicht. Zwar hat der Linkshänder körperlich in den vergangenen beiden Jahren deutlich zugelegt. Mit einer Größe von fast zwei Metern und über 90 Kilogramm Gewicht ist er eine Wucht in der Abwehr. Aber Jansen ist noch nicht ganz beim Zweitliga-Aufsteiger am Untermain angekommen. „Ich bekomme zwar meine Einsatzzeiten, aber mir fehlt noch die Konstanz. Daran muss ich noch arbeiten“, erzählt Jansen.

Die Zeit ist auch für ihn derzeit nicht einfach. Die Pandemie beschäftigt ihn ebenso. „Man weiß nie, ob das nächste Spiel stattfindet oder ob es ausfällt. Das kann ganz schnell passieren“, sagt Jansen. Er werde ebenso wie seine Kameraden zweimal wöchentlich getestet und pendele im Prinzip momentan nur zwischen Wohnung und Halle. „Wir müssen derzeit für jedes Spiel, das wir bestreiten dürfen, dankbar sein.“ Ihn beschäftigt die aktuelle Situation sehr. Schließlich ist Handball sein Beruf geworden. So hat sich bei ihm zwischenzeitlich auch einiges geändert. Seine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann in Mannheim hat er inzwischen abgeschlossen. Mit seiner Freundin ist er zusammengezogen und lebt nun in Aschaffenburg. Auch deshalb, da die Freundin ihr Studium für Sport und Geschichte an der TU Darmstadt aufgenommen hat.

Interessiert an Haßlocher Ergebnissen

Jansens Kontakt in die Pfalz ist nicht abgerissen. „Ich schaue schon regelmäßig nach den Spielergebnissen meiner einstigen Kameraden. Gerade in Friesenheim, Hochdorf und Haßloch“, verrät Jansen.

Er ist Pfälzer und wird es auch bleiben. So vermisste er in diesem Sommer ganz besonders die pfälzischen Weinfeste. Tom Jansen verfolgt aber auch ehrgeizige Ziele. Zunächst will er sich mit dem TV Großwallstadt in der Zweiten Liga etablieren und den Klassenverbleib sichern. Ob es für die Erste Liga reichen wird? Da bleibt der 22-Jährige bescheiden. „Natürlich ist die Erste Liga ein Traum. Ob das möglich ist, das muss man sehen“, meint Jansen. Der Linkshänder konzentriert sich zunächst auf die Zweite Liga und hofft zugleich, wieder eine Einladung zur A-Nationalmannschaft der Oranjes zu erhalten.

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